Allgemein

Zelle beschädigt: Schadenersatz

10.08.2020 • 18:51 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
38-Jähriger wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt.<span class="copyright"> hartinger</span>
38-Jähriger wurde am Landesgericht Feldkirch verurteilt. hartinger

Gegen Polizist getreten und Haftraum mit Blut verschmiert.

Wütend und mit 1,1 Promille alkoholisiert, zerschlug der 38-Jährige mit seinen Händen die Haustürscheibe seiner getrennt von ihm lebenden Gattin. Von einem Augenzeugen alarmierte Polizisten nahmen danach den türkischstämmigen Österreicher fest, weil er sich trotz des gegen ihn verhängten Betretungsverbots wieder Zugang zum Haus seiner Frau verschaffen wollte. Gegen seine Festnahme versuchte er sich mit Fußtritten zu wehren. Zuletzt verschmierte der an seinen Händen verletzte Mann aus dem Bezirk Bregenz mit seinem Blut die Arrestzelle der Polizei.

Das Urteil

Dafür wurde der Angeklagte am Landesgericht Feldkirch wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Sachbeschädigung schuldig gesprochen. Der mit zwei Vorstrafen belastete Arbeitslose wurde zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Hinzu kommen 1080 Euro aus einer offenen Vorstrafe wegen Sachbeschädigung. Damit beträgt die Gesamtstrafe 2280 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre drei Jahre Haft gewesen. Als Schadenersatz muss der Angeklagte der Landespolizeidirektion 443 Euro für das Reinigen und Ausmalen der blutverschmierten Arrestzelle bezahlen.

Von Polizei vorgeführt

Zur ersten Verhandlung war der Angeklagte nicht erschienen. Daraufhin veranlasste die Strafrichterin zum neuen Prozesstermin seine Vorführung durch die Polizei. Die Polizei nahm den 38-Jährigen schon am Vorabend der Gerichtsverhandlung fest. Für die kurzen Haftzeiten aus der Vorführung und der Festnahme nach der Beschädigung der Haustür werden von der Geldstrafe ein paar Euro abgezogen werden. Schon vor der Urteilsverkündung stellte der Angeklagte vor Gericht einen Antrag auf Ratenzahlung für die von ihm erwartete Geldstrafe. „So weit sind wir noch nicht“, merkte die Staatsanwältin dazu an.