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Dreijährige Haft endet schon nach 14 Monaten

13.08.2020 • 07:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Ersttäter muss nicht die vollen drei Jahre im Gefängnis verbringen.<span class="copyright"> Symbolbild/apa</span>
Der Ersttäter muss nicht die vollen drei Jahre im Gefängnis verbringen. Symbolbild/apa

Verurteilter Dealer darf zehn Haftmonate mit Fußfessel absitzen.

Wegen des Verbrechens des Suchtgifthandels wurde der unbescholtene Angeklagte am 30. August 2019 am Landesgericht Feldkirch rechtskräftig zu drei Jahren Gefängnis verurteilt – ohne die Chance auf Therapie statt Strafe. Das bedeutet aber nicht, dass der Ersttäter tatsächlich drei Jahre im Gefängnis verbringen muss.

Justizhäftling in Niederösterreich

Stattdessen wird der Zwangs­aufenthalt des 39-Jährigen in einem Gefängnis wohl schon nach rund 14 Monaten demnächst enden. Der Vorarlberger südosteuropäischer Herkunft wurde am 25. Juni 2019 verhaftet und befand sich bis zu seiner Verurteilung in Untersuchungshaft. Er ist derzeit noch Strafhäftling in der Justizanstalt Hirtenberg in Niederösterreich. Wohl schon ab 1. September wird der Feldkircher daheim eine Fußfessel tragen dürfen. Den von seinem Feldkircher Anwalt German Bertsch eingebrachten Antrag auf elektronisch überwachten Hausarrest hat die Feldkircher Justizanstalt (JA) nun bewilligt. „Der Vollzug wird voraussichtlich am 1.9.2020 beginnen“, heißt es im Bescheid der JA.

Derzeit befindet sich der 39-Jährige in der Justizanstalt Hirtenberg in Niederösterreich. <span class="copyright">apa</span>
Derzeit befindet sich der 39-Jährige in der Justizanstalt Hirtenberg in Niederösterreich. apa

Im Hausarrest wird sich der Häftling wahrscheinlich bis 25. Juni 2021 befinden. Mit diesem Datum hätte der Vorarlberger zwei Drittel seiner Freiheitsstraße verbüßt. Die Justizanstalt Feldkirch geht davon aus, dass das Landesgericht Feldkirch als Vollzugsgericht den Strafgefangenen dann nach zwei von drei abgesessenen Jahren auf Bewährung vorzeitig in die Freiheit entlassen wird. Weil er mit großen Drogenmengen gehandelt habe, sei eine bedingte Entlassung schon nach der Hälfte der Haftzeit aufgrund der Entscheidungen des Landesgerichts in vergleichbaren Fällen als unwahrscheinlich zu bewerten, obwohl der Häftling ein Ersttäter sei, meint der zuständige JA-Sachbearbeiter.

Unterkunft und Arbeit

Die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Fußfessel würden vorliegen, ist dem Bescheid des Feldkircher Gefängnisses zu entnehmen. So verfüge der Feldkircher über eine Unterkunft und könne wieder für seinen früheren Dienstgeber arbeiten. Und die noch zu verbüßende Strafzeit übersteige zwölf Monate nicht.

Ambulante Therapie

Dem Drogenkonsumenten hat die JA Feldkirch für die Fußfessel die Auflage erteilt, sich alle zwei Wochen einer ambulanten Drogentherapie zu unterziehen. Zudem muss der einen Lohn von 1550 Euro erwartende Arbeiter von den täglich anfallenden Kos­ten von 22 Euro für den elektronisch überwachten Arrest 19,40 Euro bezahlen.

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