Allgemein

50 Prozent Umsatzeinbußen

23.09.2020 • 20:03 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel will die Messe durch die Krise führen.<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel will die Messe durch die Krise führen.Klaus Hartinger

Die Dornbirner Herbstmesse wurde von knapp 12.000 Menschen besucht.

Besucher: 11.929, Aussteller: 370, Covid-19-Infektionen: Null. So lautet die Bilanz der Dornbirner Herbstmesse. Über eine Woche nach Ende der Großveranstaltung haben die Verantwortlichen nun konkrete Zahlen bei einem Pressegespräch veröffentlicht. Laut Geschäftsführerin Sabine Tichy-Treimel habe man die zehntägige Inkubationszeit abwarten wollen, um dann ein Gesamtresümee ziehen und präsentieren zu können.

Etwa zwei Drittel der knapp 12.000 Tickets wurden verkauft, der Rest gratis herausgegeben, informierte Tichy-Treimel. In „normalen“ Jahren werden etwa 70.000 Messebesucher erwartet. Allerdings würden die Besucher­erlöse lediglich zehn Prozent des Umsatzes ausmachen.

Reduktion der Standmiete

„Für die 370 Aussteller wären höhere Besucherzahlen besser gewesen, das liegt wohl auf der Hand“, meinte Tichy-Treimel. Einige hätten trotzdem ein gutes Ergebnis erzielt, für andere sei es schwierig gewesen, neue Kunden zu generieren. Das schlägt sich in deren Umsatz nieder. Aus diesem Grund sei den Ausstellern nach Messeabschluss eine Reduktion der Standmieten angeboten worden.

50 Prozent Umsatzeinbußen

Das finanzielle Ergebnis der 72. Herbstmesse darzulegen, ist laut Geschäftsführerin nicht möglich. Viele Aussteller oder Mitarbeiter hätten einen Jahresvertrag. Jedenfalls geht die Messegesellschaft für das Jahr 2021 von 50 Prozent Umsatzeinbußen aus. „Das ist eine große Zahl“, sagte Tichy-Treimel. Ihr zufolge soll das Minus in erster Linie durch geringere Personalkosten abgefedert werden. Alle 34 Mitarbeiter sind ab Oktober wieder in Kurzarbeit. Kündigungen werde es keine geben.

Planung aufgenommen

Die 180.000 Euro, welche in das Präventionskonzept inves­tiert wurden, seien langfristige Investitionen und würden bei künftigen Veranstaltungen erneut zum Tragen kommen. Da den Rest des Jahres keine Veranstaltungen mehr stattfinden, fallen erst einmal keine weiteren Kosten mehr an. Trotzdem soll die Planung für das kommende Jahr aufgenommen werden.

Der Vorbereitungszeitraum für eine Messe dieser Größenordnung liegt laut Tichy-Treimel bei sechs bis acht Monaten. Es wird sich also in den nächsten Wochen entscheiden, ob etwa die Frühjahrsmesse „Schau!“ über die Bühne gehen wird. Es bleibt ein Fahren auf Sicht, da es momentan keinerlei Anhaltspunkte gibt, wie die Gegebenheiten in 2021 sein werden.

Besucher-Fiasko

Trotz Besucher-Fiasko würde die Messegeschäftsführerin heute dieselbe Entscheidung treffen und die Messe durchführen. Eine Absage sei keine Option gewesen. Einmal mehr betonte sie die Bedeutung als Wirtschaftsmotor und zentraler Marktplatz für die Region. „Nun werde ich die Messe durch diese Krise führen“, kündigte Tichy-Treimel an. Freude herrscht jedenfalls darüber, dass es keinen einzigen Covid-Fall im Zusammenhang mit der Herbstmesse gab.

Ampel auf orange

Nachdem der Bezirk Dornbirn auf der Corona-Ampel orange eingefärbt ist, hat die Dornbirner Messegesellschaft alle für heuer geplanten Messen abgesagt. Nach jetzigen Gegebenheiten wären lediglich 250 Besucher zugelassen, ein Gastronomiebetrieb ist nicht erlaubt. „Das verunmöglicht die Durchführung trotz Sicherheits- und Hygienekonzepts“, sagte Tichy-Treimel.