Allgemein

In einem Monat wird es spannend

13.08.2020 • 08:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Am 13. September werden Gemeindevertreter und Bürgermeister gewählt. <span class="copyright">Hartinger</span>
Am 13. September werden Gemeindevertreter und Bürgermeister gewählt. Hartinger

Knappe Duelle sind mancherorts bei der Gemeindewahl zu erwarten.

In genau einem Monat – am 13. September – sind in Vorarl­berg 301.572 Personen aufgerufen, ihre Gemeindevertreter und Bürgermeister zu wählen. Der Urnengang war ursprünglich für den 15. März geplant und wurde aufgrund der Corona-Pandemie verschoben. Die Wahl geht aber immer noch unter besonderen Voraussetzungen über die Bühne. So ist beispielsweise zu erwarten, dass mehr Bürger als sonst von der Briefwahl Gebrauch machen werden. Zudem werden Sicherheits- und Hygienemaßnahmen getroffen werden, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Nichts ändern wird sich jedoch an der Spannung beim Warten auf die Wahlergebnisse. Dabei wird es allerdings in manchen Kommunen spannender als andernorts.

Kampf um den Bürgermeistersessel in der Alpenstadt

Ein heißes Duell ist beispielsweise in Bludenz zu erwarten. SPÖ-Spitzenkandidat Mario Leiter fordert dort Simon Tschann von der ÖVP heraus. Bereits vor fünf Jahren hat es Leiter in der Alpenstadt in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Mandi Katzenmayer geschafft. Und auch heuer darf sich der SPÖ-Spitzenkandidat berechtigte Hoffnungen auf den Bürgermeistersessel machen. Als amtierender Vizebürgermeister hat er den Vorteil gegenüber dem 28-jährigen Tschann, dass er über einige Erfahrung in der Stadtpolitik verfügt. Es wird sich zeigen, ob die Bludenzerinnen und Bludenzer es dem ÖVP-Spitzenkandidaten zutrauen, in die Fußstapfen des langjährigen Amtsinhabers Katzenmayer zu treten.

In Bregenz bläst Michael Ritsch (SPÖ) zum Angriff auf Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). <span class="copyright">Hartinger</span>
In Bregenz bläst Michael Ritsch (SPÖ) zum Angriff auf Bürgermeister Markus Linhart (ÖVP). Hartinger

Spannend könnte es auch bei der Bürgermeisterwahl in der Landeshauptstadt werden. Dort bläst SPÖ-Spitzenkandidat Michael Ritsch erneut zum Angriff auf Amtsinhaber Markus Linhart (ÖVP). Dafür müsste er es aber wohl erst in die Stichwahl schaffen, für die er sich schon die Unterstützung von Neos und FPÖ gesichert hat. Im Jahr 2015 konnte sich der Bürgermeister erfolgreich im ersten Wahlgang gegen die Konkurrenz behaupten. Allerdings musste Linhart bis zum Schluss zittern. Weniger als eine Handvoll Stimmen gaben den Ausschlag, dass er bereits im ersten Wahldurchgang die notwendigen 50 Prozent erreichte.

Vielleicht zum dritten Mal in die Stichwahl

Erfahrung in Sachen Stichwahlen hat das Hörbranzer Gemeindeoberhaupt Karl Hehle (ÖVP). Für ihn könnte im September das dritte direkte Duell um den Bürgermeistersessel anstehen. Denn bereits 2010 und 2015 verfehlte der Amtsinhaber im ersten Anlauf die 50-Prozent-Marke. Danach setzte er sich aber jeweils im zweiten Wahlgang klar gegen seine Konkurrenten durch.

Bernhard Amann tritt in Hohenems doch noch einmal zur Wahl an. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
Bernhard Amann tritt in Hohenems doch noch einmal zur Wahl an. Stiplovsek

Aus einem anderen Grund wird es in Hohenems spannend. Dort wollte sich der derzeitige Vizebürgermeister Bernhard Amann eigentlich aus der Politik zurückziehen und mit seinen „Emsigen“ das Feld räumen. Nun tritt er aber mit der Liste „Ems isch üsr“ doch wieder bei der Wahl an. Dafür haben sich die „Emsigen“ mit den Listen „Heimat aller Kulturen“ und „Gilt“ zusammengetan. Das neuerliche Antreten Amanns könnte sich auch auf das Ergebnis der Hohenemser Grünen auswirken. Diese hatten 2015 mit den „Emsigen“ zusammen immerhin 17,57 Prozent erreicht. Ob sich das auch beim diesjährigen Wahlgang ausgehen wird, ist fraglich.

FPÖ tritt doch an

Etwas getan hat sich seit dem ursprünglichen Wahltermin im März auch in Götzis. Dort hatte im vergangenen Jahr ein Konflikt der FPÖ-Ortsgruppe mit der Landespartei dazu geführt, dass der damalige Bundesrat Christoph Längle und mehrere Gemeindevertreter aus der Partei ausgetreten sind. Es gelang nicht, für die Gemeindewahl im März eine neue freiheitliche Liste aufzustellen. Beim neuerlichen Anlauf im September wird aber eine FPÖ-Liste auf dem Wahlzettel zu finden sein. Diese bekommt allerdings Konkurrenz von einem alten Bekannten. Denn auch der ehemalige Ortsparteichef Längle stellt sich mit einer eigenen Liste zur Wahl. Außerdem geht er ins Rennen um das Bürgermeisteramt.

Mechtild Bawart (r.) und Sandra Bitriol von der Liste "Wir für Weiler". <span class="copyright">Privat</span>
Mechtild Bawart (r.) und Sandra Bitriol von der Liste "Wir für Weiler". Privat

Von Interesse wird für manchen am Wahltag auch der Blick nach Weiler sein. Denn dort möchte eine alte Bekannte wieder in der Gemeindepolitik mitmischen. Mechtild Bawart war von 2000 bis 2010 bereits Bürgermeisterin der Gemeinde. Nun tritt sie mit der Liste „Wir für Weiler ‚Liste Bürgerbeteiligung‘“ noch einmal an.