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Im Schnitt 19 Stunden bis zum Ergebnis

21.09.2020 • 21:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) appellieren an die Vernunft.<span class="copyright">VLK</span>
Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrätin Martina Rüscher (beide ÖVP) appellieren an die Vernunft.VLK

Landesregierung appelliert verschärfte Maßnahmen ernst zu nehmen.

inmal mehr informierten die Verantwortlichen des Landes am Montag über die aktuelle Entwicklung der Corona-Pandemie in Vorarlberg. Stunden zuvor waren neue und strenge Regeln der Bundesregierung in Kraft getreten.
Aktuell steigen die Covid-19-Neuinfektionen an, ebenso die Zahl jener Personen, die im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das Dashboard des Landes wies am Montag um 16 Uhr 455 aktive Fälle auf. 15 Personen befanden sich im Spital, drei davon mussten auf der Intensivstation beatmet werden.

Mehr Symptome

Auffällig ist laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, dass wieder mehr infizierte Personen Symp­tome zeigen würden. Nur noch 20 Prozent der Erkrankten hätten keine Symptome. Die Landesregierung rechnet damit, dass die Zahlen in den nächsten Wochen weiter zunehmen werden. „Wir könnten in eine ernste Lage kommen. Daher gilt es, alles zu unternehmen, damit kein zweiter Lockdown entsteht“, meinte der Landeshauptmann. Es geht um Gesundheit, aber auch um Arbeitsplätze.

Beschleunigung

Neben den aktuell Infizierten befinden sich 302 Kontaktpersonen in Absonderung. Was die Aufarbeitung der Kontaktlisten betrifft, war man zuletzt in Verzug geraten, weil es schlicht zu viele waren. Um die Kontaktverfolgung zu beschleunigen, wurde das Infektionsteam – wie berichtet – auf das Dornbirner Messegelände verlegt und verstärkt. Derzeit können bei etwa 20 bis 30 Prozent aller Fälle die Infektionsquellen nicht ausfindig gemacht werden. Kritisch wäre jedoch erst ein Wert ab 50 Prozent.

Mehr Tests

Die Verantwortlichen arbeiten daran, die Testungen weiter zu steigern. Momentan ist Vorarlberg im Bundesländervergleich auf dem dritten Platz, was die Testungen pro 100.000 Einwohner betrifft. Pro Tag werden bis zu 1500 Personen getestet. Derzeit beträgt die Zeitspanne zwischen dem Anruf bei 1450 und dem Ergebnis im Schnitt 19 Stunden.

Überlegungen gibt es auch bezüglich der Einführung eines Anti-Gen-Tests, welcher nach 15 Minuten ein Ergebnis liefert. Laut Rüscher seien dabei die negativen Ergebnisse zutreffend, die positiven müssten dann noch einmal nachgetestet werden.

Kontrollen werden verschärft

Die Maßnahmen des Bundes werden von der Landesregierung ausdrücklich unterstützt. Nach Wallners Einschätzung könne der Neuanstieg mit simplen Maßnahmen wie Abstand, Reduzierung der sozialen Kontakte und den bekannten Hygienemaßnahmen eingedämmt werden. Er appellierte an die Bevölkerung, die Lage ernst zu nehmen. „Ich weiß, dass Hochzeiten oder Grillfeste abgesagt werden müssen. Aber es ist keinem geholfen, wenn es anstatt in der Gastronomie im privaten Bereich große Zusammenkünfte gibt“, betonte Wallner.

Des Weiteren soll die Einhaltung der Regeln stärker überprüft werden. Eine erste Schwerpunktkontrolle war am Wochenende in Dornbirn durchgeführt worden – dieses Vorgehen der Exekutive soll wiederholt werden. Der Landeshauptmann betonte auch, dass in den Regionen mit orange eingefärbter Corona-Ampel strengere als vom Bund vorgegebene Richtlinien hinsichtlich der Anzahl der Besucher gelten.

Österreichweit geltende Maßnahmen

• Veranstaltungen ohne zugewiesene Sitzplätze

Drinnen zehn Personen, draußen 100 Personen, ausgenommen Begräbnisse, religiöse Veranstaltungen und Demonstrationen

• Veranstaltungen mit zugewiesene Sitzplätze

Drinnen und draußen wird ab 250 Personen eine Genehmigung benötigt.

• Covid-19-Beauftragter

Die Verpflichtung zur Bestellung eines Covid-19-Beauftragten und zur Ausarbeitung und Umsetzung eines Präventionskonzepts gilt bei Veranstaltungen über 50 Personen in geschlossenen Räumen und über 100 Personen im Freien.

• Privat

In den eigenen vier Wänden gelten keine rechtlichen Beschränkungen, soziale Kontakte sollten jedoch reduziert werden.

• Gastronomie

Essen und trinken ist drinnen nur an einem Sitzplatz erlaubt. An einem Tisch sind maximal zehn Personen gestattet (Kinder und Angehörige desselben Haushaltes nicht eingerechnet). Die Sperrstunde für die Nachtgastronomie um 1 Uhr gilt auch für geschlossene Veranstaltungen.

• Mund-Nasen-Schutz-Pflicht

Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist in folgenden Bereichen Pflicht: in allen Geschäften, im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitsbereich, im Parteienverkehr bei Behörden, in Schulen außerhalb des Klassenzimmers, in der Gastronomie für Servicepersonal und Gäste, sobald sie nicht am Tisch sitzen, auf Märkten und Messen auch draußen.

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