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Feldkirch: “Unterm Kapf” wird’s urban

25.07.2020 • 21:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So soll der "Kapfturm" einmal aussehen. <span class="copyright">Hartinger</span>
So soll der "Kapfturm" einmal aussehen. Hartinger

Hotel, Wohnungen, Gastronomie: Ambitioniertes Bauprojekt geplant.


In Feldkirch tut sich baulich einiges. Während am Bahnhof gerade ein neues Wohn- und Geschäftsviertel samt großem Hotel aus dem Boden gestampft wird und gegenüber dem noch nicht vor allzu langer Zeit fertiggestellten „Quartier am Jahnplatz“ bald weitere Neubauten emporwachsen sollen, wird in naher Zukunft auch im zentrumsnahen Bereich des Stadtteils Gisingen ein ambitioniertes Bauprojekt in Angriff genommen. Im sogenannten Kapfturm sollen ein Hotel mit 38 Betten, 16 kleinen Mietwohnungen sowie ein Restaurant und eine Skybar Platz finden.

Exponierte Lage

Hinter dem 8,5 Millionen Euro schweren Projekt steht der junge Immobilienentwickler Alfred Geisinger. Es sei sein erstes großes Neubauprojekt, erzählt der 31-jährige Spross einer erfolgreichen Harley-Davidson-Händler-Familie aus Feldkirch. Der Platz, an dem Geisinger den 27 Meter hohen „Kapfturm“ verwirklichen möchte, ist exponiert. Auf dem Baugrundstück am Fuß des Ardetzenbergs neben dem Portal des gleichnamigen, stark frequentierten Tunnels stand früher einmal ein traditionsreiches Gasthaus. Im Jahr 2004 machte die Wirtschaft dicht, drei Jahre später wurde das Haus abgerissen. Seitdem liegt das Grundstück praktisch brach, lediglich einige Parkplätze befinden sich auf dem Areal. Geisinger möchte die Fläche nun wieder zu einem „fixen und attraktiven Bestandteil des Stadtlebens“ machen.

Das alte Gasthaus „Unterm Kapf“ wurde 2007 abgerissen. Seitdem liegt das Grundstück am Fuße des Ardetzenbergs brach, lediglich eine Parkplätze befinden sich auf dem Areal. Nun solll es wieder bebaut werden.<span class="copyright">Hartinger</span>
Das alte Gasthaus „Unterm Kapf“ wurde 2007 abgerissen. Seitdem liegt das Grundstück am Fuße des Ardetzenbergs brach, lediglich eine Parkplätze befinden sich auf dem Areal. Nun solll es wieder bebaut werden.Hartinger

Architelkturwettbewerb

Anschließend erwarb die Feldkircher Bautraägerfirma trimana GmBH die Liegenschaft, gleiste das Projekt neu auf und lud im vergangenen Jahr drei Vorarlberger Architekturbüros zu einem Wettbewerb. Die Architekten Dietrich | Untertrifaller überzeugten die Auslober mit einem „schlanken fünfeckigen Gebäude mit neun Etagen“, das sich „an die Felswand anschmiegt und genügend Raum für Wohnungen, Hotel und Gastronomie ermöglicht“. Auch die Berücksichtigung des Außenbereichs fand Anklang bei der Jury. Es gebe Raum für vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, erklärt Geisinger, der sich hier unter anderem Kulturveranstaltungen vorstellen kann. Nach Ansicht des Investors soll der Kapfturm „ein Blickfang sein, der nicht als Kontrapunkt, sondern als stimmige Ergänzung zur unmittelbaren Umgebung wahrgenommen wird.“

Immobilienentwickler Alfred Geisnger. <span class="copyright">Privat</span>
Immobilienentwickler Alfred Geisnger. Privat

Genehmigungsverfahren

Geisinger ist zuversichtlich, dass die Behörden das Bauvorhaben genehmigen werden. „Der sparsame Umgang mit Baugrund, die Schaffung von nötigem Wohnraum und wichtigem Freiraum waren klare Vorgaben für das Projekt und entsprechen somit auch dem Raumbild Vorarlberg.“ Bereits gutgeheißen wurden die Pläne vom Gestaltungsbeirat der Stadt Feldkirch. Nun wird sich die Abteilung Raumplanung und Baurecht im Amt der Landesregierung mit dem Vorhaben auseinandersetzen. Der Baustart wird – abhängig von den Behördenverfahren – für Sommer 2021 anvisiert. Bei der Konzipierung des Projekts wagte Geisinger auch einen Blick über den Tellerrand. So sollen im künftigen Kapfturm Wohnkonzepte umgesetzt werden, die man bislang nur aus Großstädten kennt. Dazu zählen beispielsweise „shared space“-Räumlichkeiten wie ein vollwertiges Fitnessstudio, das sowohl von Hotelgästen als auch Wohnungsmietern benutzt werden kann. Die beiden geplanten Gastronomiebetriebe, ein Café-Restaurant im Erdgeschoss und eine Skybar mit Dachterrasse, bezeichnet Geisinger „als stimmige Ergänzung für ein Objekt, das für urbanes Leben steht“. Sorgen, dass der Standort zu weit abgelegen sein könnte, macht sich der junge Investor nicht. „Die Gastronomie und Architektur werden so besonders sein, dass sich das herumspricht“.