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Lebensgefahr: Patient legte im Spital Feuer

29.07.2020 • 18:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am 31. Dezember kam es zu dem Feuer im Landeskrankenhaus Rankweil. <span class="copyright">Vol.at</span>
Am 31. Dezember kam es zu dem Feuer im Landeskrankenhaus Rankweil. Vol.at

Vorbestrafter muss in Anstalt für psychisch kranke Täter.

In Lebensgefahr hätten sich wegen des ausgebrochenen Feuers am 31. Dezember 2019 auf einer geschlossenen psychiatrischen Station des Landeskrankenhauses Rankweil zehn Patienten und fünf Spitalsmitarbeiter befunden, sagte Richter Andreas Böhler in seiner Urteilsbegründung. Den Brand hatte einer der Patienten gelegt. Der 37-jährige Betroffene warf nach eigenen Angaben gegen 3 Uhr in einem Badezimmer einen brennenden Zigarettenstummel in einen Wäschewagen.

Vorsätzliche Gemeingefährdung

Trotz der dichten Rauchwolken wurde niemand verletzt. Alle Patienten konnten gerade noch rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Weil das Feuer von selbst erloschen wäre, wurde rechtlich keine Brandstiftung mit einer Feuersbrunst angenommen. Stattdessen ging der Schöffensenat am Mittwoch beim Strafprozess am Landesgericht Feldkirch nur von einer vorsätzlichen Gemeingefährdung aus.

Die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte nahmen Bedenkzeit in Anspruch. <span class="copyright">Symbolbild/NEUE</span>
Die Staatsanwaltschaft und der Angeklagte nahmen Bedenkzeit in Anspruch. Symbolbild/NEUE

Da der Täter wegen seiner paranoiden Schizophrenie nicht zurechnungsfähig war, aber als gefährlich eingestuft wurde, wurde der neunfach vorbestrafte Bulgare auf unbestimmte Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Denn sowohl der Betroffene als auch Staatsanwältin Melanie Wörle nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch.

Schwerer Raub

Nicht zurechnungsfähig war der in Dornbirn lebende Arbeitslose nach Einschätzung der Richter auch beim schweren Raub, den er ihrer Überzeugung nach am 8. Dezember 2019 gegen 4.40 Uhr neben der Dornbirner Stadtstraße begangen hat.

Nasenbeinbruch und Kieferbruch

Dabei hat der psychisch Kranke nach den gerichtlichen Feststellungen einen Passanten zu Boden gestoßen. Demnach hat er danach dem 29-jährigen Kellner Tritte ins Gesicht versetzt und ihn dabei schwer verletzt. Das Opfer erlitt einen verschobenen Nasenbeinbruch und einen Kieferbruch. Bei dem Überfall auf der Straße wurde ihm die Geldtasche geraubt, in der sich 300 Euro befanden.

Der 37-jährige Betroffene bestritt die Anklagevorwürfe. Verteidiger Josef Lercher sagte, sein Mandant habe das Feuer nur fahrlässig verursacht und den Raubüberfall gar nicht begangen.

Keine Morddrohungen gegen Frau

Nicht als Anlasstaten für eine Einweisung wertete das Gericht die beiden anderen Anklagevorwürfe. Weil die Richter im Zweifel davon ausgingen, dass der Bulgare am 14. Dezember 2019 doch nicht versucht hat, seinem Vater in Dornbirn Geld zu rauben. Und weil für den Schöffensenat Drohungen gegen die Gattin keine Morddrohungen waren.