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Alpen: TBC nach wie vor Problem

02.07.2020 • 21:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landesrat Christian Gantner und Günter Osl, Vorstand der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum, präsentierten den Bericht. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Landesrat Christian Gantner und Günter Osl, Vorstand der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum, präsentierten den Bericht. Klaus Hartinger

TBC-Hotspot ist gemäß Landesrat Gantner das hintere Montafon.

Die Präsentation des aktuellen Land- und Forstwirtschaftsberichts war gestern Anlass für ein Pressegespräch mit Landesrat Christian Gantner  (ÖVP) und Günter Osl, Vorstand der Abteilung Landwirtschaft und ländlicher Raum  beim Land Vorarlberg. Abgehalten wurde das Gespräch – dem Anlass entsprechend – in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Konkret auf  Lässer’s Schlösslehof von Jeannette und Stefan Lässer in Hard. Dieser ist gemäß Gantner ein positives Beispiel für das, was die Vorarlberger Landwirtschaft zu leisten im Stande ist – sowohl was die Vielfältigkeit als auch das Angebot betrifft.

Einblick

Mit dem alle drei Jahre erscheinenden Land- und Forstwirtschaftsbericht sollen auf der einen Seite die Leistungen des Landes für die Landwirtschaft und auf der anderen Seite die Leistungen der Bauern für das Land zum Ausdruck gebracht werden. Insgesamt gibt es in Vorarlberg 3500 Bauern sowie 6000 Forstwirte.

Der nun vorliegende Bericht umfasst die Jahre von 2017 bis 2020. Jahre, welche von herausfordernden Wetterverhätlnissen geprägt gewesen sind. Die derzeit vorherrschende Corona-Pandemie habe ebenfalls gezeigt, „wie notwendig eine funktionierende und ressourcenschonende Landwirtschaft für die regionale Lebensmittelversorgung ist“, so Gantner.

Finanzierung

Laut Gantner war das Land Vorarlberg – wie in den Jahren zuvor – im Berichtszeitraum mit jährlich zwischen 34 und 37,5 Millionen Euro der stärkste Finanzierungspartner. Die EU habe 32 bis 33 Millionen Euro pro Jahr beigesteuert, während der Bund rund zehn bis zwölf Millionen Euro zugeschossen hat.

Weitere Aspekte, welche der Landesrat gestern positiv hervorgehoben hat, waren die anhaltende Investitionsbereitschaft der Betriebe sowie stabile Zahlen bei der Alpwirtschaft. Weiters sei es dem Land und Landwirtschaftskammer mit gezielten Maßnahmen gelungen, die Kälbertransporte von Vorarlberg in EU-Länder im Vergleich zu den Jahren 2018 und 2019 um mehr als 22 Prozent zu reduzieren.

TBC-Situation

Im Rahmen des Pressegesprächs äußerte sich Landesrat Gantner auch zum aktuellen Stand hinsichtlich der TBC-Problematik. Gemäß Gant­ner ist diese nach wie vor eine große Herausforderung für die heimische Alpwirtschaft. „Wobei mir wichtig ist, festzuhalten, dass die Ansteckung mit TBC nicht mehr nur auf den Hochalpen erfolgt, sondern es kommt auch zu Ansteckungen auf Frühjahrs- und Herbstweiden, sprich auch im talnahen Bereich“, so Gantner. Ebenfalls gebe es nach wie vor TBC-Hotspots im Lande. Ein solcher sei in den vergangenen Jahren vor allem das hintere Klostertal gewesen, wo es bereits wesentliche Verbesserung gegeben hätte. Nach wie vor gebe es auch im hinteren Montafon Hotspots. Auch hier gebe es Gespräche mit der Jägerschaft, um die Situation zu verbessern und Lösungen für das Problem zu finden. „Wir haben auch in unserer Jagdverordnung mittlerweile zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, um hier andere Maßnahmen zu setzen, wenn die Abschusspläne nicht erfüllt werden sollten“, erklärte der Landesrat, der davon überzeugt ist, dass Problem nur gemeinsam mit der Jägerschaft gelöst werden könne.

“Wir haben in der Jagdverordnung Möglichkeiten geschaffen, um andere Maßnahmen zu setzen, wenn Abschusspläne nicht erfüllt werden.”

Landesrat Christian Ganter (ÖVP)

Wie man künftig mit dem Fleisch und der Milch – diese wird derzeit der Vernichtung zugeführt – von TBC-Betrieben umgehen könnte, darüber dachte Christian Gantner gestern ebenfalls laut nach.  Denn diese Lebensmittel seien ja grundsätzlich für den Verzehr geeignet. Hier müsse eine Alternative zum Vernichten geschaffen werden.

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