Allgemein

Mehr Geld für erneuerbare Energie

17.09.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bundesrat Adi Gross (l.) und Landesrat Johannes Rauch von den Vorarlberger Grünen. <span class="copyright">Grüne</span>
Bundesrat Adi Gross (l.) und Landesrat Johannes Rauch von den Vorarlberger Grünen. Grüne

Grüne sehen “Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz” positiv.

Begeistert über das „Erneuerbaren Ausbau Gesetz 2020“ (EAG2020), das von Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) am Mittwoch in Begutachtung geschickt worden ist, zeigten sich ihre Vorarlberger Parteikollegen. Für Landesrat Johannes Rauch und Bundesrat Adi Gross ist das neue Gesetz „ein großer Schritt für den Klimaschutz und gleichzeitig ein enormes Wirtschafts- und Beschäftigungspaket“.
Ziel der neuen Regelung ist es, bis 2030 die Produktionskapazität für Strom aus erneuerbaren Energiequellen um 27 Terawattstunden (TWh) zu steigern. Derzeit liegen diese bei 55 TWh. Zu diesem Zweck wird das Fördersystem grundlegend umgebaut. Der Aufwand soll – durchgerechnet über drei Jahre – eine Milliarde Euro pro Jahr nicht überschreiten. Durch den geplanten Ausbau soll es möglich sein, 2030 den gesamten Strombedarf Österreichs mithilfe erneuerbarer Energieträger zu decken.

2600 Gigawattstunden Ökostrom zusätzlich

Rauch und Gross verdeutlichten am Mittwoch, dass durch das EAG2020 jährlich österreichweit der Stromverbrauch Vorarlbergs von 2600 Gigawattstunden in Ökostrom aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasser dazukommen soll. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4400 Kilowattstunden pro Haushalt könnten damit jährlich 590.000 Haushalte in ganz Österreich zusätzlich mit ausschließlich Ökostrom versorgt werden.

Die Photovoltaik im Land soll bis 2030 stark ausgebaut werden. <span class="copyright">Symbolbild/vol.at</span>
Die Photovoltaik im Land soll bis 2030 stark ausgebaut werden. Symbolbild/vol.at

Ein wichtiger Baustein bei der Energiewende soll in Vorarlberg neben der Wasserkraft auch die Photovoltaik (PV) sein, berichteten die Vertreter der Vorarl­berger Grünen. Zu diesem Zweck wurde seitens des Landes das Ziel ausgegeben, bis 2030 den jährlichen Zubau an PV-Anlagen zu verdreifachen. Auf diese Weise sollen rund 44.000 Dächer zur Stromerzeugung genutzt werden. Dazu müssten die vorhandenen Fördergelder konsequent genutzt werden. Im Herbst soll zudem im Landtag das Elektrizitätswirtschaftsgesetz novelliert werden. Die Bewilligungsfreistellung für PV-Anlagen von derzeit 100 kWpeak soll auf 500 kWpeak erhöht werden. Vorarlberg nehme damit österreichweit eine Vorreiterrolle ein, meinten Rauch und Gross. Durch die Anhebung werde die Errichtung größerer Anlagen erleichtert.

Klimaneutrale Landesverwaltung

Daneben wurde seitens des Landes auch die „MissionZeroV“ gestartet. 2018 einstimmig im Landtag beschlossen hat diese zum Ziel, die Landesverwaltung klimaneutral zu gestalten. Unter anderem werden auf den landeseigenen Gebäuden PV-Anlagen installiert, um den Strombedarf zu decken.

Auch die Wasserkraft soll durch das EAG2020 einen Schub erhalten.<span class="copyright"> vol.at</span>
Auch die Wasserkraft soll durch das EAG2020 einen Schub erhalten. vol.at

Ein weiterer Vorteil des EAG2020 ist für die Vorarl­berger Politiker, dass dadurch auch der Ausbau von Wasserkraft unterstützt wird. Dies sei gerade bei geplanten Projekten wie dem Kraftwerk an der Bregenzer Ach ein wichtiger Anreiz. Auch für Stromerzeuger gebe es nun mehr Planungssicherheit, da etwa Unterstützungszahlungen künftig über 20 Jahre gewährt werden sollen und nicht nur für 13 oder 15 Jahre wie bisher. Für die Errichtung kleinerer Anlagen (bis zu einer Leistung von 500 kW) gibt es dagegen eine Investitionsförderung.
Eine Neuerung stellen die Energiegemeinschaften dar. In diesen können sich Privatpersonen oder auch Unternehmen zusammenschließen, um gemeinsam Ökostrom zu produzieren und zu nutzen. Dadurch sollen sie von niedrigeren Netzgebühren profitieren. Das EAG2020 soll am 1. Jänner 2021 in Kraft treten.