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Flucht aus Psychiatrie endete im Zug

26.06.2020 • 08:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Justizwachebeamte hielt den Gesuchten im Zug fest. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Justizwachebeamte hielt den Gesuchten im Zug fest. Klaus Hartinger

39-Jähriger mit 19 Vorstrafen nach Aufgriff erneut in Anstalt eingewiesen.

Der Wachebeamte der Justizanstalt Feldkirch erfuhr am 28. Juni 2019, dass der ihm bekannte Vorbestrafte aus der geschlossenen Psychiatrie des Landeskrankenhauses Rankweil über ein Fenster geflüchtet war. Der in Zivil gekleidete Gefängniswärter befand sich nach Dienstende im Regionalzug auf der Heimfahrt, als beim Bahnhof in Götzis der aus der Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher Geflüchtete einstieg.

Der 40-Jährige Justizwachebeamte hielt den gesuchten 39-Jährigen bis zur Festnahme durch die Polizei am Hohenemser Bahnhof an. Bis dahin wehrte sich der Gesuchte nach den gerichtlichen Feststellungen massiv gegen seine Anhaltung durch den Gefängnisbeamten.

Widerstand gegen die Staatsgewalt

Damit hat der türkischstämmige Österreicher nach Ansicht der Richter versuchten Widerstand gegen die Staatsgewalt geleistet. Der Schöffensenat wertete das Eingreifen des Justizwachebeamten als Amtshandlung eines Sicherheitsorgans, der sich der Angehaltene widersetzt habe.

Der zur Tatzeit wegen seiner Schizophrenie zurechnungsunfähige Betroffene wurde am Donnerstag am Landesgericht erneut in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Verteidiger Meinrad Einsle wird das Urteil bekämpfen. Weil seiner Ansicht nach der Justizwachebeamte außer Dienst keine Amtshandlung vornehmen konnte.

Meint er sei Ronaldo

Der mit 19 Vorstrafen belastete Mann befindet sich derzeit in einer niederösterreichischen Anstalt für psychisch kranke Straftäter. Eingewiesen wurde er 2018, weil er ohne ersichtlichen Grund eine Frau schwer attackiert hatte. In seiner schizophrenen Wahnwelt meine er, er sei der Fußballstar Ronaldo, sagte Gerichtspsychiater Reinhard Haller.

Der Justizwachebeamte merkte als Zeuge an, einige Zugpassagiere hätten ihn attackieren wollen, weil sie den Eindruck gehabt hätten, er halte sein Gegenüber widerrechtlich fest. Ein reisender Ex-Häftling habe aber den Menschen erklärt, dass er ein Justizwachebeamter sei.

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