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Tolles Heimspiel von Tone Fink

02.07.2020 • 19:17 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Der Künstler inmitten einiger seiner Tiermasken.                                                                   <span style="color: rgb(111, 111, 111); font-size: 0.75rem; text-transform: uppercase;">Klaus Hartinger</span>(3)
Der Künstler inmitten einiger seiner Tiermasken. Klaus Hartinger(3)

Tone Fink stellt zum 750-Jahr-Jubiläum in Schwarzenberg aus.

Es geht tierisch zu in Tone Finks Ausstellung „Gefinkelter OXO Ton(e)spuren“, die heute Nachmittag im Gasthof Ochsen in Schwarzenberg eröffnet wird. Anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums der Gemeinde, in der der Künstler vor 76 Jahren geboren wurde, hat Fink eine große Ausstellung erarbeitet, die – um es vorweg zu nehmen – ein beindruckendes Heimspiel geworden ist.

Viel Arbeit

Noch nie sei er so nervös gewesen und noch nie habe eine von seinen bis dato rund 350 Ausstellungen so viel Arbeit gemacht, sagte ein sichtlich erfreuter Tone Fink bei der gestrigen Pressekonferenz. Es scheint also auch für einen weit über die Region hinaus bekannten Künstler etwas Besonderes zu sein, an seinem Herkunftsort auszustellen. Rund zwei Jahre sei er „relativ oft dran“ gewesen, erzählte er anschließend in Hinblick auf die Zeit, die er für die Schau aufgewendet hat.

Der Gasthof "Ochsen" ist Schauplatz der Ausstellung.
Der Gasthof "Ochsen" ist Schauplatz der Ausstellung.

Es sind eine Vielzahl an Arbeiten, die im und am Gasthaus gezeigt werden, einige schon ältere Objekte und Bilder, aber auch sehr viel Neues. Hinten am Gasthaus hängen außen vier sehr große Bildtafeln an der Fassade, die jeweils einen Bezug zu Schwarzenberg haben. So diente etwa bei einer der Arbeiten das Altarbild der Angelika Kauffmann in der Kirche als Inspiration. Die vier Bilder sind erstmals gemeinsam zu sehen. Hier stehen auch silberfarbene Skulpturen des Künstlers.

Tiermasken

Im ehemaligen Stall des Gebäudes sind hingegen eine Vielzahl an Tiermasken, die für die heutige „Prozessione“ (siehe Factbox) verwendet und dann wieder Teil der Ausstellung werden. Die fragilen Masken bestehen aus einem dünnen Metallgerüst, über das Papier gespannt ist: Ochsen, Schafe, Fische und noch einiges mehr ist da zu sehen. Abgesehen von drei schwarzen Masken, einem grauen Widder und einem grünen Krokodil sind alle weiß.

Prozesssione: „Aufstand der Tiere“

Im Dorfzentrum von Schwarzenberg findet heute die „Kunsthautdemonstration ‚Aufstand der Tiere‘“ statt, bei der über 60 Teilnehmer mit den Tiermasken von Tone Fink vom oberen zum unteren Dorfbrunnen gehen. Beginn ist um 20 Uhr. Es werden noch einige wenige Personen benötigt, die mitgehen. Wer mitmachen will, soll bis spätestestens 19 Uhr im „Ochsen“ in Schwarzenberg sein.

Äußerst ansprechend ist auch ein Ochsenkopf aus mit Goldfarbe bemaltem Drahtgerüst, der oberhalb der Eingangstür des Gasthauses hängt und als eine Art Wirtshausschild fungiert – nur viel schöner. Auf dieser Seite sind auch zwei Sprüche in großer Schrift angebracht. In einem werden Schwarzenberger Hausnamen zitiert.

In den Gaststuben hängen Tierzeichnungen.
In den Gaststuben hängen Tierzeichnungen.

In zwei Gaststuben hängen hingegen insgesamt an die zwanzig naturalistische Tierzeichnungen – einige davon auch mit Sprüchen, die vielfach goldene Rahmen haben. Die Bilder wirken so, als ob sie schon immer in den Stuben des rund 400 Jahre alten Gasthauses gehangen hätten – eine rundum stimmige Geschichte.
Gezeichnete Geschichte. Ein Gedicht, das der Autor Max Lang basierend auf Gesprächen mit Tone Fink geschrieben hat, hängt in einem Gang. Buddhafiguren, ein großformatiges Künstlerbuch mit Unikaten und noch andere Objekte finden sich in einem anderen Gang. Und dann gibt es noch den Saal des Gasthauses, in dem Tone Fink unter adnerem ein zehn Meter langes Panoramabild aufgehängt hat: Gezeichnete einzelne Figuren, Tiere, Pflanzen, Ereignisse, die als ganzes eine vielschichtige Geschichte erzählen können.

„Es gibt keine Ausstellung von mir, die so viel Arbeit gegeben hat und ich habe so 350 gemacht“

Tone Fink, Künstler

Bilder von Bergen – von Schwarzenberg aus gesehen –, die bekannten Sitzobjekte, Tierskulpturen oder Entwurfszeichnungen sind weitere Arbeiten, die in dieser Ausstellung zu sehen sind. Mit „Gefinkelter OXO Ton(e)spuren“ zeigt Tone Fink nicht nur die Vielschichtigkeit und Unermüdlichkeit seines Schaffens. Die Ausstellung scheint an diesem Platz auch „daheim“ zu sein – und das ist sie wohl auch.

„Gefinkelter OXO Ton(e)spuren“ von Tone Fink: Erweiterte Eröffung heute von 15 bis 20 Uhr, Gasthof Ochsen, Hof 11, Schwarzenberg. Bis 30. August. Geöffnet Samstag, 11–17 Uhr, Sonntag, 10–17 Uhr, geschlossen 22. und 23. August.

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