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Alte Wege zum Pfänderrücken

04.06.2020 • 05:45 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nahe Juggen geht es auf dem Käselehrpfad entlang. <span class="copyright">Glück</span>
Nahe Juggen geht es auf dem Käselehrpfad entlang. Glück

Hertha Glück wandert von Lochau bis zum Höhenweg Vorderes Egg.

Beim schlossartigen Renaissanceansitz Schloss Hofen aus dem 16. Jahrhundert beginnt die Rundwanderung. Über die alte Eichenberger Straße gelangt man in einer Viertelstunde zur Ruine Althofen und taucht in die Ursprungsgeschichte von Lochau ein. Bald mündet die Straße im Forstweg. Nach einigen Kurven zweigt ein schmaler Weg rechts zur Burg­ruine Alt Lochen/Alt Hofen ab. Ein schmaler Weg führt rund um der steinernen Zeugen aus dem Jahre 1186.

Geschichtenerzählerin Hertha Glück gibt Wandertipps und ist in ganz Vorarlberg unterwegs.
Geschichtenerzählerin Hertha Glück gibt Wandertipps und ist in ganz Vorarlberg unterwegs.

Zur 800-Jahr-Feier von Lochau, also zur urkundlichen Ersternennung von Lochen oder Lochin wurden im Jahre 1986 Teile der Mauerreste konserviert. Wiederum zurück am Forstweg wandert man nun weiter aufwärts durch den kühlen Wald in Richtung Ebnet–Eichenberg. Nur kurz muss man rechts ab der Autostraße folgen, die Kurve umrunden, um dann wieder direkt vor der Haltestelle Ebnet Hof rechts abzuzweigen. Dieser Straßenteil entlohnt mit einem interessanten Blick auf die ehemalige Brücke der alten Eichenberger Straße.

Romantischer Waldwege hinab nach Lochau. <span class="copyright">Glück</span>
Romantischer Waldwege hinab nach Lochau. Glück

In Grenznähe

In leichten Serpentinen führt die Straße nach oben und offeriert beeindruckende Ausblicke aufs Leiblachtal oder auf einzeln stehende, schmucke Gehöfte. Zur Abwechslung bringt der Ebneter Weg einen über Wurzelwerk gen Fallenberg und Eichenberg, lässt Bachrauschen und Vogelgezwitscher genießen. In der Parzelle Sonnenhalde von Eichenberg übernimmt vorab die Straße wieder rechts ab in Richtung Juggen/Käse-Lehrpfad. Im Hintergrund zeigt sich Bayern, die Grenznähe symbolisierend.

Die Burgruine Alt-Hofen.<span class="copyright">Glück</span>
Die Burgruine Alt-Hofen.Glück

Ab dem Wegkreuz schlängelt sich links ab der Forstweg leicht nach oben und durchschneidet eine wahre Blumenpracht. Das erfreut nicht nur das Auge, sondern auch das Herz. Denn hier blüht noch die selten gewordene Wasser-Schwertlilie. Zugleich begleitet der Käse-Lehrpfad, der einem die Besonderheit der Landwirtschaft nicht nur der Talgemeinden Lochau, Hörbranz und Hohenweiler aufzeigt, sondern auch auf die Bergdörfer Eichenberg und Möggers blicken lässt. Er erzählt über die Bewirtschaftung der Weiden am Pfänderrücken bis hinab zum Bodensee.

Blick zum Bodensee

Die buckligen Hänge, Wälder und saftigen Wiesen haben eine ungeahnte Lieblichkeit. Diese Pracht an Blumen und Bäumen, ergänzt von weiten Blicken über den Bodensee und den angrenzenden Ländern, erfreut jedes Wandererherz. Sich immer wieder in Richtung Käse-Lehrpfad–Höhenweg/Pfänder haltend, erlebt man einen sehr abwechslungsreichen Anstieg, der manch Mühen vergessen lässt. Nach zweieinhalb bis drei Stunden Gehzeit ist der höchste Punkt dieser Route „Höhenweg Vorderes Egg 1005 m“ erreicht und der Rückweg Lochau über Sorgen verspricht das gleiche Vergnügen.

Besonderes: Aus historischer und botanischer Sichtweise bietet sich diese nahe am Bodensee gelegene Rundwanderung an.

Anforderung und Gehzeit: In vier Stunden absolviert der Wanderer 563 Höhenmeter aufwärts und auch abwärts sind die 563 Höhenmeter zurückzulegen.

Markierungen: gelb-weiß, weiß-rot-weiß

Charakter der Wege: Straße, Wald- und Forstwege

Kultur und Natur unterwegs: Das Wissenschaftszentrum Schloss Hofen, die Burgruine Alt-Hofen und der Käse-Lehrpfad liegen auf dieser Route.

Anziehen und Mitnehmen: Griffiges Schuhwerk, Wetterkleidung, Wanderstöcke werden ebenfalls empfohlen.

Einkehrmöglichkeiten: Lochau, Eichenberg

Start und Ende: Wissenschaftszentrum Schloss Hofen, Lochau, Bushaltestelle

Atemberaubendes Panorama

Doch vorab darf noch das atemberaubende Panorama genossen werden. Der recht steile Abstieg ist sehr abwechslungsreich. Mal Waldweg und dann wieder Straße und manchmal hat man das Gefühl, in die Weite zu gehen, da der Horizont so fern ist. Mehrere Wege führen talwärts und manchmal versteckt sich der Wegweiser. Eine stete Hilfe sind die Wegrichtungen nach Hof, Halden und zu guter Letzt Lochau mit Schloss Hofen.

Achtung, nach Unterlangenfluh kommt man auf die Straße und nach der Kurve zu einem Bauernhof, da ist auf den Wegweiser „Lochau 50 Minuten“ gegenüber dem Bauernhof zu achten. In eineinhalb Stunden erreicht man gemütlich den Ausgangspunkt.