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Mildere Strafen für brutale Räuber

03.07.2020 • 10:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Prozess am Landesgericht Feldkirch fand im Februar statt, nun wurden die Freiheitsstrafen vom Oberlandesgericht herabgesetzt.<span class="copyright">Hartinger</span>
Der Prozess am Landesgericht Feldkirch fand im Februar statt, nun wurden die Freiheitsstrafen vom Oberlandesgericht herabgesetzt.Hartinger

Gefängnisstrafen im Rankweiler Home-Invasion-Fall herbgesetzt.

Der Raubüberfall im Oktober 2019 auf den betagten Mann in dessen Haus in Rankweil sei mit das niederträchtigste Verbrechen in den letzten Jahren in Vorarlberg, meinte der Staatsanwalt im Schöffenprozess am Landesgericht Feldkirch. Skrupellos und heimtückisch seien die beiden Angeklagten bei dem brutalen Verbrechen gegen ihr betagtes Opfer vorgegangen, sagte die Vorsitzende des Schöffensenats.

Die Urteile

Zu 15 Jahren Gefängnis wurde der mit sieben Vorstrafen belastete Erstangeklagte im Februar in erster Instanz wegen schweren Raubes und schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls verurteilt. Hinzu kamen bei dem 44-jährigen Rumänen acht Haftmonate aus seiner offenen Vorstrafe. Damit betrug die Gesamtstrafe 15 Jahre und acht Monate Gefängnis.

Bei der Berufungsverhandlung am Innsbrucker Oberlandesgericht wurde am Donnerstag die Freiheitsstrafe auf 13 Jahre herabgesetzt. Das teilte auf Anfrage Richard Freyschlag von der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck mit. Beim Widerruf der acht Monate aus der früheren Verurteilung sei es geblieben. Somit beläuft sich die nun rechtskräftige Gesamtstrafe auf 13 Jahre und acht Monate Gefängnis. Der Strafrahmen betrug fünf bis 15 Jahre Haft.

Der Schuldspruch wurde bereits Ende Mai rechtskräftig: Der Oberste Gerichtshof (OGH) in Wien hat die Nichtigkeitsbeschwerde des Erstangeklagten gegen die drei Einbrüche in Liechtenstein zurückgewiesen. 

Über den 17-jährigen Zweitangeklagten wurde in Feldkirch eine Haftstrafe von sieben Jahren verhängt. Das OLG hat die Strafe für den vierfach Vorbestraften am Donnerstag rechtskräftig mit sechs Jahren festgesetzt. Für den Jugendlichen aus Rumänien galt eine Strafdrohung von null bis 7,5 Jahren Gefängnis.

Brutales Verbrechen

Die Bettler sind in Rankweil ins Wohnhaus des 84-Jährigen eingebrochen und haben vergeblich versucht, zwei Tresore gewaltsam zu öffnen. Rund eine halbe Stunde später kehrte der Hausherr heim und ­schlief im Wohnzimmer auf seinem Sessel ein. Die Einbrecher zogen eine Decke über seinen Kopf, fesselten und verprügelten ihn. Dabei wurde der Pensionist schwer verletzt. Er erlitt drei Rippenbrüche, ein Zahn wurde ihm ausgeschlagen, und sein künstliches Gebiss wurde zertrümmert. Die Täter erbeuteten mehrere Hundert Euro. Der 84-Jährige hatte in den Wochen zuvor nach eigenen Angaben dem 44-jährigen Bettler immer wieder Geld geschenkt und ihn für Gartenarbeit bezahlt.

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