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Pfänderbahn heuer in der Verlustzone

29.09.2020 • 20:26 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Gondel ist eine Maske zu tragen und die Personenanzahl ist begrenzt.<span class="copyright"> Klaus Hartinger</span>
In der Gondel ist eine Maske zu tragen und die Personenanzahl ist begrenzt. Klaus Hartinger

Kinz rechnet mit Umsatzrückgang von 1,5 Millionen Euro.

Die Pfänderbahn AG, die insbesondere die Seilbahn auf den Bregenzer Hausberg betreibt, rechnet angesichts von Reisewarnungen und verschärften Corona-Schutzbestimmungen im laufenden Geschäftsjahr 2020/21 (April-März) erstmals seit Jahren mit einem Verlust. Das erklärte Thomas Kinz, Vorstand der Pfänderbahn AG, im Gespräch mit der Wirtschaftspresseagentur.com. Der Grund dafür liege in einem zu erwartenden massiven Umsatzrückgang im heurigen Jahr. Im Geschäftsjahr 2018/19 hat die Pfänderbahn AG noch einen Umsatz von 3,9 Millionen Euro erzielt, 2019/20 waren es 3,7 Millionen Euro. Den Rückgang im Vorjahr erklärt Kinz mit den zwei Wochen Lockdown im März 2020, welche das Unternehmen im letzten Betriebsmonat des Geschäftsjahres gerade noch erwischt hätten.

„Für das laufende Geschäftsjahr 2020/21 gehen wir allerdings von einem Umsatzrückgang um etwa 1,5 Millionen Euro auf etwa 2,5 Millionen Euro aus“, sagt Kinz. Damit könne die Pfänderbahn nur noch ihre reinen Betriebskosten verdienen, aber nicht mehr die AfA. „Deshalb müssen wir von einem Jahresverlust ausgehen, den wir auch verkraften werden. Denn unsere langjährigen Mitarbeiter werden wir zur Senkung der Kosten sicher nicht kündigen.“ Aktuell beschäftigt die Pfänderbahn 17 Mitarbeiter.

Die Pfänderbahn machte Verluste.<span class="copyright">NEUE</span>
Die Pfänderbahn machte Verluste.NEUE

Großteil des Geschäfts im Sommer

Für diese Jahresprognose müsse Außenstehenden die Betriebsauslastung der Pfänderbahn über das Jahr gesehen bekannt sein. „Wir machen 85 Prozent unserer Beförderungen in der Regel zwischen April und Oktober. Heuer bewegten wir uns im April und Mai bei einem Minus von fast 100 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten. Im Juni waren es noch immer minus 50 Prozent“, lässt Kinz wissen. Erst ab Juli habe sich die Situation entspannt, aber auch im August gebe es ein Beförderungsminus von immer noch 15 Prozent. Nach einem vergleichsweise guten September und mit einem ebenso guten Oktober wäre man vielleicht noch mit einem blauen Auge über die Runden gekommen. „Aber jetzt müssen wir für Oktober ebenfalls mit einem zweistelligen Rückgang rechnen.“ Der Pfänderbahn würden derzeit insbesondere Seniorengruppen aus dem In- und Ausland fehlen. Dazu kämen viele Schülergruppen aus Deutschland, die sonst einen Ausflug auf den Pfänder machen würden

Dividende in die Rücklagen

Aufgrund dieser Situation werde es zu keiner Dividendenzahlung für das gut verlaufene Geschäftsjahr 2019/20 kommen. Im Vorjahr erzielte die Pfänderbahn AG ein Vorsteuerergebnis von 1,3 Millionen Euro. Über 742.000 Passagiere wurden transportiert. „Es ist meine Verantwortung, den Fortbestand des Unternehmens und die Arbeitsplätze zu sichern. Deshalb geht die Dividende heuer in die Rücklagen.“ Das trifft auch die Öffentliche Hand. Denn die Pfänderbahn AG gehört rund 70 Aktionären, wobei ein Drittel der Anteile die Stadt Bregenz und die Gemeinde Lochau halten.

„Heuer bewegten wir uns im April und Mai bei einem Minus von fast 100 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten. “

Thomas Kinz, Vorstand Pfänderbahn AG

„Unangebrachte Angstmacherei“

Angesprochen auf die Covid-19-Präventionsmaßnahmen sagte Kinz: „So wie diese Maßnahmen gesetzt und kommuniziert werden, lösen sie bei vielen Menschen einfach nur Angst aus. Dabei ist diese Panikmache völlig unangebracht, das muss sich ändern.“ Denn die Angst führe etwa dazu, dass Menschen trotz Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht mehr auch nur für wenige Minuten in eine Gondel steigen, um danach an der frischen Luft am Pfänder spazieren zu gehen.
„Dabei ist aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen hier eine Ansteckung nahezu ausgeschlossen.“

Günther Bitschnau/wpa

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