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Volta umschifft Coronakrise

22.06.2020 • 18:11 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Volta Edelstahl GmbH hat ihren Stammsitz in Lauterach. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Die Volta Edelstahl GmbH hat ihren Stammsitz in Lauterach. Klaus Hartinger

Schweizer Kunden sind investitionsfreudig.

Hört man die mitunter schlechten Prognosen für die schwer getroffene Gastronomie und Hotellerie, so würde man eigentlich davon ausgehen, dass auch der Großküchenhersteller Volta Edelstahl GmbH mehr als nur ein blaues Auge kassiert. Doch bislang zumindest ist das weit gefehlt. Wie die beiden Geschäftsführer Lorenz und Erwin Reindl im wpa-Gespräch erklärten, verbuche das Unternehmen per Ende Juli 2020 einen um beinahe zehn Prozent höheren Auftragsbestand als noch vor genau einem Jahr. „Hier reden wir ausschließlich von Neuaufträgen.“

Starke Nachfrage

Die beiden Geschäftsführer begründen die derzeitige Entwicklung unter anderem mit einer sehr starken Nachfrage von Schweizer Kunden. „Das betrifft alle Bereiche, wo unsere Großküchen installiert werden, nicht nur die Gastronomie.“ Bei den Eidgenossen bemerke man seit Jahren ein etwas anderes unternehmerisches Denken. „Zudem hat die vergleichsweise unbürokratische Unterstützung durch die Schweizer Regierung viele Betriebe mit der notwendigen Liquidität versorgt. Die nutzen jetzt die etwas ruhigere Zeit für Investitionen.“ Gegenwärtig liege der Umsatzanteil der Schweiz bei weit über 40 Prozent.
Ebenso spürbar angezogen habe die eigentümergeführte Gastronomie in Bayern. Dazu komme etwa die Augustiner Brauerei, die viele ihrer Standorte im Küchenbereich jetzt technologisch aufrüste. „Wir profitieren hier von unserer jahrelangen Strategie, auf Projekte von eigentümergeführten Unternehmen zu setzen. Denn die pächtergeführte Gastronomie kauft eher im Billigsegment ein.“ Für das Jahr 2020 rechnet Volta mit einem Umsatz von rund 7,5 Millionen Euro. Damit würde das Unternehmen leicht über dem Vorjahresniveau von sieben Millionen Euro liegen.

Keine Kurzarbeit

Aktuell beschäftigt Volta 65 Mitarbeiter am Stammsitz in Lauterach. Kurzarbeit hat das Unternehmen bislang weder eingeführt noch beantragt. Auch die Fertigung wurde selbst während der Hochphase der Pandemie-Maßnahmen nie eingestellt mit Ausnahme von wenigen ausgewählten Tagen. Dafür verantwortlich seien insbesondere drei größere Aufträge für das Stadion Lausanne (CH), für ein Schulzentrum in Unterföhring bei München sowie für das Areal der ehemaligen Bodan-Werft am Bodensee (D). Den Personalstand will Volta weiterhin halten, im Herbst soll auch die Zahl der Leasingmitarbeiter wieder aufgestockt werden. Zudem hat das Familienunternehmen vor wenigen Wochen einen neuen technischen Leiter bestellt, der die Produktivität im Unternehmen weiter steigern soll.

Herstellung von Großküchen

Die Volta Edelstahl GmbH erzielt rund 95 Prozent des Umsatzes mit der Herstellung von Großküchen. Die Tätigkeit ist sehr personal- und handarbeitsintensiv, da es sich bei dem meisten Küchen um Unikate handelt. Rund zwei Drittel der Belegschaft arbeiten direkt in der Produktion. Zu den Kunden von Volta gehören ausschließlich Großküchen-Fachhändler, die ihrerseits dann etwa Gastronomie- und Hotelbetriebe betreuen. Die Küchen von Volta kommen auch in Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen wie etwa Schulen und Heimen oder Werkskantinen zum Einsatz.
Erwin Reindl hat das Unternehmen 1997 im Rahmen eines MBO von Electrolux übernommen. Sein Sohn Lorenz Reindl wurde im Herbst 2015 zum zweiten Geschäftsführer ernannt und übernimmt derzeit bereits an die 90 Prozent des operativen Tagesgeschäftes. Der schrittweise Generationswechsel sei also auf Schiene, so Erwin und Lorenz Reindl

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