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Röthis: Zusätzliche Teststraße

18.08.2020 • 05:54 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Die stationäre Abnahmestelle in Röthis wurde aufgestockt. <span class="copyright">vlk</span>
Die stationäre Abnahmestelle in Röthis wurde aufgestockt. vlk

Es melden sich immer mehr Reiserückkehrer, Teststation Röthis stockt auf.

Malta, Türkei, Rotterdamm, Oberösterreich, Steiermark, Bosnien, Ibiza, Schweiz, Wien, Bulgarien, Kroatien. Immer mehr Reiserückkehrer kommen mit einer Malta, Türkei, Rotterdam, Oberösterreich, Steiermark, Bosnien, Ibiza, Schweiz, Wien, Bulgarien, Kroatien. Immer mehr Reiserückkehrer kommen mit einer Covid-19-Infektion zurück und machen derzeit auch in Vorarlberg einen großen Teil der verzeichneten Corona-Neuerkrankungen aus. „Wir werden auf die ansteigenden Neuinfektionen umgehend reagieren und das Infektionsteam personell aufstocken“, kündigte Landesrätin Martina Rüscher bereits am Wochenende an.

Besonders Kroatien-Urlauber hatten das Virus vermehrt eingeschleppt. Zuletzt waren in Österreich rund ein Drittel der insgesamt angestiegenen Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 auf Reiserückkehrer – größtenteils aus Kroatien – zurückzuführen. Die Bundesregierung zog die Reißleine und sprach eine Reisewarnung für das Land aus. Diese trat am Montag in Kraft und traf so manchen Urlauber unerwartet. Denn wer ab sofort von Kroatien nach Österreich einreist, muss ein aktuelles Gesundheitsattest mit negativem Testergebnis vorlegen oder innerhalb von 48 Stunden einen Test machen.

Auch Personen ohne Symptome sollen sich testen lassen, so Landesrätin Martina Rüscher. <span class="copyright">Philipp Steurer</span>
Auch Personen ohne Symptome sollen sich testen lassen, so Landesrätin Martina Rüscher. Philipp Steurer

Doch auch die längst Rückgekehrten betrifft die Reisewarnung, wenn auch nur freiwillig. Auf Basis des Epidemiegesetzes wurde ein Screeningprogramm etabliert. Kroatien-Rückkehrende, die zwischen 7. und 16. August nach Österreich eingereist sind, können sich bis Freitag 21. August, 24 Uhr freiwillig kostenlos testen lassen. Ein Anruf bei 1450 genügt. „Wir haben aufgrund der erhöhten Infektionszahlen großes Interesse daran, möglichst viele Rückkehrende aus Kroatien zu testen, auch wenn sie noch keine Symptome haben“, kündigte Rüscher an. Solche mit Symptomen würden jedoch mit Priorität getestet.

Hoher Andrang

Unter der Gesundheitshotline 1450 haben sich circa 300 Personen gemeldet, die im Zeitraum vom 14. bis 17. August von dort zurückgekehrt sind (Stand Montagmittag), hieß es auf Anfrage vonseiten des Landes. Aufgrund des hohen telefonischen Andrangs hat das Rote Kreuz die Testzeit im Drive-in in Röthis bis 19 Uhr verlängert. Zusätzlich ging eine weitere Teststraße in Betrieb, welche nach Medienangaben rege genutzt wurde. „Das Rote Kreuz hat in den letzten Wochen pro Tag rund 300 Personen in Röthis getestet und rechnete am Montag mit etwa 450“, informierten die Zuständigen. Das Stammpersonal von 20 Mitarbeitern mache Überstunden und vier zusätzliche Mitarbeiter aus anderen Dienststellen würden das Team vor Ort verstärken.

Das Team in Röthis bekommt unterstützung. <span class="copyright">Roland Paulitsch</span>
Das Team in Röthis bekommt unterstützung. Roland Paulitsch

Das Team der Landeswarnzentrale könne das Aufkommen derzeit noch im normalen Dienstbetrieb bewältigen. Ebenso das Laborteam in der Pathologie. Die Kapazitäten seien bereits im Zuge der vergangenen Wochen und Monaten erhöht worden. Verstärkte Testungen von Reiserückkehrern aus Kroatien könnten somit ebenfalls im normalen Dienstbetrieb abgearbeitet werden. Doch das könne sich jederzeit ändern, daher werde die Situation penibel beobachtet. „Wir gehen derzeit von einem weiteren leichten Ansteigen der Infektionszahlen – auch auf Grund von Reiserückkehrern – aus. Deshalb werden die Strukturen laufend angepasst und ausgebaut“, hieß es vonseiten des Landes.

Andere Risikoländer

Reiserückkehrende aus anderen Risikoländern werden übrigens nur bei Symptomen kostenlos über 1450 getestet. Rüscher bittet dennoch die Urlauber aus Risikoländern, sich im Sinne der Gesundheit der Bevölkerung, bereits bei leichten Symptomen rasch testen zu lassen.

Die Kosten für einen Test liegen derzeit bei 45 Euro.

SPÖ-Abgeordneter Michael Ritsch will kostenlose Tests für alle. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
SPÖ-Abgeordneter Michael Ritsch will kostenlose Tests für alle. Klaus Hartinger

Kostenlose Tests gefordert

SPÖ-Landtagabgeordneter Michael Ritsch setzt sich dafür ein, dass Corona-Tests für alle kostenfrei zur Verfügung stehen. „Nur eine Ausweitung der Teststrategie kann einen zweiten Lockdown verhindern. Wir sehen, dass die Zahlen täglich steigen. Jeder soll sich auf Wunsch kostenfrei testen lassen können“, schlägt Ritsch vor. Gerade für Vorarlbergs Städte wäre dies eine Verbesserung. Das Rheintal und der Walgau seien dicht besiedelte Ballungsräume. „Wir sollten über jede Person, die sich aus Eigeninitiative testen lässt, froh sein. Viele Reiserückkehrer sind verunsichert, die Kosten für einen Test sind aber eine Barriere. Es ist eine Frage der Sicherheit, Tests für alle kostenfrei zugänglich zu machen“, meint Ritsch.