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Wolford: Verluste verdreifacht

23.07.2020 • 19:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf das Ergebnis von Wolford ausgewirkt. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Corona-Pandemie hat sich negativ auf das Ergebnis von Wolford ausgewirkt. Stiplovsek

Corona ist keine Entschuldigung, sagt COO Andrew Thorndike.

Beim Vorarlberger Wäschehersteller hat die Corona-Pandemie tiefe Spuren in der Bilanz hinterlassen. Die Umsätze sind eingebrochen. Der Betriebsverlust fiel im Geschäftsjahr 2019/20 (per Ende April 2020) mehr als drei Mal so hoch aus wie im Jahr davor.
Dem Management sei bewusst, dass sich der Strukturwandel in der Modebranche im Zuge der Corona-Krise nochmals drastisch verschärft und dies „nicht ohne substanzielle Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell bleiben kann“, schrieb Wolford in einer Aussendung am Donnerstag.

27,42 Millionen Euro Verlust

Die jüngste Bilanz fiel wieder tiefrot aus: Der operative Verlust (EBIT) nahm von neun Millionen Euro im Vorjahr auf 28,7 Millionen Euro zu. Der Verlust nach Steuern belief sich auf 27,42 Millionen Euro (Vorjahr: minus 11,10 Millionen Euro).Wegen des Corona-Lockdowns und der massiven Einschränkungen des Reiseverkehrs kamen die Einkäufe von Luxuswaren im März und April weltweit komplett zum Erliegen. Bei Wolford brachen die Umsätze im März und April 2020 um rund 60 Prozent ein. Für das Unternehmen wurde ein Krisenplan entwickelt, inklusive Kurzarbeit. Ein Teil der Produktionsanlagen wurde für die neu begonnene Fertigung von Schutzmasken umgestellt.

Online-Umsätze gestiegen

Im gesamten Geschäftsjahr 2019/20 lag der Umsatz bei 118,5 Millionen Euro und damit um 13,6 Prozent unter dem des Vorjahres. Per Ende April 2020 seien die Online-Umsätze im Vorjahresvergleich aber um über 41 Prozent gestiegen. Ende Juni lagen sie laut Wolford um mehr als die Hälfte höher und stellten damit 30 Prozent des Gesamtumsatzes.

Unterschiedliche Termine

Im Mai 2020 lagen die Geschäftsrückgänge noch immer bei etwa 50 Prozent, weil die Boutiquen von Land zu Land zu unterschiedlichen Terminen wiedereröffnet wurden. So konnten die Boutiquen in Österreich, Deutschland und Skandinavien bereits ab Mitte April in den Folgewochen sukzessive wieder aufmachen, während die Läden in Frankreich, Italien, Spanien und Nordamerika erst ab Ende Mai und teils erst ab Ende Juni wiedereröffneten.

Die Geschäfte durften erst zu unterschiedlichen Zeiten wieder aufsperren. <span class="copyright">APA</span>
Die Geschäfte durften erst zu unterschiedlichen Zeiten wieder aufsperren. APA

Aufs Geschäft drücken dürfte die Corona-Krise wohl noch bis Mitte 2021. Auf operativer Ebene plant Wolford für kommendes Jahr die Rückkehr in die Gewinnzone, wie es zum heute vorgelegten Jahresbericht im Ausblick heißt. Der Verkauf der Stammsitz-Liegenschaft in Bregenz an Blum – im „sale-and-lease-back“ – als Einmalertrag im Geschäftsjahr 20/21 brachte einen Buchgewinn von rund 49 Millionen Euro.

Keine Entschuldigung

Die Corona-Pandemie habe zwar einschneidende Auswirkungen gehabt, dürfe jedoch keine Entschuldigung für das Ergebnis sein, betonte Wolford-COO (Chief Operating Officer) Andrew Thorndike. Das im vergangenen Herbst gestartete Programm zur Optimierung und Effizienzsteigerung im Unternehmen sei einem „Corona-Stresstest“ unterzogen und hinsichtlich Wirksamkeit und Zeitplanung hinterfragt und adjustiert worden. Die Maßnahmen würden konsequent weiter umgesetzt.

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