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Grüne Pläne für die Bregenzer Innenstadt

14.08.2020 • 01:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Grüne Bregenz Wahlkampf Montfortstraße Post Begegnungszone Sandra Schoch
Grüne Bregenz Wahlkampf Montfortstraße Post Begegnungszone Sandra Schoch

Grüne starten in den Wahlkampf und legen Konzept für Monfortstraße vor.

Es war still die vergangenen Tage um die Grünen in Bregenz. Während Bürger­meister Markus Linhart durch seinen Hang zum Briefverkehr in die Schlagzeilen kam, welche wiederum die Opposition in Schnappatmung versetzte, hielten sich die Grünen dezent im Hintergrund. Spitzenkandidatin Sandra Schoch äußerte sich weder zu dem wahlkampftaktischen Geplänkel noch zu einer möglichen Verlegung der Bahnstrecke unter die Erde.

„Dieses Thema liegt bei höheren Instanzen als der Stadt und ich bin der Meinung, man sollte diese nun einmal arbeiten lassen. Ministerin Gewessler, aber auch die Verantwortlichen der ÖBB sind nicht erst seit einigen Wochen darüber informiert und da gilt es jetzt einmal Entscheidungen abzuwarten“, erklärte die Vizebürgermeisterin auf Nachfrage der NEUE.

Begegnungszone Montfortstraße

Dennoch starteten die Grünen in den Wahlkampf. Mit der Präsentation ihrer Themen für Vorarlberg haben Schoch und ihre Mitstreiter die politisch heiße Phase eingeläutet. Exakt einen Monat vor dem Urnengang am 13. September sprach die Regierungspartei über ihre Pläne für Bregenz. Zentraler Punkt der Präsentation war ein Film, welcher die Transformation der Montfortstraße in eine Begegnungszone demonstrierte (siehe Bilder). Mit schattenspendenden Bäumen, Sitzmöglichkeiten und begrünter Fassade soll der Mensch in der Stadt in den Mittelpunkt gerückt werden.

Die Montfortstraße derzeit.
Die Montfortstraße derzeit.

Gleichzeitig soll diese Entschleunigung die Autos auf lange Sicht aus der Innenstadt vertreiben. Das Ziel ist eine komplett autofreie Stadt. „Das geht natürlich nicht von heute auf morgen. Aber die Autofahrer werden somit aus der Stadt gedrängt und sollen auf höherrangigen Straßen wie der Autobahn bleiben. Der Schleichweg durch Bregenz wird immer uninteressanter“, erklärt Schoch.

Begegnungszone Montfortstraße.
Begegnungszone Montfortstraße.

Übersetzt bedeutet das, den Autofahrern soll es irgendwann zu bunt werden, sich durch die Stadt zu stauen und lieber den Weg durch den Tunnel suchen.
Das Argument, die Staubelas­tung habe Touristen bisher auch nicht von der „Schleichweg-Variante“ durch Bregenz abgehalten, lässt Schoch nicht gelten. „Wenn jemand durch eine verkehrsberuhigte Straße fährt, dann wird ihm oftmals bewusst, dass diese nicht für Autofahrer konzipiert wurde und meidet diese zukünftig“, erklärt die Vizebürgermeisterin. Eine weitere Begegnungszone denken die Grünen für den Bereich vor der Post an.

So könnte nach Plänen der Grünen die Landesstraße vor der Post aussehen.
So könnte nach Plänen der Grünen die Landesstraße vor der Post aussehen.
So sieht die Landesstraße vor der Post derzeit aus.
So sieht die Landesstraße vor der Post derzeit aus.

Klimafitte Stadt

Ein weiterer Punkt des Wahlprogramms ist die Seewassernutzung. Städtische Gebäude sollen Klimaschutzkraftwerke werden und mit Seewasserpumpen geheizt und gekühlt werden. Beim Umbau des Festspielhauses soll das bereits berücksichtigt werden, weitere Gebäude in Seenähe sollen demnächst folgen. „Wir waren zu Besuch in Zürich, wo das schon in großem Stil umgesetzt wird. Das hat Zukunft und wird helfen, Bregenz zur klimafittesten Landeshauptstadt zu machen“, erklärt Klubobmann Heribert Hehle.

Nicht in der Hand der Stadt

Die Projekte der Seestadt und des Seequartiers, welche in den Wahlprogrammen der Opposition den Hauptanteil einnehmen, finden sich im Programm der Grünen nicht wirklich. „Wir blenden nicht mit Illusionen, sondern bieten konkrete Lösungen an. Wir wollen unsere Seele nicht an Spekulanten verkaufen“, erklärte Schoch.

Heribert Hehle, Sandra Schoch und Sandra Küng von den Grünen Bregenz. <span class="copyright">Partei</span>
Heribert Hehle, Sandra Schoch und Sandra Küng von den Grünen Bregenz. Partei

„Das Areal rund um den Bahnhof ist nicht in städtischer und somit unserer Hand. Wir haben uns für einen Bahnhofsbau entschieden, das Quartier soll sich dann mitintegrieren. Dann sprechen wir von einem Stadtteil Bahnhofsquartier. Und es geht nicht nur um die Innenstadt, uns ist auch ein Entwicklung in anderen Stadtteilen wichtig“, sagte Schoch und konnte sich einen Seitenhieb auf die Konkurenz dann doch nicht verkneifen: „Ich will erste Bürgermeisterin werden und meine Wahlheimat nicht den Bremsern und Blendern überlassen.“ Konkretisieren, wen sie damit gemeint haben könnte, wollte sie hingegen nicht. „Ich denke jeder weiß, wer gemeint ist“, erkärt Schoch.