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Fußgänger musste ihm die Hand geben

13.08.2020 • 07:00 Uhr / 1 Minuten Lesezeit
"Gib mir die Hand, sonst geb' ich dir die Faust", sagte der Angeklagte zum Opfer. <span class="copyright">Shutterstock</span>
"Gib mir die Hand, sonst geb' ich dir die Faust", sagte der Angeklagte zum Opfer. Shutterstock

19-Jähriger drohte 39-Jährigem und beschädigte mehrere Fahrzeuge. ­

Auf dem Heimweg von einer Geburtstagsfeier ließ der alkoholisierte 19-Jährige am 24. Mai nachts in Bregenz seinen Aggressionen freien Lauf. „Gib mir die Hand, sonst geb‘ ich dir die Faust“, sagte der Fußgänger nach den gerichtlichen Feststellungen mehrfach zu einem 39-jährigen Passanten. So zwang der Lehrling den Mann dazu, ihm die Hand zu geben. Außerdem beschädigte der junge Erwachsene nach Ansicht der Richterin mit Tritten vier geparkte Autos und ein abgestelltes Moped.

Höchststrafe ein Jahr Haft

Wegen Nötigung und Sachbeschädigung wurde der mit zwei einschlägigen Vorstrafen belastete Angeklagte am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 1200 Euro (300 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Als Schadenersatz hat der Bregenzer den Geschädigten insgesamt 2300 Euro Schadenersatz zu bezahlen. Das Urteil, das der Angeklagte annahm, ist nicht rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen.

Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.<span class="copyright"> Hartinger</span>
Der einschlägig vorbestrafte Angeklagte wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Hartinger

Trotz der zwei einschlägigen Vorstrafen wegen Gewaltdelikten genüge als Sanktion gerade noch eine Geldstrafe, sagte die Richterin in ihrer Urteilsbegründung. Das auch deshalb, weil die letzte Verurteilung bereits zwei Jahre zurückliege. Die Strafrichterin sah daher auch davon ab, eine bedingte Geldstrafe aus einer Vorstrafe nachträglich zu vollziehen.

Richterin ging von Schutzbehauptung aus

Der Angeklagte behauptete, er sei derart alkoholisiert gewesen, dass er nicht wisse, ob er die angeklagten Straftaten begangen habe. Die Richterin ging dazu jedoch von einer Schutzbehauptung aus. Zumal die beiden Polizisten, die den Tatverdächtigen in der Tatnacht auf der Straße aufgehalten hatten, angaben, der Beschuldigte habe trotz seiner Alkoholisierung einen zurechnungsfähigen Eindruck gemacht. Eine 26-jährige Zeugin sagte, sie sei dem Täter, der das Auto ihres Freundes beschädigt habe, nachgegangen. Allerdings habe sie ihn nicht einholen wollen. Denn sie sei schwanger.

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