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Fußgängerin starb: Autofahrer bestraft

01.09.2020 • 20:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">Shutterstock/Symbolbild</span><span class="copyright"></span>Die Seniorin ging knapp neben dem Zebrastreifen über die Straße.
Shutterstock/SymbolbildDie Seniorin ging knapp neben dem Zebrastreifen über die Straße.

Pkw-Lenke (19) erhielt Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung.

Der 19-Jährige ist mitverantwortlich für den Tod eines Menschen. Was passiert sei, tue ihm von Herzen leid, sagte der Angeklagte. Er sei ehrenamtlich für Hilfsorganisationen tätig und rette dabei Leben. Sein fahrlässiges Verhalten als Autofahrer führte am 10. Jänner in Koblach aber dazu, dass ein Mensch zu Tode gekommen ist.

Mit seinem Pkw hat der Lehrling gegen 17.40 Uhr bei Dunkelheit eine Fußgängerin angefahren, die knapp neben einem Schutzweg die Landesstraße 59 überqueren wollte. Die 84-jährige Koblacherin erlag noch am selben Tag im Landeskrankenhaus Feldkirch den bei dem Unfall erlittenen Verletzungen.
Wegen fahrlässiger Tötung wurde der unbescholtene Angeklagte am Dienstag am Bezirksgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 480 Euro (120 Tagessätze zu je vier Euro) verurteilt. Das milde Urteil ist nicht rechtskräftig, denn der Angeklagte und die Bezirksanwältin nahmen drei Tage Bedenkzeit in Anspruch. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Schlecht beleuchtet

Schuldig gesprochen wurde der junge Erwachsene, weil seine Unaufmerksamkeit beim Autofahren zu der tödlichen Kollision geführt hat. Der Angeklagte sagte, er habe die dunkel gekleidete Fußgängerin auf dem schlecht beleuchteten Straßenabschnitt zu spät gesehen. Der tragische Unfall wäre nach Ansicht des verkehrstechnischen Gerichtsgutachters Christian Wolf vermeidbar gewesen, wenn der mit Tempo 50 fahrende Autolenker sofort gebremst hätte, als die Passantin für ihn in einer Entfernung von 38 Metern erkennbar war. Auch bei einer Vollbremsung bei einer Entfernung von 27 Metern wäre es nicht zu dem Zusammenstoß gekommen, gab der Gerichtsgutachter zu Protokoll.
Mildernd wertete die Strafrichterin, dass der Angeklagte unbescholten, geständig und ein junger Erwachsener ist und seine Haftpflichtversicherung schon teilweise Schadenersatz bezahlt hat. Erschwerungsgründe gebe es keine, sagte die Richterin. Wäre der Angeklagte alkoholisiert gewesen und mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren, wäre er wegen grob fahrlässiger Tötung strenger bestraft worden.

Auf dem Heimweg

Auf dem Heimweg. Die 84-jährige Koblacherin befand sich nach dem Besuch der Jahreshauptversammlung eines Seniorenvereins zusammen mit anderen Pensionistinnen auf dem Heimweg. Rentnerinnen berichteten, sie hätten das herannahende Auto gesehen und deshalb den Schutzweg nicht betreten.

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