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Zehnjährige mit Intimfoto erpresst

15.06.2020 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. <span class="copyright">Symbolbild Hartinger</span>
Verhandlung am Landesgericht Feldkirch. Symbolbild Hartinger

Fotos auf Snapchat und Co.: Unterländer (24) verurteilt.

Der 24-Jährige lernte in sozialen Medien ein zehnjähriges Mädchen kennen. Der Erwachsene kommunizierte auf seinem Smartphone per WhatsApp und Snapchat mit dem Kind. Der ledige Mann, der eine Lebensgefährtin hat, forderte seine junge Internetbekanntschaft auf, ihm ein Intimfoto zu schicken. Die Zehnjährige ließ ihm nach den gerichtlichen Feststellungen am 10. August 2019 die gewünschte Aufnahme ihres Intimbereichs via Snapchat zukommen. So konnte der Unterländer die kompromittierende Aufnahme für einige Sekunden auf seinem Smartphone sehen, bevor die Snapchat-Software das Bild automatisch löschte. Danach forderte der 24-Jährige vergeblich ein weiteres Intimfoto von der Zehnjährigen. Er drohte dabei dem Kind damit, ansonsten das bereits erhaltene Foto zu veröffentlichen. Das auch für den Fall, dass das Mädchen die Eltern informierten sollte.

2160 Euro Geldstrafe

Sein Verhalten trug dem Arbeiter beim gestrigen Strafprozess am Landesgericht Feldkirch im Sinne der Anklage einen Schuldspruch wegen der Vergehen der pornografischen Darstellung unmündiger Minderjähriger und der versuchten Nötigung ein. Dafür wurde der unbescholtene Angeklagte zu einer Geldstrafe von 2160 Euro (360 Tagessätze zu je sechs Euro) verurteilt. Zudem hat der Täter dem Opfer als Schadenersatz zusätzliche 500 Euro zu bezahlen. Bereits vor der Gerichtsverhandlung hat er der Geschädigten 1000 Euro überwiesen.

Milderungsgründe

Die mögliche Höchststrafe hätte zwei Jahre Gefängnis betragen. Die verhängte Geldstrafe entspricht umgerechnet sechs Monaten Haft. Wegen der zahlreichen Milderungsgründe sei eine Haftstrafe nicht notwendig, sagte Richter Martin Mitteregger in seiner Urteilsbegründung. Denn der Angeklagte sei unbescholten, reumütig geständig und habe bereits in beträchtlichem Ausmaß Wiedergutmachung geleistet. Zudem habe er schon freiwillig Psychotherapie in Anspruch genommen.

Therapie

Der Angeklagte berichtetet, er befinde sich seit Dezember 2019 ambulant in psychotherapeutischer Behandlung. Die Sexualtherapie tue ihm gut. Damit solle sichergestellt werden, dass er nicht mehr rückfällig werde. Verteidiger Johannes Häusle sagte zu Beginn der Verhandlung, sein Mandant werde wohl seine Lebensgefährtin und seine Arbeit verlieren, wenn dessen Fehlverhalten bekannt werde. Das Urteil, mit dem der Angeklagte und Staatsanwältin Julia Berchtold einverstanden waren, ist rechtskräftig