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Arbeitsmarkt erholt sich nur langsam

01.09.2020 • 18:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
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Hartinger

Über 32.000 Beschäftigte in Vorarlberg noch in Kurzarbeit.

Die leichte Erholung am Arbeitsmarkt hat auch im August angehalten. Das geht aus den Zahlen des AMS Vorarlberg hervor. Demnach waren Ende des Monats 12.909 Personen im Ländle als arbeitslos vorgemerkt. Das bedeutet einen Rückgang um 199 Betroffene (neun Prozent) gegenüber dem Wert von Ende Juli. Im Vergleich zum August des Vorjahres waren die Arbeitslosenzahlen jedoch um 39,9 Prozent (3679 Personen) höher. Dazu waren um 1064 weniger freie Stellen verfügbar als Ende August 2019. Die Zahl der Schulungsteilnehmer lag mit 1592 auf Vorjahresniveau.

Branchen unterschiedlich betroffen

Die derzeitige Situation sei je nach Branche durchaus unterschiedlich, erklärte Vorarlbergs AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter auf Nachfrage. So laufe es im Bereich des Baus und im Baunebengewerbe nach wie vor gut. In der Industrie sei die Geschäftslage bei den Unternehmen deutlich unterschiedlich, je nachdem, in welchen Wirtschaftszweigen diese tätig und auf welchen Märkten sie vertreten sind. Die Maßnahmen, die in verschiedenen Ländern zur Eindämmung des Coronavirus getroffen würden, hätten auch jeweils andere Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Unternehmen. Das führe zu Unsicherheit. Bereuter gab auch zu bedenken, dass sich in manchen Wirtschaftsbereichen Konjunkturpakete schnüren ließen, um das Geschäft anzukurbeln. Im Bereich der Exportwirtschaft sei es jedoch schwieriger, Maßnahmen zu treffen, da sich die Situation in anderen Ländern nicht beeinflussen lasse.

AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter hält die Kurzarbeit für hilfreich. <span class="copyright">Stiplovsek</span>
AMS-Geschäftsführer Bernhard Bereuter hält die Kurzarbeit für hilfreich. Stiplovsek

Ein wirksames Mittel im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit ist nach Angaben des AMS-Geschäftsführers die Kurzarbeit, die ab 1. Oktober verlängert wird. Genauere Informationen zu den dann gültigen Regelungen soll es bald geben. Derzeit sind in Vorarlberg noch knapp über 32.300 Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Für Bereuter werden auf diese Weise Jobs gesichert. Dies sei auch im Interesse der Unternehmen. Denn trotz hoher Arbeitslosigkeit gebe es immer noch einen Fachkräftemangel. Die Kurzarbeit biete die Möglichkeit, die im Unternehmen Angestellten trotz schwieriger Geschäftslage zu halten. Schon in der Krise der Jahre 2008/2009 habe sich gezeigt, dass es ein Wettbewerbsvorteil sein kann, die nötigen Fachkräfte schon im Unternehmen zu haben, wenn sich die Wirtschaft wieder erholt. Die Kurzarbeit sei daher ein sinnvolles Mittel, um die schwierige Situation zu überbrücken. Schließlich sei die derzeitige Lage durch eine Gesundheitskrise ausgelöst worden. Es sei daher damit zu rechnen, dass es wieder zu einer Erholung kommt, auch wenn es vorerst eher eine Seitwärts- statt Aufwärtsbewegung gebe.

Hilfe bei Lehrstellensuche

Besonderes Augenmerk gilt beim AMS derzeit dem Lehrstellenmarkt. Dort zeige sich, dass es bei den Lehrstellensuchenden „viele Vermittlungshemmnisse“ gebe, meinte Bereuter. Dies könne von zu hohen Ansprüchen an den Job bis hin zu mangelhaften schulischen Leistungen für den angestrebten Beruf sein. Umso wichtiger sei es, die Jugendlichen beim Einstieg ins Berufsleben zu unterstützen. Dafür gebe es viele Möglichkeiten – von den überbetrieblichen Ausbildungszentren bis hin zu niederschwelligeren Angeboten. Wichtig sei es jedoch, dass junge Menschen ohne Lehrstelle sich beim AMS melden.

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