Allgemein

Kaum Schäden trotz Dauerregen

31.08.2020 • 18:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sah der Rhein am Montag Vormittag wieder aus,.                                                <span class="copyright">Hartinger</span>
So sah der Rhein am Montag Vormittag wieder aus,. Hartinger

Vorarlberg ist glimpflich davongekommen.

Vorarlberg ist dieses Mal mit einem blauen Auge davongekommen. Trotz des Dauerregens am Wochenende, der phasenweise auch stärker war, haben sich die Schäden hierzulande in Grenzen gehalten. Kleinräumig kam es zwar zu Überflutungen und es mussten auch einige Keller ausgepumpt werden. Muren und Hangrutschungen waren allerdings keine zu verzeichnen.

34 Liter auf den Quadratmeter regnete es am Samstag in Bregenz, 61 Liter waren es am Sonntag, informierte gestern Günter Scheibenreif von der ZAMG-Wetterdienststelle in Bregenz. Ähnlich hoch waren die Wassermengen am Wochenende im ganzen Land. „Das ist recht viel, aber kein Rekord“, so der Experte. Im ganzen August regnet es durchschnittlich 190 Liter/Quadratmeter, heuer waren es in Bregenz schon 279 Liter, erzählt er. Der August-Rekord in der Landeshauptstadt datiert übrigens aus dem Jahr 1890: Da waren es 457 Liter auf den Quadratmeter.

Die Bregenzerach am Samstag in Doren-Bozenau.
Die Bregenzerach am Samstag in Doren-Bozenau.

Während es am Samstag bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle in Feldkirch mit einer Handvoll Einsätzen noch relativ ruhig war, gab es am Sonntag für die Feuerwehrleute schon mehr zu tun. Seit Freitag mussten sie zu insgesamt 46 Einsätzen ausrücken, 36 davon fielen auf den Sonntag, der Großteil davon wie erwartet auf den Sonntagabend, so die Rettungs- und Feuerwehrleitstelle. Insgesamt sei man glimpflich davongekommen, hieß es. Auch die Situation am Rhein, wo es zeitweise kritisch war, entspannte sich.

Die meisten der Feuerwehreinsätze betrafen überflutete Keller und Unterführungen. Am häufigsten war die Feuerwehr in den Gemeinden Wolfurt, Schwarzach, Kennelbach, Lauterach und Hard – also im Bezirk Bregenz – unterwegs.

Problemgebiet Rhein

Mit dem Nachlassen der Regenfälle konnte auch am Rhein Entwarnung gegeben werden. Die starken Niederschläge im Einzugsgebiet des Flusses in Graubünden hatten den Pegel des Alpenrheins bei Lustenau deutlich ansteigen lassen. Die Abflussspitze war am Sonntagabend mit einer Abflussmenge von 1400 Kubikmetern pro Sekunde erreicht, der Fluss trat in die Vorländer über.

Die Lage am Rhein wurde seit Freitagabend laufend beobachtet und analysiert. Eine Überflutung blieb den dortigen Gemeinden aber glücklicherweise erspart. „Der Abfluss war aufgrund einer günstigeren Verteilung der Regenfälle in der Schweiz dann geringer als vorhergesagt“, informierte Mathias Speckle von der Rheinbauleitung Österreich am Montag.

Das Verbot sollte im Laufe der Woche aufgehoben werden.
Das Verbot sollte im Laufe der Woche aufgehoben werden.

Das Hochwasser habe dennoch ein gewisses Maß an Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten verursacht, sagte Speckle. Die Geh- und Radwege in den Rheinvorländern bleiben vorerst von der Diepoldsauer Rheinbrücke bis zum Bodensee gesperrt. Zuerst müsse das Wasser zurückgehen, vermutlich heute könne dann mit den Aufräumarbeiten begonnen werden, erklärte er. Im Laufe der Woche könnten die Wege dann wieder geöffnet werden. Die Bevölkerung werde allerdings weiterhin gebeten, sich aus Sicherheitsgründen nicht in der Nähe des Rheins aufzuhalten.

Sommer kehrt zurück

Die Gefahr eines Hochwassers sollte allerdings vorerst gebannt sein. Heute ist es zwar noch feucht und kühl und es dürften auch einige Regenschauer durch das Land ziehen. Unbeständig wird es auch am Mittwoch. Da dürfte es wiederum regnen, allerdings sollten die Wassermengen nicht allzu groß sein. Ab Donnerstag wird es dann laut Prognosen langsam wärmer und ab Freitag kehrt der Sommer wieder ins Land zurück, sodass ein sonniges, warmes Wochenende bevorstehen dürfte.

Du hast einen Tipp für die NEUE Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@neue.at.