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Keine Nettoneuverschuldung

16.06.2020 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die Marktgemeinde Lustenau hat kräftig in den Bildungsbereich investiert. <span class="copyright">MG Lustenau/Marcel Hagen</span>
Die Marktgemeinde Lustenau hat kräftig in den Bildungsbereich investiert. MG Lustenau/Marcel Hagen

Lustenauer Haushalt weist keine Nettoneuverschuldung auf.

Der Rechnungsabschluss für das Jahr 2019 steht am kommenden Donnerstag auf der Tagesordnung der Lustenauer Gemeindevertretung. Darüber informierte Bürgermeister Kurt Fischer am Montag in einer Aussendung. Gemäß dieser wurden bei einer Budgetsumme von 77 Millionen Euro ein Überschuss der laufenden Gebarung von 10,4 Millionen Euro erzielt. Die frei verfügbaren Mittel belaufen sich derzeit auf 6,7 Millionen Euro, der Schuldenstand sei nicht erhöht worden und belaufe sich auf 67,8 Millionen Euro. Laut Fischer wurden 2019 insgesamt 18,4 Millionen Euro investiert, vornehmlich in Bildungsprojekte, wie etwa die Kindergärten Am Engelbach und Am Schlatt.

Positive Bilanz

Gemäß der Aussendung zieht Bürgermeister Kurt Fischer eine positive Bilanz und blickt trotz der Krise vorsichtig zuversichtlich in die Zukunft: „Unsere Finanz- und Wirtschaftspolitik der vergangenen Jahre hat sich schon vielfach bezahlt gemacht. Wir konnten uns erfolgreich als starker Wirtschaftsstandort mit hervorragenden Bildungschancen für unsere Kinder etablieren. Und gerade jetzt, da uns die Folgen der Corona-Pandemie in den nächsten Jahren wirtschaftlich besonders fordern wird, haben wir eine äußerst solide Grundlage für weiteres Wachstum am Standort Lustenau.“

ÖVP-Bürgermeister Kurt Fischer ist mit dem Rechnungsabschluss zufrieden. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
ÖVP-Bürgermeister Kurt Fischer ist mit dem Rechnungsabschluss zufrieden. Klaus Hartinger

Der Bürgermeister zeigte sich erfreut darüber, dass unmittelbar nach dem Lockdown mit dem Spatenstich der neuen Betriebsgebäude von Prisma und Zimm eine 13-Millionen-Euro-Investition im Millennium Park und mit der Firma Stanztech eine erste Unternehmensansiedelung auf bereits gewidmeten Flächen im neuen Betriebsgebiet Heitere besiegelt werden durfte. Dies seien positive Signale für unsere ganze Gemeinde und gebe in diesen schwierigen Zeiten Zuversicht, ist Fischer überzeugt.

Investitionen

Auch 2019 seien Investitionen im Bildungsbereich und in den Wirtschaftsstandort vorrangig gewesen. „Damit Lustenau für Arbeitskräfte ein attraktiver Ort, lebenswerte Heimat für junge Familien und Zukunftsraum für unsere Kinder ist, investieren wir mit höchster Priorität in den Bereich Bildung“, hebt Fischer hervor. Der Bau des Kindergarten Am Engelbach (3,7 Millionen investiert), die Erweiterung des Kindergartens Am Schlatt (1,2 Millionen), die Aufwertung der beiden Mittelschulen Rheindorf und Hasenfeld mit Räumlichkeiten für die Mittags- und Lernbetreuung (700.000 Euro) und der Architekturwettbewerb für den Bau des Campus Rotkreuz seien finanziell die größten Brocken der getätigten Investitionen.

hAUPTINVESTITIONEN

• Kindergarten am Engelbach 3.364.000 Euro

• KIGA am Schlatt – Erweiterung um drei Gruppen 1.207.900 Euro

• Wasserversorgung 1.168.600 Euro

• Abwasserbeseitigung 967.800 Euro

• Ausbau Bahnhofsareal – anteilige Kosten 686.800 Euro

• Rheinhalle – Sanierung Eisaufbereitung 611.000 Euro

• Straßenbau/Brücken/Beleuchtung 524.210 Euro

• Feuerwehr – Tanklöschfahrzeug 507.400 Euro

• Ausbau Fuß- und Radwege 404.800 Euro

• Mittelschule Rheindorf – Mittags- und Lernbetreuung 353.300 Euro

• Mittelschule Hasenfeld – Mittags- und Lernbetreuung 344.800 Euro

• Reichshofsaal – Bestuhlung, Bühnensanierung 287.700 Euro

• Sonstige Investitionen Schulen und Kindergärten 284.500 Euro

• Campus Rotkreuz – Wettbewerb und Planung 227.500 Euro

Bezüglich des Campus Rotkreuz gehe es jetzt mit der Planung des neuen Bildungsquartiers im Ortsteil Rotkreuz weiter. Gemäß Fischer handelt es sich dabei um Lustenaus bislang größtes Bauprojekt. Bei der bevorstehenden Gemeindevertretungssitzung werde daher als weiterer Tagesordnungspunkt der Planungsauftrag an die Wettbewerbssieger, das Architekturbüro fasch und fuchs, vergeben.

Ebenfalls von höchster Priorität seien Investitionen in die Sicherheit: So sei 2019 erneut eine hohe Investition in die Feuerwehr getätigt worden. Und die nächste Investition soll ebenfalls am kommenden Donnerstag beschlossen werden: die Anschaffung eines Versorgungsfahrzeuges für den Hochwasserschutz der Rheingemeinde.

Eckdaten

• Budgetsumme 77.175.379 Euro

• Gesamt Investitionen/Vermögenskäufe 18.377.351 Euro

• Kauf von Vermögen 5.663.316 Euro

• Investitionen 12.714.035 Euro

• Überschuss der lfd. Gebarung 10.388.692 Euro

• Frei verfügbare Mittel 6.675.552 Euro

• Gesamtschuldendienst netto 3.713.140 Euro

• Gesamtverschuldung 67.677.852 Euro

Mobilität

Im Bereich der Mobilität wurde 2019 lauf Fischer wieder in den Ausbau von Fuß- und Radwegen (404.000 Euro) und den neuen Bahnhof Lustenau investiert: Die Gemeinde beteiligt sich mit insgesamt 4,5 Millionen Euro an den Kosten der 30,6-Millionen-Drehscheibe für Mobilität, vergangenes Jahr wurden 687.000 Euro investiert.

Dass ein nachhaltiges Wirtschaften gut für die Entwicklung des Gemeindehaushalts sei, zeige sich auch bei den Verbindlichkeiten. Trotz Invesititionen im zweistelligen Millionenbereich (18,4 Millionen) gebe es im Rechnungsabschluss 2019 keine Nettoneuverschuldung.

Die Sitzung der Gemeindevertretung beginnt am Donnerstag, um 19 Uhr im Reichshofsaal.