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Betrunkene bedroht Polizistinnen

06.07.2020 • 18:59 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Vorarlbergerin (53) beging Straftat im Zustand voller Berauschung

Normalerweise bin ich der gutmütigste Mensch, den man sich vorstellen kann“, sagte die Angeklagte vor Gericht und begann zu schluchzen. An einem Abend im April aber war die 53-Jährige stark alkoholisiert und ging in ihrer Unterländer Wohnung aggressiv gegen Polizistinnen vor.
Wäre sie nicht stark alkoholisiert gewesen, wäre sie beim Strafprozess am Landesgericht Feldkirch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt schuldig gesprochen worden. Richter Andreas Böhler ging aber davon aus, dass die Beschuldigte wegen ihrer Berauschung nicht mehr wusste, was sie tat. Deshalb erfolgte der Schuldspruch im Sinne der Anklage der Staatsanwaltschaft wegen der Begehung einer Straftat im Zustand der vollen Berauschung. Demnach wurde ihr vorgeworfen, sich fahrlässig einen Vollrausch angetrunken haben, in dem sie dann eine Straftat verübt hat.

Teilbedingte Geldstrafe

Dafür wurde die unbescholtene Pensionistin zu einer teilbedingten Geldstrafe von 960 Euro (240 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Davon betrug der zu bezahlende Teil 480 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre, wie auch bei einem Widerstand gegen die Staatsgewalt, drei Jahre Gefängnis gewesen.
Der Sohn der Beschuldigten hatte in Sorge um seine Mutter die Polizei gerufen. Eine Polizistin leerte bei ihrem Hilfseinsatz in der Wohnung Wein aus einem Glas aus. Daraufhin rastete die alkoholisierte Frau aus. Sie versuchte, Polizistinnen Tritte zu versetzen, und drohte den Beamtinnen mit Schlägen, sollten sie nicht verschwinden.
Durch die starke Berauschung sei bei der Angeklagten eine Wesensveränderung eingetreten, sagte Richter Böhler in seiner Urteilsbegründung. „Aber das entschuldigt nichts. Sonst würde jeder stark Alkoholisiert randalieren und meinen, ihm könne ja nichts passieren.“

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