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Badegäste vor verschlossenen Türen

29.07.2020 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Beim Eingangsbereich bildete sich eine Schlange. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Beim Eingangsbereich bildete sich eine Schlange. Stiplovsek

Strandbad Bregenz verhängt Zugangsstop um Badegäste nicht zu gefährden.

Der Sommer ist endlich richtig in Vorarlberg angekommen. Temperaturen jenseits der 30 Grad laden zum Bäderbesuch ein.
Kein Wunder, dass der Ansturm auf die Bäder derzeit groß ist. Für das Strandbad Bregenz wird dies derzeit zum Problem. Aufgrund der Corona-Bestimmungen entschieden sich die Betreiber, nur ein gewisses Kontingent an Besuchern ins Bad zu lassen. Ein Einlasstopp gegen 14 Uhr war in den letzten Tagen die logische Konsequenz. Lediglich Besucher mit Dauerkarten durften das Strandbad noch betreten, für alle anderen hieß es draußen bleiben.

Die Badegäste mussten warten. Zeitweise gab es keinen Einlass. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Die Badegäste mussten warten. Zeitweise gab es keinen Einlass. Stiplovsek

„Die Situation ist nicht einfach. Ursprünglich hieß es im ersten Maßnahmenpapier des Gesundheitsministeriums, es müssen zehn Quadratmeter Liegefläche pro Gast gewährleis­tet werden. In der Überarbeitung heißt es dann nur noch, es muss der Abstand gewährleistet sein. Da ist viel Interpretationsspielraum“, erklärt Alexander Fritz, zuständig für die Verwaltung der Bäder bei der Stadt Bregenz.

Hotspots als Problem

Dabei hätte das Strandbad durchaus die Liegeflächen, um mehr Gäste einzulassen. Die Problematik sind die sogenannten Hotspots. Dort lassen sich die Abstände nicht einhalten, wenn zuviele Menschen im Bad sind. „Zum Beispiel im Bereich der Becken, der Gastronomie oder bei den Rutschen tummeln sich natürlich die Menschen. Auf den Liegewiesen wäre noch genügend Platz, aber bei den Hotspots haben wir das Problem“, begründet Fritz die Maßnahme.
Urteil nach Gefühl. Da in Bregenz beim Verlassen des Bades keine Karte gesteckt werden muss, kann der Badbetreiber auch nicht konkret eruieren, wieviele Menschen gleichzeitig im Bad sind. Aus diesem Grund ist ein Einlasstopp die einzige Möglichkeit. Die Beurteilung, wann der Zenit an Gästen erreicht ist, erfolgt durch Augenmaß und Gefühl. In Absprache mit dem Bademeister entscheidet Fritz dann den Zeitpunkt des Einlassstopps.

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Schwierige Situation für Kassa-Personal

Das Resultat: Lange Schlange im Eingangsbereich und zahlreiche erboste Menschen, die sich bemüßigt sehen, ihre Meinung dem Kassapersonal kundzutun. „Es ist schon enorm, was unsere Kassiererinnen sich anhören müssen. Dabei verstehen die Menschen nicht, dass wir das für sie tun. Zum Schutz und nicht, weil wir das wollen. Die Leute, die diese Maßnahme verstehen und es positiv sehen, äußern sich bekanntlich nicht. Daher bekommen wir dieser Tage sehr viel Negatives zu hören.“ Für das Personal eine zusätzliche Belastung.usätzliche Belastung.

Information via Social Media

Dabei versuchen die Stadtwerke auf der Homepage und über Facebook zu informieren. Ein Tropfen auf dem heißen Stein. „Ich verstehe die Leute, sie wollen an heißen Tagen baden gehen. Aber man muss auch uns verstehen, dass dies zum Schutze der Bevölkerung gemacht wird“, hofft der Verantwortliche um Verständnis und führt weiter aus: „Wir hätten auch gerne mehr Leute im Bad, denn das Limitieren ist auch mit einem finanziellen Verlust verbunden.“
An gut frequentierten Sommertagen besuchen in etwa 7000 bis 8000 Menschen das Bregenzer Strandbad. Derzeit sind es aufgrund des Einlassstopps lediglich 3000. „Wie groß der Verlust dadurch ist, wird sich erst am Ende zeigen. Aber natürlich werden wir das merken“, erklärt Fritz.

Betreiber nicht haftbar

Im Bad selbst wird der Abstand dann nicht kontrolliert. Hier setzen die Verantwortlichen auf die Eigenverantwortung. Zumal es die Personalsituation gar nicht zulässt. „Wir sind in erster Linie für den Schutz der Gäste da und stellen sicher, dass es nicht zu Badeunfällen kommt. Das ist unsere Priorität. Die Abstände zu kontrollieren ist für uns nicht machbar und fällt auch nicht in unseren Aufgabenbereich.“
Sollte es im Bad zu Verstößen die Abstandsregel betreffend kommen, wären die Stadtwerke als Betreiber nicht haftbar. Mit der Zugangsbeschränkung wurde das Nötige getan.

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Situation in anderen Bädern

Anders verhält es sich im benachbarten Hard. Dort wurde bisher kein Zugangsstopp notwendig. „Wir haben die maximale Kapazität nicht erreicht, daher war das nicht notwendig. Es gibt noch genug Freiflächen“, heißt es vonseiten der Harder Sport- und Freizeitanlagen BetriebsgesmbH. Gleiches gilt für das Waldbad Enz, das Erholungszentrum Rheinauen oder das Waldbad Feldkirch. Sie haben ohne Einschränkung geöffnet.