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Wirtschaftszeltabende vorerst noch ungewiss

04.06.2020 • 15:48 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Herbstmesse darf unter Auflagen stattfinden. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Herbstmesse darf unter Auflagen stattfinden. Klaus Hartinger

70 Prozent der Aussteller haben bereits zugesagt.

Schon seit Beginn des Lockdowns am 11. März drängte der Messe-Verband auf Klarheit und akzeptable Rahmenbedingungen für die Durchführung von Messen. Am Donnerstag gab es das Okay aus Wien: Messen dürfen im Herbst wieder stattfinden. Darunter allen voran die Dornbirner Herbstmesse. Allerdings muss ein Sicherheitskonzept bis ins Detail ausgearbeitet werden.

„Als Verband hatten wir uns sowohl an die Bundesregierung samt diversen Ministerien sowie an den Präsidenten der Österreichischen Wirtschaftskammer, Harald Mahrer und den Nationalratsabgeordneten Karlheinz Kopf gewandt. Mit Letzteren gab es Mitte Mai einen konstruktiven Roundtable. Wir haben diverse Maßnahmen für die Sicherheit vorgeschlagen“, berichtet Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel auf Nachfrage. Man hätte immer wieder betont, dass Messe eine Wirtschaftsplattform sind und im Rahmen dessen andere Möglichkeiten bestehen als etwas bei Veranstaltungen wie Konzerte oder Fußballspielen.

Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel.<span class="copyright">Messe/Mathis Fotografie</span>
Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel.Messe/Mathis Fotografie

Schnelle Entscheidung musste her

Eine klare Antwort vonseiten der Bundespolitik habe Tichy-Treimel nicht bekommen. „Uns und vor allem den Ausstellern rannte die Zeit davon, eine Messe ist nicht kurzfristig organisiert“, gibt sie zu bedenken. Die Vorbereitungen laufen zwar schon seit Beginn des Jahres. Das Team befindet sich jedoch in Kurzarbeit. Eine schnelle Entscheidung musste her, damit so schnell als möglich wieder 100 Prozent an der Umsetzung gearbeitet werden kann.

Deshalb richtete sich der Messeverband Österreich noch einmal mit einem offenen Brief an Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Zeitgleich wurde auch Landeshauptmann Markus Wallner darüber informiert. Der Verband setzte in dem Schreiben eine Deadline für den 12. Juni.  Die Reaktion von Anschober kam prompt.

Landeshauptmann Markus Wallner. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Landeshauptmann Markus Wallner. Klaus Hartinger

Landeshauptmann intervenierte

„Die Bemühungen des Landeshauptmannes haben sich ausgezahlt. Er ist in gutem Gespräch mit dem Bundesminister. Dass die Herbstmesse unter Einhaltung von Schutzvorschriften stattfinden kann, ist ein wichtiges Signal für das Hochfahren der Wirtschaft und für die Vorarlberger, dass es in Richtung Normalität geht“, hieße es gestern aus dem Büro von Markus Wallner.

Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Klaus Hartinger

Sicherheitskonzept

Auch Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann stimmt die Entscheidung positiv. „Grundsätzlich sind die Signale für eine mögliche Durchführung der Herbstmesse positiv zu beurteilen. Die Messe ist ein Schaufenster der regionalen Wirtschaft und auch ein Symbol für die Wirtschaftsleistung in Vorarlberg“, betonte Kaufmann. Besonders wichtig sei aber jetzt ein schlüssiges Sicherheitskonzept, um die Aussteller sowie die Besucher der Messe zu schützen. Kaufmann ist jedoch überzeugt, dass die Messeleitung die richtigen Maßnahmen ausarbeiten wird.

70 Prozent Auslastung

Laut Messe-Geschäftsführerin haben derzeit rund 70 Prozent der üblichen Aussteller fix zugesagt. Die Unsicherheit sei groß gewesen, da eben keiner wusste, wann und ob es tatsächlich losgeht. Somit stehen noch zahlreiche Ausstellerplätze zur Verfügung.

Besagte Planungsunsicherheit für die gesamte Messe- und Veranstaltungsbranche bezeichnet Tichy-Treimel als die größte Herausforderung. Davon sind nicht nur Aussteller und Unternehmen, sondern auch Dienstleister und Messebau, Catering, Veranstaltungstechnik, Sicherheitsdienste oder auch Reinigungsfirmen betroffen. Einmal abgesehen vom Messeteam selbst.

Abende im Wirtschaftszelt ungewiss. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Abende im Wirtschaftszelt ungewiss. Klaus Hartinger

Aufgrund der Sicherheitsvorgaben und Hygienvorschriften, die vonseiten des Verbands vorgeschlagen wurden wird sich die Herbstmesse heuer wohl anders präsentieren müssen. „Es wird sicherlich Änderungen geben. Ob wir die Abende im Wirtschaftszelt machen können, ist noch offen“, sagt Tichy-Treimel.

Ob wir Abende im Wirtschaftszelt machen können, ist noch offen.

Sabine Tichy-Treimel, Geschäftsführerin Messe Dornbirn

Für Standort wichtig

Nichtsdestotrotz sei der Neustart für die Messe Dornbirn und damit auch den Standort enorm wichtig, da die SCHAU! im Frühjahr, die TECH.CON als Fachmesse sowie die Art Bodensee abgesagt werden mussten. Das Entscheidung aus Wien sei ein starkes Zeichen für die Wirtschaft in der Region, für alle Veranstalter und damit für viele Unternehmen, meint Tichy-Treimel. Aber eben auch für ganz Österreich. Bundesweit finden pro Jahr 150 Messen mit etwa 25.000 Aussteller und 200 Dienstleistern statt, die alle einen wirtschaftlichen Beitrag leisten.

Messeleitung hofft auf viele Besucher. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Messeleitung hofft auf viele Besucher. Klaus Hartinger

Für die Herbstmesse hofft die Geschäftsführerin auf viele Vorarlberger aber auch Besucher aus den Nachbarländern.

Notversorgungszentrum

Bis dahin dürfte dann auch – sofern die Situation stabil bleibt – das Notversorgungszentrum in Halle 9 abgebaut sein. Nur noch bis Ende Juni soll dieses laut Tichy-Treimel dort verortet sein. Die Infekt-Ordination im Messegelände wurde bereits vor einiger Zeit geschlossen.