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Tierquälerei: Vögel klebten an Ästen fest

16.07.2020 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Staatsanwaltschaft war mit dem Urteil einverstanden.<span class="copyright"> Hartinger</span>
Die Staatsanwaltschaft war mit dem Urteil einverstanden. Hartinger

Vorbestrafter 56-Jähriger zu Geldstrafe verurteilt.

Eine derart qualvolle Methode, Wildvögel einzufangen, habe er zuvor noch nie erlebt, sagte der mit dem Verfahren befasste Tierschützer vor der Polizei. Der Angeklagte schmierte Leim auf Äste von Bäumen. Mehrere Vögel klebten daran fest und wurden von dem Feldkircher mit zu sich nach Hause genommen.

Unnötige Qualen

Der erfahrene Tierretter ging davon aus, dass wegen des ungeeigneten Leims einige Vögel verendeten und andere nicht mehr fliegen konnten. Weil es dafür jedoch keine Beweise gab, wurde der 56-jährige Angeklagte am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch nur für jene Vögel bestraft, die er mit dem Leim eingefangen und dann in seiner Wohnung in zu kleinen Käfigen gehalten hatte. Damit hat er nach den gerichtlichen Feststellungen den Tieren unnötige Qualen zugefügt.

Bereits rechtskräftig

Wegen Tierquälerei wurde der mit einer serbischen Vorstrafe belastete Österreicher zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Das Urteil, mit dem der von Bernhard Graf verteidigte Angeklagte und Staatsanwalt Philipp Höfle einverstanden waren, ist bereits rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre zwei Jahre Gefängnis gewesen.

Begeisterter Vogelzüchter

Er habe die Wildvögel nicht quälen wollen, sagte der reumütig geständige Angeklagte vor Gericht. Ihm tue leid, was er getan habe. Er habe die Tiere eingefangen, weil er ein begeisterter Vogelzüchter sei und Vogelgezwitscher liebe. Einige der eingefangenen Vögel hätten in seiner Wohnung Nachwuchs bekommen. Manche der jungen Vögel habe er jede halbe Stunde füttern müssen. Inzwischen habe er keine Vögel mehr in seiner Wohnung. Die Vogelzucht habe er aufgegeben, gab der 56-Jährige zu Protokoll.

Etwa 25 Vögel gefangen

Die Polizei stellte in der Wohnung des Selbstständigen 34 Wildvögel sicher. Der Beschuldigte gab an, davon habe er etwa 25 Vögel eingefangen und den Rest gezüchtet. Weder das Einfangen noch das Halten der Wildvögel sei art- und tiergerecht erfolgt, sagte Richterin Claudia Hagen in ihrer Urteilsbegründung. Die Strafrichter­in stützte sich dabei auf die Zeugenaussagen des ehrenamtlichen Tierretters und des zuständigen Amtstierarztes.

Lockrufe vom Band abgespielt

Den beschlagnahmten Leim und den Bluetooth-Lautsprecher erhält der verurteilte Tierquäler nicht mehr zurück. Mit dem Lautsprecher spielte der gebürtige Serbe im Wald aufgenommene Lockrufe ab und lockte so Wildvögel in seine Leimfalle. Im Jänner wurde er dabei auf frischer Tat ertappt.

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