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Sanitäter bedroht, Polizisten attackiert

26.08.2020 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nach Einsatz in Dornbirn: Sechs Monaten Haft für 52-Jährige

Die Angeklagte hat eine schwierige Biografie hinter sich. Seit vielen Jahren bestimmt der Alkohol ihr Leben. Der Alkohol ist auch der Grund dafür, warum sie immer wieder vor dem Richter steht. Am Montag musste sie sich wegen gefährlicher Drohung und versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt verantworten. Dabei geht es um einen Vorfall, der sich Ende Mai abgespielt hat. Was damals genau vorgefallen ist, daran kann sich die Angeklagte nicht mehr erinnern. Rotwein und Beruhigungstropfen vernebelten ihre Sinne.

Aggressiv

. Die Zeugen – ein Rettungssanitäter, ein Zivildiener und ein Polizist – können sich hingegen noch gut an den besagten Tag erinnern. Gleich zwei Mal wurde das Rote Kreuz gerufen, um der betrunkenen Frau zu helfen. Bei der ersten Begegnung am Bahnhof Dornbirn habe sie sich noch kooperativ gezeigt, erzählt der Sanitäter. Beim zweiten Einsatz an einer Bushaltestelle nahe ihrer Wohnung lief die Sache dann aus dem Ruder. Da die Frau suizidale Äußerungen machte, wurde die Polizei alarmiert. In weiterer Folge soll sie dann zunehmend aggressiver geworden sein. „Während wir auf die Polizei gewartet haben, sagte sie plötzlich, dass sie zustechen werde. Allerdings hatte sie nichts in der Hand“, schildert der Zivildiener.
Später beschimpfte sie die Polizisten als „Ratten“ und kündig­te deren baldigen Tod an. Als sie nach zwei Abmahnungen dann plötzlich mit der Faust gegen die Schulter eines Beamten schlug, war das Maß schließlich voll. Die Frau wurde zu Boden gebracht und die Festnahme ausgesprochen, gegen die sie sich heftig wehrte.

Frage der Zurechnungsfähigkeit

Eine wesentliche Frage im Prozess war, ob die Angeklagte zum Tatzeitpunkt überhaupt zurechnungsfähig gewesen ist. Wie viel Promille sie im Blut hatte, ist nicht bekannt, es wurde kein Alkotest gemacht. Sämtliche Zeugen sagten jedoch aus, den Eindruck gehabt zu haben, dass die Frau noch wusste, was sie tat. Auf die Frage von Richter Martin Mitteregger, ob sie eine Einholung eines Sachverständigengutachtens wünsche, meinte die anwaltlich nicht vertretene Angeklagte: „Das bringt doch alles nichts.“ In ihrem Schlusswort entschuldigte sie sich für ihre Taten.

Sechs Monate Haft

Der Richter verhängte schließlich sechs ­Monate Haft. „Ich habe ihre Lebenssituation mildernd berücksichtigt, aber an einer unbedingten Haftstrafe kommen wir hier nicht vorbei“, sagte Mitteregger zu der einschlägig vorbestraften Frau. Sie nahm das Urteil an, auch die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Rechtsmittel. Das Urteil ist somit rechtskräftig.

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