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AMS verzeichnet mehr Langzeitarbeitslose

01.10.2020 • 17:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit 6,7 Prozent hat Vorarl­berg die drittniedrigste Quote. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Mit 6,7 Prozent hat Vorarl­berg die drittniedrigste Quote. Klaus Hartinger

Zahl der Langzeitarbeitslosen ist deutlich ­gestiegen. Personalnachfrage gesunken ist.

Obwohl Vorarlberg mit einer Arbeitslosenquote von 6,7 Prozent vergleichsweise noch gut dasteht, ist der heimische Arbeitsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin im Krisenmodus. Mit 12.057 Personen gab es gegenüber dem Vorjahr in Vorarl­berg einen Zuwachs von 2975 vorgemerkten Arbeitslosen. Im Vergleich zum Corona-bedingten Höchststand im April 2020 reduzierte sich die Zahl im September um 5871 Personen, gegenüber dem Vormonat um 852 Personen. Darüber informierten die Zuständigen am Donnerstag in einer Aussendung.
Bereits spürbar ist laut Angaben in dem Schreiben der Anstieg bei den Langzeitbeschäftigungslosen. Dieser sei jedoch nicht auf Arbeitslose zurückzuführen, die Corona-bedingt sich im März arbeitslos gemeldet haben, sondern auf die geringere Personalnachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Mit 2433 Langzeitbeschäftigungslosen gab es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 964 Personen.

„Obwohl die Arbeitslosenzahlen gegenüber dem Vormonat gesunken sind, ist die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen deutlich gestiegen“, bestätigt Arbeitsmarktservice-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter. Während einer guten Konjunkturphase würden die Gründe für eine lange Zeit der Jobsuche oft an personenbezogenen Kriterien wie Alter, gesundheitlichen Einschränkungen und einer niedrigen Ausbildung liegen. Derzeit komme jedoch ein weiterer wesentlicher Faktor hinzu. „Die Personalnachfrage ist gesunken, und daher haben sich die Jobchancen für arbeitslose Personen deutlich verschlechtert“, erläutert Bereuter.
Konkret gab es im September mit insgesamt 5711 Personen im Haupterwerbsalter (25 bis 45 Jahren) einen Anstieg von 1525 (+ 36,4 Prozent). Im Vergleich zu den anderen Altersgruppen ist die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 19 Jahren um 30 Personen oder 10,6 Prozent zurückgegangen. Aktuell haben 1004 Personen eine Wiedereinstellzusage. Dies sind gut acht Prozent aller vorgemerkter Arbeitslosen.
Offene Stellen gibt es im Vergleich zum Vorjahr wesentlich weniger. Diese verringerten sich um 1065 Jobs.

Bildung

Der Anteil vorgemerkter Arbeitsloser mit maximal Pflichtschulabschluss liegt auf Vorjahresniveau – nach wie vor sind das knapp die Hälfte (45,6 Prozent). Die Detailauflistungen der vorgemerkten Arbeitslosen in Vorarlberg zeigt auch, dass bei Inländern die Arbeitslosigkeit um etwas mehr als 30 Prozent stieg. Bei Ausländern waren es 37,2 Prozent, bei Konventionsflüchtlingen sowie subsidiär Schutzbedürftigen 41 Prozent.
Drittniedrigste Quote. Österreichweit stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahresvergleich um 27,5 Prozent, was einem Anstieg von 74.809 Personen entspricht. Mit 6,7 Prozent hat Vorarlberg die drittniedrigste Arbeitslosenquote und liegt unter dem österreichweiten Schnitt von 8,4 Prozent. Nur Tirol, Ober­ös­ter­reich und Salzburg schnitten besser ab.