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Vorarlberger in Syrien getötet

24.07.2020 • 11:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Raqqa galt als die größte Stadt unter der Kontrolle des Islamischen Staats und wurde als deren inoffizielle Hauptstadt bezeichnet. <span class="copyright">reuters</span>
Raqqa galt als die größte Stadt unter der Kontrolle des Islamischen Staats und wurde als deren inoffizielle Hauptstadt bezeichnet. reuters

Ehemaliger Fremdenlegionär Stefan P. starb beim Entschärfen einer Sprengfalle.

“Angst habe ich in meinem Leben nie wirklich gehabt. Auch in Jugoslawien hatte ich nicht das Gefühl von Angst. Ich würde eher von Respekt gegenüber den Gegnern und ihren Waffen sprechen. Wenn ich tot bin, bin ich tot, das tut mir nicht weh. Würde ich zum Krüppel geschossen, hätte ich sicherlich ein großes Problem damit.“ Dies antwortete Stefan P. im Rahmen eines NEUE-Interviews auf die Frage, wie er mit seiner Angst umgehe. Das war im Jahr 2000, neun Jahre zuvor war er der Fremdenlegion beigetreten. Letztere berichtete am Dienstag in sozialen Medien vom Tod des ehemaligen Kameraden. Demnach ist P., der zuletzt für eine Nichtregierungsorganisation (NGO) tätig war, bei der Entschärfung einer sogenannten „Unkonventionellen Spreng- oder Brandvorrichtung“ tödlich verletzt worden. Derartige Sprengsätze werden als Gegenstand des alltäglichen Gebrauchs am Tatort abgelegt, beispielsweise in einem Postpaket, einer Einkaufstasche oder in einem Koffer. Die genauen Umstände des Vorfalls sind derzeit noch unklar. Das Unglück ereignete sich am Montag im Westen der syrischen Provinz Ar-Raqqa.

Zahlreiche Beileids- und Respektsbekundungen

Unter der Facebook-Nachricht der Fremdenlegion finden sich mehr als 150 Beileids- und Respektbekundungen. P, der im Dienst der lokalen Bevölkerung gestorben sei, „war ein wirklich guter Kerl“, heißt es an einer Stelle. Jemand anderer gibt zu bedenken, dass nicht viel über Leute, die diesen Job machen, gesprochen werde. „Aber sie sind immer da, um ein Land oder eine Bevölkerung zu verteidigen. Respekt vor ihnen! Ruhe in Frieden!“
P. war 23 Jahre in der Fremdenlegion und seit 2000 französischer Staatsbürger. Die Fremdenlegion ist eine Spezialeinheit des französischen Heers, in der rund 9500 Freiwillige aus über 150 Nationen als Zeitsoldaten dienen. Seinen ersten wirklichen Einsatz hatte P. in Sarajevo, er war aber auch in Französisch-Guayana, im Kosovo und in Afghanistan im Einsatz. In direkte Kampfhandlungen sei er so gut wie nie verwickelt gewesen, erzählte P. im damaligen NEUE-Interview.Jörg Stadle

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