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Übergangslösung nach Schul-Eklat

24.07.2020 • 09:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der frühere Direktor der Volksschule soll gemobbt worden sein. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der frühere Direktor der Volksschule soll gemobbt worden sein. Hartinger

Feldkirch: Volksschule Sebastianplatz unter neuer Führung.


Zu einer mehr oder weniger überraschenden Entscheidung ist es im Bestellungsverfahren für die Leitung der Volksschule Sebastianplatz in Feldkirch-Gisingen gekommen. Wie die NEUE in Erfahrung bringen konnte, wurden die drei Bewerber aus der Schule – zwei Frauen und ein Mann – nicht berücksichtigt. Stattdessen übernimmt nun ein Direktor einer anderen Schule vorübergehend die Führung der in die Schlagzeilen geratenen Bildungseinrichtung.
Die Neubesetzung der Schulleitung wurde nötig, nachdem der frühere Direktor der Volksschule Sebastianplatz Anfang des letzten Semesters zunächst in den Krankenstand gegangen war und sich dann gänzlich aus dem Schuldienst zurückzog. Hintergrund waren mutmaßliche Mobbingattacken gegen seine Person. Drei weitere Pädagoginnen haben die Schule aufgrund der Geschehnisse mittlerweile verlassen, wie die NEUE aus informierten Kreisen erfuhr.

Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani. Stiplovsek

Begründung

Für die Leitungsfunktion beworben hatten sich jene drei Lehrpersonen, die dem früheren Direktor das Leben schwer gemacht haben sollen. Dass nun keiner von ihnen mit dem Führungsposten betraut worden ist, begründet die Bildungsdirektorin und Vorsitzende der Begutachtungskommission Evelyn Marte-Stefani mit der „aktuellen Gesamtsituation“, sprich den „nicht vorhersehbaren personellen Veränderungen und den Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Schule sowie zwischen Schule und Schulgemeinschaft“. Die Kommission erachte es für zweckmäßig, vorerst eine Fachkraft aus einer anderen Schule mit der Leitung zu betrauen, hält Marte-Stefani auf Nachfrage fest.
Ab dem kommenden Schuljahr wird Peter Stieger, Direktor der Volkschule Tisis, nun auch die Leitung der Volksschule Sebastianplatz übernehmen. Er habe sich dankenswerterweise zur Verfügung gestellt, teilt Marte-Stefani mit und versichert: „Selbstverständlich wird ihm die Bildungsdirektion in der Anfangsphase unterstützend zur Seite stehen.“

Peter Stieger: Ortsvorsteher, Klubobmann der ÖVP Feldkirch und Leiter von nunmehr zwei  Volksschulen. <span class="copyright">Lerch</span>
Peter Stieger: Ortsvorsteher, Klubobmann der ÖVP Feldkirch und Leiter von nunmehr zwei Volksschulen. Lerch

Klarheit schaffen

Stieger, der auch Ortsvorsteher in Gisingen und Klubobmann der ÖVP Feldkirch ist, sieht der neuen Aufgabe mit Zuversicht entgegen. Am wichtigsten seien ihm die Schüler, sagt er. „Denn die Volkschulzeit ist eine ganz entscheidende Zeit in unserem Bildungswesen.“ Darüber hinaus wolle er Eltern und Lehrer stärker einbinden, für Klarheit und Transparenz sorgen sowie mithilfe eines externen Experten einen Teambildungsprozess starten. Stieger hatte sich bereits im vergangenen Semester organisatorisch eingebracht. Mit den betreffenden Personen habe er bislang eine „gute Gesprächsbasis“ gehabt, versichert er.

Entscheidung wird begrüßt

Bildungsdirektorin Marte-Stefani ist ebenfalls „sehr zuversichtlich, dass nun wieder mehr Ruhe einkehren wird und die Schule gut in das neue Schuljahr starten kann“. Begrüßt wird die Personalentscheidung auch von der Stadt Feldkirch und der Personalvertretung. Willi Witzemann, der als Vorsitzender im Zentralausschuss der Pflichtschullehrer ebenfalls in der Begutachtungskommission sitzt, hofft auf ein gutes Miteinander im neuen Schuljahr. Er hatte im Mai öffentlich Kritik am Schulqualitätsmanagement geübt. Man sei eindeutig zu spät eingeschritten, meinte Witzemann damals. Feldkirchs Schulstadträtin Gudrun Petz-Bechter spricht von einer „guten Lösung“ und hofft, dass sich „die Situation an der Schule beruhigt und womöglich auch aufgearbeitet werden kann“.

Willi Witzemann, oberster Personalvertreter der Pflichtschullehrer, begrüßt die Entscheidung. <span class="copyright">Neue Archiv</span>
Willi Witzemann, oberster Personalvertreter der Pflichtschullehrer, begrüßt die Entscheidung. Neue Archiv

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