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Bregenz: Opposition bläst zum Angriff

22.07.2020 • 20:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Steurer</span>Moosbrugger, Ritsch und Kuner (v.l.) kritisieren den Bürgermeister.
SteurerMoosbrugger, Ritsch und Kuner (v.l.) kritisieren den Bürgermeister.

Opposition macht mit Allianz gegen den Bürgermeister mobil.

Das Rennen um das Bürgermeisteramt in Bregenz ist wieder eröffnet. Am Mittwoch präsentierten Michael Ritsch (Liste Michael Ritsch: Team Bregenz), Philipp Kuner (FPÖ) und Alexander Moosbrugger (Neos plus) ihre Themen für den Wahlkampf.

Wer bereits den Wahlkampf für die im März verschobene Wahl in der Landeshauptstadt verfolgt hat, wird von der Themensetzung der Herausforderer von Amtsinhaber Markus Linhart nur wenig überrascht gewesen sein. Über die vergangenen Monate kamen inhaltlich keine relevanten Aspekte mehr dazu. Mehrheitlich dreht es sich um den Bahnhof, Seequartier und die Seestadt sowie eine mögliche Unterflurtrasse für den Bahnverkehr in Richtung Deutschland.

Allianz dreier Parteien

Neu hingegen ist die Einigkeit, die nun in der Opposition herrscht. So kündigten die drei Parteichefs an, einen gemeinsamen Stadtentwicklungsplan zu unterstützen. „Die Stadtentwicklung wird in Bregenz äußerst nachlässig behandelt. Maximal wird von Wahl zu Wahl gedacht, eine größere Planungsperspektive gibt es nicht. Daher setzen wir uns für einen Stadtentwicklungsplan ein, der perspektivisch bis ins Jahr 2050 reicht. Die kommenden 30 Jahre sollen dabei in Dreijahresetappen für Zwischenziele unterteilt werden“, heißt es im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz.

“Bregenz befindet sich seit Jahrzehnten im permanenten Zustand des ­Stillstands.“

Alexander Mossbrugger, Neos plus


Wir haben uns darauf geeinigt, direkt nach der Wahl einen solchen Stadtentwicklungsplan zu beschließen. Darin sollen bereits konkrete Handlungsschritte beinhaltet sein – etwa Aufträge an Architekten und Städteplaner. Ziel des Antrages ist es, dass bis 2021 ein Konzept für die Stadtentwicklung erstellt und beschlossen wird“, erklären Ritsch, Moosbrugger und Kuner unisono.

Die Opposition macht gemeinsame Sache. <span class="copyright">Neos</span>
Die Opposition macht gemeinsame Sache. Neos

Kritik an bisheriger Politik

Neben der Idee von Bregenz Mitte und der damit verbundenen Unterflurlösung für den Stadtverkehr, unterstützen die Parteien auch die Initiative „mehramsee“, die sich für eine Verlegung der Bahn unter die Erde und einen mehrgleisigen Ausbau stark macht.

„Ein besonderer Sündenfall war der Verkauf des Areals im Herzen unserer Stadt.“

Michael Ritsch, Liste Michael Ritsch

Sowohl das Team Ritsch, die FPÖ als auch Neos plus sind mit der Verkehrspolitik der vergangenen Jahre unzufrieden und fordern ein visionäres Umdenken. Dabei hält sich die Opposition mit Kritik an der aktuellen Stadtregierung nicht zurück. Ritsch spricht von jahrelangem Stillstand unter der Führung von Bürgermeister Linhart und bezeichnet die Grünen als Steigbügelhalter dieser Politik. „Hier geht es nur noch um Machterhalt derjenigen, die es sich im Rathaus schön eingerichtet haben. Der Wille zur Gestaltung fehlt vollkommen“, sagt der Sozialdemokrat.

„Eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung ist mit der derzeitigen Regierung nicht möglich.“

Philipp Kuner, FPÖ

Der freiheitliche Kuner will der „chaotischen Verkehrspolitik“ ein Ende setzen und Neos-Vertreter Moosbrugger sagt dem „Fleckerlteppich an Maßnahmen“ den Kampf an. „Angefangen von nicht durchdachten Verkehrslösungen über nicht durchgeführte Großprojekte bis zu fehlenden und falschen Inves­titionen in die Kinderbetreuung wurde in den letzten Jahrzehnten versucht, die fehlende und nicht durchdachte Politik zu kaschieren“, erklärt der pinke Kandidat.
Gleichzeitig will das Trio Bregenz bis 2050 noch mehr als Familien-, Kongress- und Kulturstadt etablieren.

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