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Keine Umsatzrückgänge erwartet

14.07.2020 • 20:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Keine Umsatzrückgänge erwartet
HARTINGER

Umsatzvolumen von sechs bis sieben Millionen Euro erwartet.

Der Metallbauer Jobarid geht nach derzeitiger Einschätzung davon aus, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2020 beim Umsatzvolumen innerhalb der Schwankungsbreite aus den Vorjahren bleiben wird. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte Jobarid einen Umsatz von acht Millionen Euro. „Das war aufgrund mehrerer Großaufträge ein Ausnahmejahr. Wir rechnen derzeit für heuer mit einem Umsatz von etwa sechs bis sieben Millionen Euro“, erklärte Geschäftsführer Robert Ess im Gespräch mit der wpa.

Hohe Grundauslastung

Nach Einschätzung von Ess werde es heuer keine Corona-bedingten Umsatzrückgänge geben. „Wir sind aktuell für das Gesamtjahr 2020 beinahe voll ausgelastet.“ Verantwortlich dafür seien einerseits diverse Großaufträge wie für die BahnhofCity Feldkirch oder die Reha-Klinik Montafon, die über mehrere Jahre laufen. Das sorge für eine vergleichsweise hohe Grundauslastung. Andererseits gebe es viele Projekte aus der Vor-Corona-Zeit, die jetzt auf ihre Umsetzung oder Fertigstellung zugehen. Dazu komme, dass es derzeit noch auch genügend neue Aufträge gebe.
Eine spürbare Veränderung am Markt sei allerdings auf die Grenzschließungen während des Lockdowns zurückzuführen. „Wir bieten derzeit bei größeren Ausschreibungen in Deutschland und der Schweiz nicht mit, da es keine Planungssicherheit gibt. Wir können nämlich nicht garantieren, dass wir zum Beispiel im Dezember problemlos zu Baustellen in den Nachbarländern fahren können, sollte sich die Politik wieder zu einschneidenden Maßnahmen wie Grenzschließungen entscheiden“, so Ess.

Heimatmarkt

Ein ähnliches Verhalten könne man auch bei anderen Marktteilnehmern beobachten. Die Folge: „Man konzentriert sich auf den Heimmarkt und dadurch steigt der Preisdruck.“ Eine weitere Verschärfung erwartet sich Ess dabei durch die zu erwartende Investitionszurückhaltung der Öffentlichen Hand.
Aufgrund der bisherigen Geschäftslage sei Jobarid bislang heuer nicht in Kurzarbeit gewesen, das Unternehmen habe durchgehend gearbeitet. Detail am Rande: Ausgerechnet ein öffentliches Unternehmen wie die ÖBB forderte von Jobarid zum Höhepunkt der Corona-Maßnahmen im Frühjahr die verpflichtende Leistungserbringung für die Lehrwerkstatt in Bludenz. „Das ist nach unserem Verständnis keine zeitkritische Infrastruktur“, so Ess.

Personalstand unverändert

Personalstand unverändert. Der Personalstand mit 40 Mitarbeitern sei unverändert konstant. Was man angesichts sehr hoher Arbeitslosenzahlen im Lande kaum glauben kann: „Wir würden eigentlich neue Mitarbeiter suchen, vom Lehrling angefangen bis zum Metallbautechniker. Aber das ist sehr schwer.“ Auch in anderen Bereichen glaube das Unternehmen trotz aller gegenwärtigen Probleme an die Zukunft: „Wir haben größere Investitionen in Maschinen und Anlagen noch im heurigen Jahr auf dem Plan.“
Die Jobarid Metallbau GmbH wurde 1964 gegründet. Zu den Kunden gehören die Öffentliche Hand gleich wie Bauträger sowie Industrie- und Gewerbebetriebe. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Alu-Gebäude-Außenhüllen, Eingangsportalen, Alu-Schaufenstern und diversen Fensterrahmen sowie auf Alu-Fassaden und Brandschutztüren spezialisiert. Jobarid gehört der RM Liegenschaftsverwaltung GmbH, hinter der die Erben des Firmengründers stehen.

Günther Bitschnau/wpa