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Wieder schwarze Zahlen bei Zumtobel

25.06.2020 • 18:21 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Bei der Zumtobel-Gruppe geht es nach schwierigen Jahren wieder aufwärts. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Bei der Zumtobel-Gruppe geht es nach schwierigen Jahren wieder aufwärts. Klaus Hartinger

Corona-Pandemie bremste aber das Wachstum beim Lichtkonzern.

Nach zwei Jahren mit Verlusten schreibt der Leuchtenkonzern Zumtobel mit Hauptsitz in Dornbirn wieder schwarze Zahlen. Auch ein Corona-bedingt schwaches Ergebnis zum Ende des vierten Quartals des Geschäftsjahres (Mai 2019 bis April 2020) konnte den Rückkehr in die Gewinnzone nicht verhindern, berichteten CEO Alfred Felder und CFO Thomas Tschol am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz. Das bereinigte Ebit der gesam­ten Zumtobel-Gruppe, die unter anderem auch die Marken Tridonic und Thorn umfasst, kletterte von 27,6 Millionen Euro im Jahr 2018/19 auf 53,9 Millionen Euro. Das Jahresergebnis wurde von einem Verlust von 15,2 Millionen Euro im Vorjahr um mehr als 30 Millionen Euro auf ein Plus von 14,5 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz war mit 1,13 Milliarden Euro rückläufig (Vorjahr: 1,16 Milliarden Euro).

Alfred Felder ist seit 2018 CEO der Zumtobel-Gruppe. <span class="copyright">Zumtobel</span>
Alfred Felder ist seit 2018 CEO der Zumtobel-Gruppe. Zumtobel

Für die Verantwortlichen des Konzerns ist das gute Ergebnis ein Zeichen dafür, dass die 2018 gewählte Strategie erfolgreich war und weiter verfolgt werden soll. Unter dem Stichwort „Fokus“ wird dabei auf eine Steigerung der Effizienz und eine schlankere Organisation gesetzt. Zudem konzentrieren sich die drei Marken Zumtobel, Thorn und Tridonic auf ihre jeweiligen Fachgebiete. In Sachen Leuchten steht der europäische Markt im Mittelpunkt, bei den Komponenten agiert man weltweit. Ziel müsse es sein, weiterhin mit Innovationen und in Sachen Digitalisierung zu punkten, erklärte Felder. Ebenso werde auf Licht als Service gesetzt, bei dem Kunden schlüsselfertige Lösungen erhalten.

Zahlen und Fakten

Der Leuchtenhersteller Zumtobel wurde vor 70 Jahren gegründet und hat seinen Hauptsitz in Dornbirn. Zum Konzern gehören auch die Marken acdc, Tridonic und Thorn. Weltweit werden rund 6000 Mitarbeiter beschäftigt. In Vorarlberg waren es zum Stichtag 30. April 2020 insgesamt rund 1670.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist das Geschäft des Konzerns in den vergangenen drei Monaten deutlich zurückgegangen, hieß es bei der Pressekonferenz. Allerdings seien nach Angaben des CEO bereits Ende Jänner erste Auswirkungen spürbar gewesen. Schließlich betreibe man auch ein Werk in China. Der dortige Lockdown habe sich negativ auf die Lieferketten ausgewirkt. In weiterer Folge musste auch ein Werk in Frankreich für zwei Wochen geschlossen werden, weil es zwei Corona-Fälle gab. Ansonsten sei das Geschäft allerdings allerorts in einem verminderten Ausmaß weitergelaufen, betonte Felder.

Zahlreiche Beleuchtungsprojekte wurden umgesetzt: Guggenheim Museum in Bilbao...
Zahlreiche Beleuchtungsprojekte wurden umgesetzt: Guggenheim Museum in Bilbao...

In Österreich sind derzeit alle rund 2000 Mitarbeiter des Unternehmens in Kurzarbeit. Auch in Deutschland, England und Frankreich habe man diese angemeldet. Allerdings sei bereits eine leichte Besserung auf dem Markt spürbar, sagte der Zumtobel-Chef. Die Kurzarbeit soll in Österreich noch bis September laufen. In Herbst könne man auch mehr zu den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr sagen. Derzeit fahre man lediglich auf Sicht, meinte der CEO. Ziel sei es jedoch, gestärkt aus der Krise hervorzugehen. In Sachen Investitionen werde man jedoch vorerst zurückhaltender agieren, ergänzte der CFO.

CFO Thomas Tschol sieht keinen Widerspruch zwischen Dividenden-Auszahlung und Kurzarbeit. <span class="copyright">Zumtobel</span>
CFO Thomas Tschol sieht keinen Widerspruch zwischen Dividenden-Auszahlung und Kurzarbeit. Zumtobel

An die Aktionäre wird heuer eine Dividende von zehn Cent pro Aktie ausgezahlt. In den vergangenen zwei Jahren gab es keine Auszahlungen. Es gehe darum, die Aktionäre am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen, betonte Tschol. Bei der Höhe der Dividende bewege man sich am unteren Ende des Möglichen, weshalb die Auszahlung auch nicht im Widerspruch zur derzeitigen Kurzarbeit stehe.

Das Lichtforum in Dornbirn sollte im März eröffnet werden. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. <span class="copyright">Zumtobel</span>
Das Lichtforum in Dornbirn sollte im März eröffnet werden. Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Zumtobel

Den Standort in Dornbirn sehen die Zumtobel-Verantwortlichen als „High-End-Produktionsstandort“, betonte Felder. Zudem wurde erst kürzlich das neu gestaltete Lichtforum fertiggestellt. Rund acht Millionen Euro hat man in­ves­tiert, um einen Ort des Austausches zu schaffen, wie es der CEO formulierte. Die geplante Eröffnung im März mit 1000 geladenen Gästen musste jedoch aufgrund der Corona-Krise abgesagt werden. Derzeit würden jedoch die Planungen laufen, um die Veranstaltung im Herbst nachzuholen.

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