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Teure Wohnungs-Mieten

15.07.2020 • 18:36 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dornbirn ist ein teures Pflaster für Mieter. <span class="copyright">Dietmar Stiplovsek</span>
Dornbirn ist ein teures Pflaster für Mieter. Dietmar Stiplovsek

Corona-Krise ließ Mietpreise bei Wohnungen nicht sinken.

Rechneten Experten noch zu Beginn der Corona-Krise eventuell mit einem Rückgang der Mietpreise bei Wohnungen, kommt eine aktuelle Analyse von immowelt.at zu einem anderen Ergebnis. Wie aus den gestern veröffentlichten Zahlen hervorgeht, hat die Pandemie derzeit noch keine Auswirkungen auf die Mietpreise bei Wohnungen. Demnach befinden sich die teuersten Bezirke Österreichs in Vorarlberg, Tirol und Salzburg. So seien etwa in Dornbirn Preise jenseits von 15 Euro pro Quadratmeter zu finden. Selbst im günstigsten Vorarl­berger Bezirk – es handelt sich hierbei um den Bezirk Bludenz – liegen die Preise noch über der Zehn-Euro-Marke – konkret bei 12,80 Euro pro Quadratmeter.

Damit seien die Gesamtmieten im westlichsten Bundesland im Durchschnitt die höchsten. Am günstigsten wohnen Österreicher im Osten: Im Burgenland liegen die Mieten zwischen 6,30 Euro (Jennersdorf) und 9,90 Euro (Neusiedl am See), sogar unter der Zehn-Euro-Grenze. Ähnlich niedrig sind die Mieten in der Steiermark: zwischen 7,30 Euro in Voitsberg und 11,60 Euro in Graz. Das geht aus der aktuellen Analyse hervor.

Florierende Wirtschaft

Dass in Vorarlberg die Mieten so hoch sind, führen die Experten auf die florierende Wirtschaft und die attraktive Lage im Vierländereck zurück. Dies würde – auch wenn die Corona-Krise Auswirkungen auf den Tourismus und den Pendlerverkehr hat – für immer noch hohe Preise sorgen.
Noch tiefer in die Tasche greifen müssen Mieter in Innsbruck. Dort zahlen Mieter mit Abstand die höchsten Preise. Um 18,30 Euro im Median wird der Quadratmeter angeboten. Bisher sorgten die vielen Arbeitsplätze in der Tourismusbranche für Zuzug.

Ferienwohnungen und die Studenten der Universität hätten den Mietmarkt zusätzlich angefeuert. Ein weiterer Preistreiber sei der begrenzte Bauplatz und die zumeist gehoben ausgestatteten Wohnungen.
Ähnlich sieht die Lage in Salzburg aus. Denn die Mozartstadt weist mit 15,70 Euro pro Quadratmeter im Median den zweithöchsten Mietzins Österreichs auf.

Um soweiter man gen Osten kommt, desto günstiger werden die Wohnungsmieten.
Um soweiter man gen Osten kommt, desto günstiger werden die Wohnungsmieten.

Hauptstadteffekt

Je östlicher man im Bundesgebiet sucht, desto tiefer seien tendenziell die angebotenen Quadratmeterpreise. Eine Ausnahme im Osten bildet jedoch die Bundeshauptstadt: Mit mittleren Preisen um 14,10 Euro ist der Hauptstadteffekt trotz Corona in der ersten Jahreshälfte immer noch deutlich spürbar. Das Kultur- und Wirtschaftszentrum Österreichs wächst beständig weiter, entsprechend klettern auch die Mietpreise und liegen im oberen Drittel der österreichischen Mietpreisspanne. Dass sich der Wohnmarkt durch den Einfluss von Corona nun anders entwickle, zeige sich vorerst nicht. Im Österreich-Vergleich liege Wien auf dem siebten Platz der teuersten Bezirke. Trotz 60 Prozent gefördertem Wohnungsbau und Richtwertmietzins, der die Mieten eigentlich dämmen soll.

Die Mietzinse der Bundeshauptstadt strahlen auch auf die umliegenden Bezirke aus: Das etwa 20 Kilometer entfernte Mödling (12,10 Euro) im Süden oder Korneuburg (11,90 Euro) im Norden gehören ebenso zu den hochpreisigen Bezirken in Niederösterreich.

FP-Landesobmann fordert günstige Starterwohnungen für junge Menschen und Familien. <span class="copyright">Shutterstock</span>
FP-Landesobmann fordert günstige Starterwohnungen für junge Menschen und Familien. Shutterstock

5-Punkte-Plan

Zu der Thematik nahm am Mittwochnachmittag FPÖ-Landesobmann Christof Bitschi in einer Aussendung Stellung. In dieser fordert er eine „Offensive für leistbares Wohnen in Vorarlberg.“ „Aufgrund der hohen Wohnkosten wird es viele Vorarlbergerinnen und Vorarlberger immer schwieriger, mit ihrem Einkommen über die Runden zu kommen. Die aktuelle Krise verschärft dieses Problem noch zusätzlich, weil viele finanzielle Einbußen verkraften müssen“, bezieht sich Bitschi auf die gestern veröffentlichten Zahlen.

Er präsentierte in der Aussendung einen 5-Punkte-Plan, um Wohnen in Vorarlberg wieder leistbarer zu machen. Dieser beinhaltete neben einer Erhöhung der Wohnbeihilfe auch leistbare Startwohnungen für junge Menschen oder die Einführung einer Gebührenbremse.

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