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Verzicht auf Schmuck, Lust auf Ausflüge

03.06.2020 • 17:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der Trend geht zu Ausflügen im Land.<span class="copyright"> Dietmar Stiplovsek</span>
Der Trend geht zu Ausflügen im Land. Dietmar Stiplovsek

Manche Investitionen verschoben. Urlaub gemacht wird trotzdem.

Die vergangenen Wochen haben vieles verändert. So auch den Konsum, geplante Investitionen oder auch das Freizeit- und Reiseverhalten der Vorarlberger. Gestern wurden diesbezüglich die Ergebnisse einer Umfrage präsentiert. Die Marktforschungsinstitute „Dr.Auer – IMM“ mit Sitz in Lustenau und „Mediawerkstatt“ aus Wien haben die Studie evaluiert.

Zielgruppe aus Mitte der Gesellschaft

365 Menschen haben sich von 14. bis 25. Mai daran beteiligt. Zielgruppe waren Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige. Diese Gruppe macht laut Verantwortlichen 50 Prozent der Vorarlberger Bevölkerung aus und bilde die kaufkräftigste Masse.

70 Prozent der Befragten haben demnach ihr Komsumverhalten geändert und bei regionalen Händlern eingekauft. Der Großteil der ab 40-Jährigen will auch dabei bleiben. Teenager und Twens hingegen messen laut Studie der Herkunft des Produkts nach wie vor nur eine untergeordnete Rolle zu und kaufen über die Grenzen hinaus ein, gerne auch bei den bekannten Online-Riesen.

Siebzig Prozent kauften bei regionalen Händlern, der Großteil will dabei bleiben. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Siebzig Prozent kauften bei regionalen Händlern, der Großteil will dabei bleiben. Klaus Hartinger

Investitionen auf Eis

Auf Inves­titionen wie Schmuck oder Kunst wird erst einmal verzichtet. Auch die Neuanschaffung von Pkw, die Renovierung des Eigenheims oder Fortbildungen liegen bei drei von zehn Befragten auf Eis. Es gibt jedoch Dinge, die Anfang des Jahres geplant wurden, darin wird weiter investiert werden. Die Zielgruppe gibt eher Geld für den Besuch im Restaurant, Kleidung, Dinge für Balkon und Garten sowie Fahrräder aus. „Darüber dürfen sich die Wirtschaft und der Handel freuen“, sagte Wolfram Auer vom gleichnamigen Institut. Auch Kurzurlaube übers Wochen­ende stehen aktuell hoch im Kurs. Genauso wie Tagesausflüge.

Urlaubspläne

Laut Studie haben gut die Hälfte der Befragten Sommer- und Herbsturlaub schon gebucht. Lediglich ein Viertel ist noch verunsichert ob der Sachlage. Lediglich sechs Prozent sollen ganz auf den Urlaub verzichten, jeder zweite plant besagte Kurztrips am Wochenende. 60 Prozent der Befragten wollen den Sommerurlaub in Österreich verbringen, jeder Sechste in Vorarlberg.

Chancen für Tourismus

Brigitte Plemel von Vorarlberg Tourismus (Marktforschung, Sonderprojekte) zieht jedenfalls eine Erkenntnis aus der Umfrage. Laut Statistik Austria verbrachten in den vergangenen Jahren 54 Prozent der Österreicher den Sommerurlaub im Ausland. Heuer sind es 40 Prozent, die noch immer daran festhalten, den Trip schon gebucht oder fix geplant haben. Das sei ein Zeichen dafür, dass Reisen heutzutage eine Lebensart darstelle. „Da muss schon viel passieren, dass eine Reise abgesagt wird“, meinte Plemel.

14 Prozent Urlauber weniger reisen ins Ausland. Das ist eine Chance für den heimischen Tourismus.

Brigitte Plemel, Vorarlberg Tourismus

Andererseits verreisen eben 14 Prozent der Urlauber weniger ins Ausland, was wiederum Chancen für den heimischen Tourismus bringe.e.

20 Prozent der Saison verloren

Der V-Card-Verkauf würde nach vergleichsweise schwachem Start nun langsam anziehen. Dennoch könnten Dienstleistungen nicht vorproduziert werden, verlorene Übernachtungen nicht aufgeholt werden. „20 Prozent der Saison sind verloren“, schätzt Plemel.

Chancen sieht sie jedoch darin, dass die Vorarlberger gerne Ausflüge machen, Kulturveranstaltungen besuchen, und auch unbekannte Flecken des Landes entdecken wollen. Für sie ein Grund, positiv gestimmt zu sein.