Allgemein

Wann sind Infizierte wirklich ansteckend?

03.09.2020 • 15:21 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Wann sind Infizierte wirklich ansteckend?

Wissenschaftler haben 113 Studien aus 17 Ländern unter die Lupe genommen.

Wenn es um Infektionsfälle mit dem neuen Coronavirus beispielsweise in Schulen und darauf folgende Schließungen, Isolierung und Quarantäne geht, stehen verschiedene Fragen hinter den Entscheidungen:

Die systematische Literaturrecherche wurde in den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, Europe PubMed Central und EMBASE durchgeführt und umfasste Artikel mit Veröffentlichung ab 30. Dezember 2019 bis 12. Mai 2020.

Maximale Viruslast nach Symptombeginn

Beim systematischen Überblick wurden mehr als 113 Studien aus 17 Ländern identifiziert. Proben aus den oberen Atemwegen deuten darauf, dass die Viruslast von SARS-CoV-2 bei Patienten etwa bei Symptombeginn oder wenige Tage danach maximal ist.

Auch in Stuhlproben wurde das Virus nachgewiesen – hierbei ist die Bedeutung für die Übertragung allerdings unklar. Die Viruslast schien im Studienvergleich bei asymptomatischen und symptomatischen Patienten ähnlich zu sein.

Mehrere Tage vor und zehn Tage nach ersten Symptomen ansteckend

Die Forscher fanden keine Studie, die definitiv die Dauer der Infektiosität gemessen hatte. Es ist allerdings möglich, dass Patienten nicht ansteckend sind, obwohl das Virus noch nachgewiesen werden kann, da die Präsenz von Krankheitsviren nicht unbedingt dem Vorhandensein aktiver, übertragbarer Viren entsprechen muss.

Aus den Studien geht ebenfalls hervor, dass COVID-19-Patienten ein bis drei Tage vor Symptombeginn infektiös sind. Allerdings wurden aktive Viren aus den oberen Atemwegen auch bis zu sechs Tage vor Symptombeginn isoliert. Die infektiöse Phase könnte sieben bis zehn Tage nach Symptombeginn (bei mehrtägiger Symptomfreiheit) abklingen – allerdings gibt es auch Berichte von sehr viel längerem Nachweis aktiver Viren.