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Keine Komplett-Schließung

08.09.2020 • 20:22 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Anders als in Wien (Foto) werden die Kinder beim Schulstart in Vorarlberg keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Vorausgesetzt: Die Corona-Ampel bleibt auf grün. <span class="copyright">Apa/schlager</span>
Anders als in Wien (Foto) werden die Kinder beim Schulstart in Vorarlberg keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssen. Vorausgesetzt: Die Corona-Ampel bleibt auf grün. Apa/schlager

Schulen sind sicherer Ort. Corona-Ampel dient als Orientierung.

Über 47.000 Kinder und Jugendliche starten ab kommenden Montag in ein neues Schuljahr. Damit dieser Start in Zeiten von Covid-19 reibungslos über die Bühne geht, haben sich über den Sommer die Verantwortlichen aus Politik und dem Bildungsbereich äußerst intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Das sagte Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) im Pressefoyer am Mittwoch in Bregenz. An diesem nahmen neben Wallner auch Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) sowie Evelyn Marte-Stefani von der Bildungsdirektion Vorarlberg teil.

Clusterbildung

Sollten Verdachts- oder gar bestätigte Fälle an einer Bildungseinrichtung auftreten, dann sei es oberstes Ziel – „außer es explodiert völlig unkontrolliert in eine Richtung, die wir nicht wollen“ – eine komplette Schulschließung zu verhindern. Dies betonte Markus Wallner im Laufe des Pressefoyers mehrmals. „Ich glaube, wir befinden uns jetzt in einer komplett anderen Situation als im Frühjahr. Damals waren wir hinsichtlich der Bekämpfung am Beginn. Jetzt sind wir mit einem Infektionsteam gut aufgestellt und mittlerweile gibt es auch wissenschaftlich Hinweise, dass Schulen nicht der Herd von Clusterbildungen sind“, so Wallner.

Evelyn Marte-Stefani, Markus Wallner und Barbara Schöbi-Fink. <span class="copyright">VLK/Elena Müller</span>
Evelyn Marte-Stefani, Markus Wallner und Barbara Schöbi-Fink. VLK/Elena Müller

Wie man Verfahre, wenn es zu einem Verdachtsfall an einer Bildungseinrichtung kommen sollte, erläuterte Schullandesrätin Barbara Schöbi-Fink: „Gibt es einen Verdachtsfall an einer Schule, wird das betroffene Kind in einen separaten Raum gebracht und die Eltern informiert, dass sie das Kind abholen und sich an die Gesundheitshotline 1450 wenden sollten, die über die Notwendigkeit einer Testung entscheidet.“

Symptome

Folgende Symptome sind für einen Covid-19-Verdacht ausschlaggebend: Fieber über 37,5 Grad Celsius, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starker trockener Husten, starke Halsschmerzen, Kurzatmigkeit, plötzlicher Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns.

Ohne Symptome

Wird das Kind positiv getestet und ist unter zehn Jahren, dann wird es für zehn Tage abgesondert und Schule sowie Klassenkameraden informiert, der Unterricht gehe indes normal weiter. Nur wenn innerhalb von zehn Tagen mindestens zwei Kinder oder eine Lehrperson positiv getestet werden, werde eine Absonderung der gesamten Klasse seitens der Gesundheitsbehörde geprüft. Bei Schülern ab der Sekundarstufe I, also ab zehn Jahren, werde eine allfällige Infektion analog zu den Erwachsenen gehandhabt. Das heißt, es werden Kontaktpersonen ermittelt und in Quarantäne geschickt. Das könne Mitschüler aus der Klasse betreffen – etwa enge Freunde –, aber im Normalfall nicht die ganze Klasse, erklärte Schöbi-Fink. Gemäß ihren Angaben dürfen Kinder erst wieder zurück an die Schule, wenn sie 24 Stunden ohne entsprechende Symptome sind.

Die Corona-Ampel soll Eltern zur Orientierung dienen. <span class="copyright">APA/Schlager</span>
Die Corona-Ampel soll Eltern zur Orientierung dienen. APA/Schlager

Corona-Ampel als Orientierung

Für die Eltern werde in diesem Herbst und Winter die Corona-Ampel ein wichtiges Orientierungsinstrument darstellen. Wie die unterschiedlichen Farben zu deuten sind und welche Maßnahmen dann greifen, erläuterte Evelyn Marte-Stefani von der Bildungsdirektion. Bei Grün herrsche an den Schulen Normalbetrieb und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei im Gegensatz bei der Farbe Gelb nicht notwendig. Erhöhte Schutzmaßnahmen, keine Schulveranstaltungen sowie ein mögliches Distance Learning ab der Sekundarstufe II werde bei der Ampelfarbe Orange zum Greifen kommen. „Bei Rot wird auf einen Notbetrieb umgestellt, bei Aufenthalten in der Schule ist Mund-Nasen-Schutz verpflichtend und es wird auf Distance Learning umgestellt“, so Marte-Stefani.

Österreichweite Gurgelstudie

Um einen Überblick über das Infektionsgeschehen an den Schulen zu haben, werden ab Ende September 15 Vorarlberger Schulen an der sogenannten Gurgelstudie teilnehmen. Bei diesem Monitoring werden alle drei bis fünf Wochen 14.000 Heranwachsende im Alter von sechs bis 14 Jahren und 1200 Lehrpersonen österreichweit an 250 Schulen per schmerzfreier Gurgelmethode getestet.

Zahlen und Fakten

Insgesamt 47.517 Kinder und Jugendliche sowie 6428 Lehrpersonen (ohne Berufsschulen, Schulen des Gesundheitswesens und Kollegs) starten am kommenden Montag an 280 Schulen in das Schuljahr 2020/21. 4947 Mädchen und Buben werden erstmals eingeschult und 360 Lehrpersonen treten neu in den Schuldienst ein.

Weitere Neuerungen

Aber natürlich gibt es in diesem Jahr nicht nur Neuerungen, welche mit dem Coronavirus im Zusammenhang stehen. So werde etwa an den Mittelschulen ab der zweiten Klasse Deutsch, Mathematik und die erste lebende Fremdsprache in zwei Anforderungsniveaus unterrichtet. Weiters startet am Institut St. Josef im Rahmen eines Schulversuchs eine Ausbildung zur Pflegeassistenz.

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