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Herbstmesse: Weit weniger Besucher

15.09.2020 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Um die 370 Aussteller waren vor Ort – üblich waren bisher etwa 500.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Um die 370 Aussteller waren vor Ort – üblich waren bisher etwa 500.Klaus Hartinger

Konkrete Zahlen werden nicht genannt. Sicherheitskonzept gelungen.

Fast wäre sie im Trubel der Wahlberichterstattung untergegangen: die Bilanz der 72. Dornbirner Herbstmesse. Wie jedes Jahr informierten die Verantwortlichen am Sonntag­abend, zum Ende der fünf Messetage, über den Stand der Dinge. Dabei steht eines außer Zweifel: Die 72. Herbstmesse ging heuer wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen über die Bühne. Daher fällt die Bilanz weniger euphorisch aus als in den vergangenen Jahren.

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Klaus Hartinger

Mit einer ganzen Reihe an Maßnahmen setzten die Beteiligten darauf, die Großveranstaltung für Besucher möglichst sicher zu gestalten. „Das Sicherheitskonzept wurde von den Besuchern vor Ort sehr gut angenommen“, zieht Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel Bilanz. Laut Aussendung haben 85 Prozent der Besucher die Maßnahmen mit „Sehr Gut“ oder „Gut“ bewertet und fühlten sich beim Besuch im Messeareal sicher. Das erarbeitete Präventionskonzept habe sich somit bewährt und zeige, dass Messen und Veranstaltungen durchaus wieder möglich seien.

Sicherheit und Signalwirkung

Das Ziel sei stets gewesen, das Areal zum sichersten Ort in der Region zu machen. „So sicher wie auf der Messe fühlt man sich nicht überall“, hätte es in Gesprächen mit Besuchern und Ausstellern geheißen, sagt Tichy-Treimel, die bei der Durchführung auch in ihrer Funktion als Präsidentin des österreichischen Messeverbandes aktiv war. Die Signalwirkung für die Wirtschaft und für andere große Messen sei enorm, meinte sie bei der Eröffnung.

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Im Gegensatz zum Sicherheitskonzept war es jedoch nicht möglich, andere Indikatoren zu beeinflussen. Etwa die steigenden Covid-19-Fallzahlen. Doch dass die Zahlen – etwa durch Reiserückkehrer – in den vergangenen Tagen wieder gestiegen sind, war für Tichy-Treimel „eigentlich klar“, betont sie. Schließlich seien über den Sommer keine strengen Maßnahmen gesetzt worden. Sie hätte sich gewünscht, die Maskenpflicht wäre schon viel früher zurückgekehrt, „dann hätten sich die Menschen längst dran gewöhnt“.
Tichy-Treimel ist sicher, mit dem Konzept den richtigen Weg gegangen zu sein. Sie würde sich immer wieder für die Durchführung entscheiden.

Keine Zahlen veröffentlicht

Wie sich dann letztendlich die erschwerten Bedingungen und auch die steigenden Corona-Zahlen auf den Erfolg der 72. Herbstmesse ausgewirkt haben, ist nicht bekannt. Jedenfalls war schon die Messeeröffnung verhalten, es gab keine wie sonst üblichen Parkplatzprobleme rund um das Areal oder gar Stauvorkommnisse – nicht mal an Samstag oder Sonntag.

Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Messe-Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel.Klaus Hartinger

Bewusst hat sich die Messe-Geschäftsführerin dazu entschieden, keine Besucherzahlen zu veröffentlichen. „Wir sind, was das betrifft, nie von der Basis 2019 ausgegangen. Die Einschätzung, wie viele Menschen sich tatsächlich trauen, kommen und das Konzept annehmen, war schwer“, sagt sie. Es seien sicherlich weniger Besucher als erwartet gewesen. Darüber hinaus werde man aber keine Zahlen herausgeben. „Wir müssen keine Zahlen veröffentlichen. Andere Messen – wie Tulln – haben das auch nicht“, begründet Tichy-Treimel die Entscheidung.

Erfolg oder Misserfolg

Zum finanziellen Erfolg oder Misserfolg der Herbstmesse wollte sich Tichy-Treimel aktuell nicht äußern. „Es muss derzeit noch alles evaluiert werden. Natürlich hatten wir höhere Kosten wegen des Sicherheitskonzepts, etwa Personalkosten. Wenn wir alles erhoben haben, wird mit den Eigentümervertretern abgerechnet“, erklärt sie.

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Erste große Messe

Die Herbstmesse war nach Tulln die erste große österreichische Publikumsmesse nach dem Lockdown. Es folgen Messen in Klagenfurt, Innsbruck oder Graz. Die Verantwortlichen haben immer wieder die Bedeutung der Messe für die Region und für den Wirtschaftsstandort Vorarl­berg betont. Deswegen hatten sich die Verantwortlichen der Dornbirner Messe dazu entschlossen, die 72. Herbstmesse auf die Beine zu stellen, hieß es. Für die Veranstaltung von 9. bis 13. September 2020 wurde ein bis ins Detail geplantes Sicherheits- und Hygienekonzept vorbereitet. Das Motto lautete: „Wir werden mit Abstand die sicherste Herbstmesse Öster­reichs sein.“

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Um dem behördlich genehmigten Covid-Konzept gerecht zu werden, mussten Abstriche gemacht werden. Die traditionelle Eröffnung konnte nicht in gewohnter Art und Weise stattfinden, und auch die Partynächte im Wirtschaftszelt fielen heuer flach. Jeder einzelne Besucher wurde mit Name, Adresse und Telefonnummer registriert.

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