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Erfahrene Politiker im Duell

24.09.2020 • 11:00 Uhr / 7 Minuten Lesezeit

Bürgermeister Wolfgang Matt trifft in Feldkirch auf Daniel Allgäuer.

Amtsinhaber Wolfgang Matt verweist bei der Frage, warum die Feldkircher Bürgerinnen und Bürger am Sonntag ihm die Stimme geben sollen, auf seine Erfahrung und Führungsqualität. Er ist schon seit vielen Jahren in der Kommunalpolitik tätig und war bereits Ortsvorsteher, Stadtrat, Vizebürgermeister und ist seit März 2019 Bürgermeister. „Gemeinsam mit einem starken Team ist es mir gelungen, die Stadt mit Besonnenheit und ruhiger Hand durch die schwierige Corona-Zeit im Frühjahr zu führen und auch für die längst existente zweite Welle sind wir wiederum gut aufgestellt“, betont er.

Sparsam und vorausschauend wirtschaften

Bekannt sei vor allem seine „Erfahrung, wie man verantwortungsvoll mit Steuergeldern umgeht“. Sparsam und vorausschauend zu wirtschaften, sei ihm schon als Finanzstadtrat wichtig gewesen, erklärt Matt. Denn die Steuerzahlerinnen und Steuerzähler hätten ein Recht darauf, dass man mit ihrem Geld sorgsam umgeht. Das heiße auch, klare Investitionskonzepte zu haben, um die Zukunft nicht aus den Augen zu verlieren. „Es ist entscheidend, die richtigen Investitionen gezielt zu setzen. Denn eines ist klar: Städte und Gemeinden sind die wichtigsten Konjunkturmotoren für die Wirtschaft“, ist er überzeugt.
Feldkirch ist laut Matt die energieeffizienteste Stadt Österreichs. Darauf wolle er sich aber nicht ausruhen: „Vielmehr werde ich weiterhin alles daransetzen, den Beitrag unserer Stadt zur globalen Bekämpfung des Klimawandels weiter zu vergrößern.“ Erreicht werden soll dies durch gezielte Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs, durch noch mehr Fahrradfreundlichkeit, durch autofreie Bereiche in der Innenstadt und durch Verkehrsentlastung. Die Versorgungsquote der Haushalte mit eigener aus Wasserkraft gewonnener Energie sei heute schon überdurchschnittlich, aber dem Stadtchef ist es wichtig, durch zusätzliche Offensiven in den Bereichen Solaranergie und Nahwärme noch mehr zum Klimaschutz beizutragen.

Bürgermeister Wolfgang Matt schaffte es nicht die 50-Prozent-Marke zu überwinden. <span class="copyright">Hartinger</span>
Bürgermeister Wolfgang Matt schaffte es nicht die 50-Prozent-Marke zu überwinden. Hartinger

Für Matt wäre es auch fatal, Kultur als schmückendes Beiwerk zu sehen und dabei zu verkennen, dass diese für eine funktionierende Gesellschaft unverzichtbar ist: „Wir haben zu Beginn der Pandemie unseren Kulturschaffenden Planungssicherheit verschafft, indem wir alle Förderungen in vollem Umfang ausgezahlt haben, obwohl das eine oder andere Projekt in Frage stand. Und wir investieren massiv in Bildung, weil hier die Basis für das gelingende Leben, um einen zentralen Begriff des Humanismus aufzugreifen, liegt.“

Solidarität zwischen den Generationen

Die Solidarität einer Gesellschaft lässt sich aus Sicht des Bürgermeis­ters an der Solidarität zwischen den Generationen ablesen: „So wie wir uns mit optimaler Kinderbetreuung um die Jüngsten kümmern, leisten wir mit unseren Pflegeheimen, den Krankenpflegevereinen und dem Programm ‚Gerne älter werden in Feldkirch‘ auch unseren Beitrag dazu, dass Seniorinnen und Senioren die Aufmerksamkeit erhalten, die sie sich verdient haben.“ Er stehe für ein buntes und vielfältiges Feldkirch, in dem sich Menschen, egal welcher Herkunft, sicher und wohl fühlen können, sagt Matt abschließend.

Der Herausforderer: Daniel Allgäuer

Für Daniel Allgäuer, den Bürgermeisterkandidaten der Freiheitlichen, ist Feldkirch „eine wunderschöne Stadt und ein chancenreicher Lebensraum“. Viele Menschen würden jedoch erkennen, dass die aktuelle Stadtpolitik dieses große Potenzial nicht so ausschöpft, wie es sein sollte. Auch er zeigt sich überzeugt: „Unser Feldkirch kann mehr.“

Daniel Allgäuer erreichte im ersten Wahlgang 23,7 Prozent und landete auf Platz Zwei. <span class="copyright">FPÖ</span>
Daniel Allgäuer erreichte im ersten Wahlgang 23,7 Prozent und landete auf Platz Zwei. FPÖ

Um die Stadt positiv weiterzuentwickeln, brauche es vor allem einen neuen Stil des Miteinanders. „Gerade in den letzten Monaten hat die Stadtpolitik einige Entscheidungen getroffen, ohne die Anliegen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger ausreichend zu berücksichtigen. Notwendige Informationen werden vorenthalten, es fehlt an Transparenz, Entscheidungen werden oft hinter verschlossen Türen im ‚stillen Kämmerlein‘ gefällt, es wird einfach drübergefahren“, bringt es der Stadtrat auf den Punkt.

Gemeinsame Lösungen finden

Allgäuer ist überzeugt, dass die zukünftigen Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden können: „Nicht über die Bürgerinnen und Bürger drüberfahren, sondern den Feldkircherinnen und Feldkirchern zuhören, sie verstehen und dann die richtigen Entscheidungen treffen und gemeinsam die besten Lösungen für unsere Stadt umsetzen. Nur so wird es uns gelingen, unser Feldkirch gut in die Zukunft zu führen“.

Auf Augenhöhe

Als Bürgermeister möchte der Freiheitliche ein Partner auf Augenhöhe für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt sein sowie mit Herz und Hausverstand für und mit den Menschen arbeiten. „Das ist mein Verständnis von Politik und dafür stehe ich“, betont er.

Verkehrsbelastung wird immer größer

Welche Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Kommune getroffen werden müssen, ist aus Sicht des Bürgermeis­terkandidaten klar: „Wir müssen zukunftsfähige und bürgerfreundliche Verkehrslösungen schaffen. Die Belastung durch den Verkehr wird in unserer Stadt immer größer. Es gilt daher, den Bau des Stadttunnels mit voller Kraft voranzutreiben. Wir können uns hier keine weiteren Verzögerungen leisten.“ Zudem müssten die Nutzung des öffentlichen Verkehrs attraktiver gemacht und dort, wo zusätzlicher Bedarf bestehe, das Angebot entsprechend ausgebaut werden. Aus Sicht des Stadtrats hat Feldkirch hat die schönste Innenstadt Vorarlbergs. Gemeinsam müsse aber mehr daraus gemacht werden.

Attraktive Ortszentren schaffen

Ein besonderes Anliegen ist Allgäuer auch die Aufwertung und Stärkung der Feldkircher Stadtteile, um die Lebens- und Wohnqualität weiter zu verbessern. Es gelte die Verkehrssicherheit in den Wohngebieten zu erhöhen, die notwendige Infrastruktur zu sichern und attraktive Ortsteilzentren zu schaffen. Weitere Schwerpunkte sind für den Bürgermeisterkandidaten die Umsetzung neuer Modelle für mehr leistbaren Wohnraum, die Sicherstellung fairer Bildungschancen für die Kinder und die gerechte Unterstützung der Vereine, weil gerade diese einen enormen Beitrag für das Zusammenleben leisten.
„Dafür trete ich ein und um das in den kommenden Jahren für Feldkirch zu schaffen, werde ich als Bürgermeister jeden Tag mein Bestes geben“, fasst Allgäuer zusammen.

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