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Heißer Sommer auch für Haustiere

11.08.2020 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
So mancher Vierbeiner genießt eine Erfrischung im kühlen Nass. <span class="copyright">APA</span>
So mancher Vierbeiner genießt eine Erfrischung im kühlen Nass. APA

Die Hitze macht auch Vierbeinern zu schaffen. Worauf zu achten ist.

Sommerliche Temperaturen herrschen derzeit im ganzen Land. Und nicht nur Menschen macht die schweißtreibende Witterung zu schaffen. Auch für Haustiere ist die Hitze nicht immer angenehm. Wie man den Sommer für die vierbeinigen Freunde so erträglich wie möglich machen kann, weiß Marco Milohnic vom Vorarlberger Tierschutzheim in Dornbirn. Wichtig ist es seinen Angaben zufolge, seinem Haustier immer genügend Wasser zur Verfügung zu stellen. Dazu sollte darauf geachtet werden, dass die Schale oder das Gefäß im Schatten aufgestellt wird. Allzu kalt sollte das Wasser jedoch nicht sein, erklärt Milohnic. Beim Trinken gehe es weniger um Kühlung, sondern darum, dass die Vierbeiner ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Das kühle Nass kann jedoch durchaus auch zur Erfrischung dienen, indem man etwa im Garten eine Schale oder ein Kinderplanschbecken mit Wasser aufstellt. Für Hunde werden auch Produkte wie etwa spezielle Kühldecken angeboten, um die Hitze erträglicher machen. Allerdings komme es dabei sowohl auf die persönlichen Vorlieben des eigenen Vierbeiners und auch auf die Rasse an. Zu irgendetwas zwingen, sollte man seine tierischen Begleiter jedoch nicht. „Sie wissen selbst, was für sie am besten ist“, sagt Milohnic.

Kleintiere wie Zwergkaninchen brauchen im Freilauf auch einen Platz mit Schatten. <span class="copyright">DPA</span>
Kleintiere wie Zwergkaninchen brauchen im Freilauf auch einen Platz mit Schatten. DPA

Bei Kleintieren sollte man nach Angaben des Experten ebenfalls darauf achten, dass diese nicht in der prallen Sonne, sondern im Schatten untergebracht sind. Haben die Vierbeiner einen Auslauf im Freien, sollten sie auch dort einen Platz im Schatten haben. „Man kann auch eine Steinplatte in den Schatten legen. Diese ist kühl und Zwergkaninchen legen sich zum Beispiel gerne darauf“, weiß Milohnic.

Morgens oder abends

Beim Gassi-Gehen mit Hunden empfiehlt der Fachmann, möglichst nicht in der größten Hitze unterwegs zu sein. Vielmehr sollte man eher am Morgen oder abends, wenn es kühler ist, mit seinem vierbeinigen Freund spazieren gehen. Denn den Tieren kann nicht nur die Hitze zu schaffen machen, sondern auch die Pfoten können bei heißen Temperaturen und beim Laufen auf Asphalt gefährdet sein. Schließlich heizt sich der Untergrund schnell auf, wenn im Sommer die Sonne am Himmel steht. „Jeder weiß selbst, wie unangenehm es sein kann, barfuß auf heißem Asphalt zu laufen“, verdeutlicht Milohnic.

„Sieben-Sekunden-Test“

Die Verantwortlichen der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ weisen in diesem Zusammenhang auf den „Sieben-Sekunden-Test“ hin. Hundebesitzer können damit feststellen, ob der Untergrund zu heiß für ihren tierischen Begleiter ist. Durchgeführt wird der Test,  indem man den Handrücken sieben Sekunden lang auf den Untergrund – also etwa den Gehsteig – legt. Hält man dies nicht aus, ist der Boden zu heiß für den Hund. Die Methode wurde nach Angaben von „Vier Pfoten“ an der US-amerikanischen Universität Frostburg im Rahmen einer Studie zu dem Thema entwickelt.

Heißes Auto als Todesfalle

Besitzer sollten sich laut Milohnic auch überlegen, ob sie ihren Hund mitnehmen, wenn sie untertags Besorgungen machen. Hier könne es durchaus besser sein, das Tier daheim zu lassen, meint der Mitarbeiter des Tierschutzheims. Auf keinen Fall dürfe man den Vierbeiner jedoch alleine im Auto zurücklassen. „Das ist eine Todesfalle, denn schon nach kurzer Zeit kann es darin so heiß werden, dass der Hund einen Hitzschlag erleidet“, betont Milohnic.

Im Sommer kann das Auto schnell zur Todesfalle für den Hund werden. <span class="copyright">Symbolbild/apa</span>
Im Sommer kann das Auto schnell zur Todesfalle für den Hund werden. Symbolbild/apa

Seitens der Wiener Tierschutzombudsstelle wird in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass der Pkw bereits ab einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius zu einer tödlichen Falle werden kann. Bei 24 Grad in der Sonne könnten im Inneren eines Fahrzeugs innerhalb von 20 Minuten bereits 48 Grad erreicht werden. Dies führe in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Zustand beim Vierbeiner. Studien würden zeigen, dass rund die Hälfte aller Hitzschlag-Patienten trotz tierärztlicher Betreuung nicht gerettet werden können.

Pausen einlegen

Wer mit dem Hund im Auto verreist, dem empfiehlt Milohnic, auf der Fahrt regelmäßig Pausen einzulegen und dabei gut zu lüften. Dazu gehört nicht nur Proviant für die menschlichen Reiseteilnehmer ins Gepäck, sondern auch für den tierischen Begleiter.

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