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Kein Strafprozess nach Bauchschuss

02.09.2020 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Unfall passierte bei einem gemütlichen Zusammentreffen.<span class="copyright"> Symbolbild/Shutterstock</span>
Der Unfall passierte bei einem gemütlichen Zusammentreffen. Symbolbild/Shutterstock

Dornbirner schoss mit Revolver versehentlich in den Bauch.

Mit seinem Revolver schoss ein 69-jähriger Dornbirner im April in einer Männerrunde in seinem Garten einem Kollegen in den Bauch. Dabei wurde der 57-Jährige schwer verletzt. Der Patient wurde nach einer notärztlichen Versorgung zuerst ins Stadtspital nach Dornbirn und dann ins Landeskrankenhaus Feldkirch gebracht.

Unabsichtlich geschossen

Der 69-Jährige wollte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft Feldkirch nicht auf seinen Kollegen schießen. Der Beschuldige hat unabsichtlich geschossen. Das hat das Ermittlungsverfahren der Strafverfolgungsbehörde ergeben. Demnach hat der Dornbirner seinen Revolver in der Männerrunde herumgereicht. Beim Hantieren mit der Waffe hat sich der Schuss gelöst.
Deshalb hat die Staatsanwaltschaft auf eine Anklage wegen fahrlässiger Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz verzichtet. Stattdessen hat die Behörde das Strafverfahren diversionell erledigt. Das teilte auf Anfrage Behördensprecher Heinz Rusch mit. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, der Beschuldigte habe eine Geldbuße bezahlt. Daraufhin sei das Strafverfahren eingestellt worden. Zur Höhe der Geldbuße machte Rusch keine Angaben. Für gewöhnlich ist dafür ein drei- oder vierstelliger Euro-Betrag zu entrichten.

Keine Verhandlung

Dem Beschuldigten bleibt damit eine Vorstrafe erspart. Er wird nicht angeklagt, daher findet keine Gerichtsverhandlung statt. Damit hat der 69-Jährige auch keine zusätzlichen Verfahrenskosten zu tragen, die ihm für den Fall einer gerichtlichen Verurteilung auferlegt worden wären.
Zu den Voraussetzungen für die Gewährung einer milden Sanktion mit einer Diversion zählt, dass den Beschuldigten keine schwere Schuld trifft, er Verantwortung für sein Fehlverhalten übernimmt und der Sachverhalt hinreichend geklärt ist.
Verwaltungsrechtlich hat die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn sofort nach dem Vorfall ein vorläufiges Waffenverbot über den Dornbirner verhängt. Möglicherweise macht der Verletzte gegen ihn zivilrechtliche Schadenersatzansprüche geltend.
Zu dem folgenschweren Zwischenfall ist es gekommen, als der Dornbirner seinen drei Kollegen bei einem gemütlichen Zusammentreffen in seinem Garten seinen Revolver präsentiert hat. Der 69-Jährige holte seine Waffe aus dem Keller und übergab sie den Männern im Alter von 73, 64 und 57 Jahren. Der geladene Revolver wurde nach Angaben der Polizei unter den Männern herumgereicht.

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