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Masken: Leidvolle Erinnerungen

07.06.2020 • 09:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Maskenpflicht erschwert die Arbeit der MoHi-Mitarbeiter.
Die Maskenpflicht erschwert die Arbeit der MoHi-Mitarbeiter.

MoHi-Mitarbeiter nur im Verdachtsfall auf Virus getestet.

Das neuartige Corona-Virus hat in den vergangenen Wochen nicht nur das öffentliche Leben gehörig auf den Kopf gestellt, sondern auch viele Berufe nachhaltig verändert. Wie sich die Pandemie auf die Arbeit der Mitarbeiterinnen der Mobilen Hilfsdienste auswirkt bzw. ausgewirkt hat, hat die NEUE am Sonntag bei Kitty Hertnagel nachgefragt. Die Landesobfrau der Arge Mobile Hilfsdienste betont: „Unser Dienst war nicht spezieller als sonst. Denn wir sind es gewohnt, uns laufend auf Veränderungen schnellstmöglich einzustellen und zu reagieren.“ Daher sei es auch nicht schwierig gewesen, den laufenden Betrieb aufrecht zu erhalten – obwohl der Koordinationsaufwand seitens der Einsatzleitung schon ein höherer gewesen sei.

Masken: Leidvolle Erinnerungen
Kitty Hertnagel ist Landesobfrau der Arge Mobile Hilfsdienste. NEUE/Archiv

Auf Unterstützung verzichtet

Aber ganz so spurlos ist die Krise an den Mobilen Hilfsdiensten dann auch wieder nicht vorübergegangen. So hätten manche Klienten während der vergangenen Wochen auf die Unterstützung der MoHi verzichtet. Sei es, weil die im Homeoffice tätigen Angehörigen die Betreuung übernommen hätten, oder weil die Betreuung als Vorsichtsmaßnahme „ruhend“ gestellt wurde, so Hertnagel. Aufgrund dieses Verzichts sei für manche Helferin eine Verdienstmöglichkeit weggefallen.

“Masken rufen aber auch bei manchen Klienten Ängste hervor. Sie wecken leidvolle Erinnerungen an die Kriegszeit.“

Kitty Hertnagel, Landesobfrau der Arge Mobile Hilfsdienste

Masken sind Handicap

Aber auch die Maskenpflicht habe den MoHi-Mitarbeitenden die tägliche Arbeit  erschwert. Gerade für Klienten mit demenzieller Erkrankung oder mit Schwerhörigkeit hätte der Mund-Nasen-Schutz ein Handicap dargestellt. Hertnagel konkretisiert: „Vom Mund ablesen ist nicht möglich, die Mimik der Helferin ist nicht erkennbar und es muss lauter gesprochen werden. Masken rufen aber auch bei manchen Klienten Ängste hervor. Sie wecken leidvolle Erinnerungen an die Kriegszeit.“

Um allfällige Ansteckungen aufseiten der Mitarbeitenden und Klienten zu verhindern,  müssten natürlich gewisse Regeln eingehalten werden. Neben der Maskenpflicht und der Einhaltung der Hygienemaßnahmen würden Gesundheitsprotokolle und Gesundheitsmonitoring geführt und das sogenannte „social distancing“ aufrechterhalten, so Hertnagel.

Arge Mobile Hilfsdienste

Adresse:

Dr.-Waibel-Straße 3, 6850 Dornbirn

Telefon: 05572 398297

Website: www.mohi.at

E-Mail: arge@mohi.at

Keine Tests

Indes seien – obwohl die Mitarbeitenden der Mobilen Hilfsdienste mit sogenannten „Risikogruppen“ in Kontakt stünden – regelmäßige Tests auf das neuartige Virus nicht an der Tagesordnung. Gemäß Hertnagel wird nur getestet, wenn es einen Verdacht auf eine Infektion mit dem Virus gibt oder Symptome auftreten. „Zu Beginn der Corona-Krise wäre eine Tes­tung durchaus wünschenswert gewesen. Da die Fallzahlen mittlerweile jedoch sehr tief sind, erachten wir eine durchgehende Testung nicht mehr für nötig. Testungen bei unseren älteren und hochbetagten Klienten würden zudem Verunsicherung auslösen“, sagt Kitty Hertnagel. Gemäß ihren Angaben hätte ein kleiner Teil – unter einem Prozent – der Mohi-Mitarbeiter den Job aufgeben müssen, da sie selber zu einer Risikogruppe gehörten.