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Neos warnen vor verlorener Generation

12.08.2020 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Neos fordern langfristige Anreize zur Schaffung von Lehrstellen. <span class="copyright">Symbolbild/apa</span>
Die Neos fordern langfristige Anreize zur Schaffung von Lehrstellen. Symbolbild/apa

Maßnahmen zur Unterstützung der jungen Generation gefordert.

Auf die negativen sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise auf die junge Generation haben die Neos gestern anlässlich des „Tags der Jugend“ aufmerksam gemacht. Nun brauche es Maßnahmen, um entgegenzusteuern und die Betroffenen zu unterstützen, erklärten Neos-Jugendsprecher Johannes Gasser und Junos-Landesvorsitzende Fabienne Lackner. Denn bereits in der Finanzkrise vor zehn Jahren seien die Jungen die Verlierer gewesen. Nachdem diese sich zu Beginn der Corona-Krise solidarisch mit den Älteren gezeigt hätten, müsse die Politik sich nun solidarisch mit der jungen Generation zeigen, ist Gasser überzeugt.

Neos-Jugendsprecher Johannes Gasser und Junos-Landesvorsitzende Fabienne Lackner. <span class="copyright">Neos</span>
Neos-Jugendsprecher Johannes Gasser und Junos-Landesvorsitzende Fabienne Lackner. Neos

Problematisch ist aus seiner Sicht, dass junge Menschen im Arbeitsmarkt schlechter verankert sind und in Krisen schneller ihre Anstellung verlieren als ihre älteren Kollegen. Zudem funktioniere das oft bemühte Leis­tungsprinzip nicht. Auch mit Fleiß, Ausbildung und Engagement lasse sich nicht immer ein sozialer Aufstieg erreichen. Als Beispiel nannte der Landtagsabgeordnete die hohen Wohnkos­ten und die damit verbundenen Herausforderungen beim Erwerb von Eigentum.

Neue Jobs werden gebraucht

Durch die Krise werde das Problem noch verstärkt. Denn in jüngster Zeit sei vor allem bei den jungen Menschen die Arbeitslosigkeit stark angestiegen. Bei den Hilfen zur Bewältigung der Krise müsse dies auch berücksichtigt werden. Für Gasser ist die Kurzarbeit ein gutes Instrument, um bestehende Arbeitsplätze zu erhalten. Er forderte jedoch auch, dass neue Jobs geschaffen werden müssen. Zu diesem Zweck schlagen die Neos vor, die Sozialversicherungsbeiträge für Unternehmen bei neuen Mitarbeitern zumindest bis Jahresende um 50 Prozent zu senken. Die Kosten dafür soll der Staat übernehmen. Angesichts der hohen Lohnnebenkosten in Österreich werde so ein Anreiz geschaffen, um neue Stellen zu schaffen.

Lehrstellen langfristig fördern

Handlungsbedarf gibt es in Vorarlberg nach Ansicht von Gasser und Lackner auch hinsichtlich des Lehrstellenmarktes. Hier zeige sich, dass es weniger Angebote aber eine höhere Nachfrage gebe. Darum müsse dringend gegengesteuert werden. Das Land und die Sozialpartner seien zwar schon aktiv geworden, allerdings gebe es nur eine Einmalzahlung für neu geschaffene Lehrstellen. „Es braucht aber eine langfristige Unterstützung für die gesamte Lehrzeit“, betonte Gasser.

Mehr Geld für Brennpunktschulen fordern Gasser und Lackner. <span class="copyright">Symbolbild/APA</span>
Mehr Geld für Brennpunktschulen fordern Gasser und Lackner. Symbolbild/APA

Nicht vergessen dürfe man in Zeiten wie diesen auch den Bildungsbereich, ergänzte Fabienne Lackner. Denn aus Sicht der Junos sei Bildungspolitik auch Arbeitsmarktpolitik. Es brauche daher auch Maßnahmen im Bereich der Schulen. Einerseits müssten die Bildungseinrichtungen künftig noch mehr berufsorientiert arbeiten, um den jungen Menschen einen möglichst reibungslosen Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Dazu brauche es auch eine noch bessere Vernetzung von Schulen und Unternehmen. Andererseits habe sich in der Krise auch gezeigt, dass Brennpunktschulen deutlich mehr Unterstützung benötigen. Die dortigen Kinder seien schlehter erreichbar gewesen und würden höhere Defizite und Lernunterschiede aufweisen. Lackner forderte daher, dass das Land alle 24 Bildungseinrichtungen in Vorarlberg, die als Schulen mit besonderen Herausforderungen gelten, finanziell unterstützt und nicht nur vier, die derzeit Teil eines Pilotprojekts sind.

Chancenreichster Lebensraum für Kinder

Angesichts des im Markenprozess des Landes festgelegten Ziels, Vorarlberg zum chancenreichsten Lebensraum für Kinder zu machen, sei es wichtig, nun rasch zu handeln, betonten Gasser und Lackner. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass eine Generation verloren gehe.

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