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Freiwillige Covid-19-Tests für alle

08.06.2020 • 18:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch ohne Symptome kann man sich kostenpflichtig testen lassen .                                           <span class="copyright">AFP </span>
Auch ohne Symptome kann man sich kostenpflichtig testen lassen . AFP

Die aktuelle Corona-Situation in Vorarlberg.

Über den Stand in Sachen Corona-Pandemie in Vorarlberg informierten gestern Landeshauptmann Markus Wallner, Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher und Sicherheitslandesrat Christian Gantner. „Wachsam bleiben!“ formulierte Wallner gleich zu Beginn die Devise, die auch in den nächsten Wochen und Monaten oberste Priorität hat.
Die Infektionszahlen im Land seien auf stabil niedrigem Niveau, aber „das Virus hat uns nicht verlassen“. Mit den weiteren Öffnungen ab 15. Juni – Mund-Nasen-Schutz nur noch in bestimmten Bereichen, Sperrstundenverlängerungen und so weiter – steige die Eigenverantwortung, so der Landeshauptmann. Aber man wolle nun in einen Aufschwung kommen und einen zweiten Lockdown unter allen Umständen vermeiden.

PCR-Tests um 115 Euro

Nachdem es eine große Nachfrage vonseiten symptomfreier Personen und auch Unternehmen nach Tests gebe, wird dieser nun von Landesseite entsprochen, berichtete Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher – um den niedergelassenen Bereich zu schützen, schnellstmöglichst Ergebnisse zu kommunizieren und die vorhandenen Testkapazitäten zu steuern, wie sie sagte.
Seit gestern kann man sich über die Website www.vorarlberg.at/coronatest informieren und anmelden, um einen PCR-Test zu machen. Dieser kann eine aktuelle Infektion nachweisen. Der Selbstkostenbeitrag dafür beträgt 115 Euro. Möglich ist auch ein Antikörpertest, der eine überstandene Infektion anzeigt. Der kann bei Hausärzten gemacht werden und kostet 20 Euro. Bei Symptomen, bei denen wie gehabt die Nummer 1450 oder der Hausarzt angerufen werden soll, ist der Test nach wie vor kostenlos. Mittlerweile sei auch das gesamte Pflegeheimpersonal negativ getestet worden, informierte Rüscher, und bis Sonntag hätten sich über 300 24-Stunden-Betreuerinnen den Tests unterzogen.

Informierten: LR Gantner, LH Wallner, LR Rüscher (v.l.).                                                                          <span class="copyright">Vlk/Mair</span>
Informierten: LR Gantner, LH Wallner, LR Rüscher (v.l.). Vlk/Mair

Bis gestern Vormittag waren in Vorarlberg insgesamt 909 Infektionen mit dem Coronavirus (siehe rechts) zu verzeichnen, so die Landesrätin, acht Neuinfektionen seit 1. Juni. 14 Personen sind derzeit erkrankt, eine liegt im Spital. Großes Interesse herrsche am Corona-Dashboard des Landes, sagte Rüscher. Bis dato konnten dort über 550.000 Zugriffe registriert werden. Dass das Virus verschwinden könnte, glaubt auch sie nicht. „Wir rechnen weiterhin mit Neuinfektionen und kleinen Clusterbildungen“ – nicht zuletzt angesichts der geplanten Öffnungen. Befragt nach den Demos, bei denen die Sicherheitsmaßnahmen nicht immer eingehalten wurden, meinte sie: „Wir leben in einem Land mit freier Meinungsäußerung.“
Das Infektionsteam, das zumindest bis Ende des Jahres weiterbestehen soll, wurde mittlerweile von der Walgaukaserne in die Nähe des Landhauses übersiedelt, berichtete Rüscher weiter. Derzeit sei man zudem am Entwickeln eines Corona-Warnsystems – ähnlich dem Lawinenwarnsystem. Das solle ermöglichen, bei auftretenden Häufungen von Infektionen regionale Verschärfungen einzuführen.

Spitalsbesuche bald möglich

Bis Ende des Monats abgebaut wird hingegen das Notversorgungszentrum bei der Messe Dornbirn, das billiger war als veranschlagt. Statt der prognostizierten 800.000 Euro belaufen sich die Kosten inklusive Abbau auf 630.000 Euro, informierte die Landesrätin. Vieles, was dafür angeschafft wurde, könne eingelagert und bei künftigen Notfallsituationen wieder verwendet werden, betonten Rüscher und Wallner.
Bereits am Sonntag war bekanntgegeben worden, dass ab Donnerstag Besuche in Pflegeheimen unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen wieder uneingeschränkt möglich sind. Für die Spitäler soll noch diese Woche ein Modell finalisiert werden. Dieses sieht vor, dass ab 15. Juni jeder Patient täglich einen Besucher eine Stunde lang empfangen kann, sagte Rüscher. Für Covid-19-Patienten seien derzeit in den Krankenhäusern noch 100 Betten reserviert.

Über 1,8 Millionen ausgezahlt

Auf die Grenzöffnungen ging Sicherheitslandesrat Christian Gantner ein, der einmal mehr betonte, wie wichtig diese für den Tourismus seien – für den er auch zuständig ist. Er appellierte an Deutschland und die Schweiz, die Grenzen möglichst schnell komplett zu öffnen. Geplant ist dies bekanntlich für den 15. Juni.
Gantner gab auch erste Zahlen zum 15-Millionen-Euro-Tourismuspaket des Landes bekannt, das vergangene Woche präsentiert wurde: Mit Stand Freitagabend seien 214 Anträge bearbeitet, 2,74 Millionen Euro freigegeben und 1,81 Millionen Euro ausbezahlt worden, sagte er.