Allgemein

Schuldspruch nach Alko-Bootsausfahrt

19.08.2020 • 20:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Bild zeigt die Vorarlberger Seepolizei. Der Angeklagte verunfallte mit dem Boot allerdings auf deutschem Seegebiet. <span class="copyright">NEUE</span>
Das Bild zeigt die Vorarlberger Seepolizei. Der Angeklagte verunfallte mit dem Boot allerdings auf deutschem Seegebiet. NEUE

38-jähriger in Abwesenheit zu teilbedingter Geldstrafe verurteilt.

„Der Betrunkene hatte einen von der Sonne komplett verbrannten Rücken. Nun hat er eine schöne Erinnerung daran, dass man besser keine Böötli klaut“, kommentierte ein Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen den Vorfall gegenüber Schweizer Medien mit sarkastischem Unterton. Besagten Sonnenbrand holte sich der nunmehrige Angeklagte, als er am 5. Mai zur Mittagszeit auf dem Bodensee über dem Steuer eines gestohlenen Motorbootes einschlief. Das Boot lief in weiterer Folge vor Staad (CH) auf Grund und drohte zu kentern. Der selbsternannte Freizeitkapitän war schwer betrunken. Laut Polizeibericht hatte er noch bei der Einvernahme mehr als zwei Promille Alkohol im Blut. Seine Schilderungen klingen abenteuerlich. So konnte sich der Mann offenbar nicht mehr daran erinnern, wie er mit dem Motorboot vom Yachthafen Bregenz auf den See hinaus geschippert war. Kurzgeschlossen habe er den Außenbordmotor jedenfalls erst draußen auf See. Während der Sonnenbrand längst verheilt sein dürfte, folgte am gestrigen Montag das gerichtliche Nachspiel. Weil der 38-jährige, in Vorarlberg wohnhafte Deutsche allerdings schon zum zweiten Mal nicht zur Verhandlung erschien, wurde in Abwesenheit verhandelt.

In Abwesenheit verurteilt

Während der Sonnenbrand längst verheilt sein dürfte, folgte am gestrigen Montag das gerichtliche Nachspiel. Weil der 38-jährige, in Vorarlberg wohnhafte Deutsche allerdings schon zum zweiten Mal nicht zur Verhandlung erschien, wurde in Abwesenheit verhandelt. Der Bootsbesitzer gab an, dass das Boot
109. 000 Euro gekostet habe. Den Schaden bezifferte er auf 115.000 Euro Die Kosten habe die Versicherung übernommen, das Boot habe er mittlerweile verkauft, sagte der Selbstständige.

Teilbedingte Geldstrafe

Der beschäftigungslose Angeklagte wurde wegen unbefugter Inbetriebnahme eines Fahrzeugs schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe in der Höhe von 960 Euro (240 Tagessätze á vier Euro) verurteilt, 120 Euro wurden bedingt nachgesehen. Der Strafrahmen für das Delikt beträgt bis zu zwei Jahre Haft. Richterin Kathrin Brückl hielt in diesem Fall jedoch eine teilbedingte Geldstrafe für ausreichend.  Strafmildernd wertete sie das Geständnis und die – aufgrund der Alkoholisierung – eingeschränkte Dispositionsfähigkeit des Angeklagten. Auch der Umstand, dass der 38-jährige bisher noch nie strafrechtlich verurteilt wurde, wirkte sich positiv auf das Urteil aus. Die Alko-Spritztour wird dem Mann dennoch teuer zu stehen kommen, da sich die Versicherung die Schadenssumme zurückholen wird. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.