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„Zeit für Weiterbildung jetzt nutzen“

06.10.2020 • 18:34 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
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Landeshauptmann Markus Wallner und Landesrat Marco Tittler.VLK

Fokus auf Qualifizierungen und Wirtschaftsmonitoring.

Priorität hat in der Pandemie stets der Schutz von Menschenleben. Gleichzeitig gab es Einschnitte, als das Wirtschaftsleben zurückgefahren wurde. Die Folgen werden wohl noch länger zu spüren sein. Nach der ersten Schadensbegrenzung verfolgt die Landesregierung eine zukunftsfitte Ausrichtung des Wirtschaftsstandorts.

Die Ziele: Liquidität erhalten, Arbeitsplätze sichern, Betriebe stabilisieren und Härtefälle abfedern. Im Anschluss an die wöchentliche Regierungssitzung informierten Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler (beide ÖVP) über den Stand der Dinge und Vorhaben vonseiten des Landes.

Im heurigen Jahre sollen insgesamt knapp 11,2 Millionen Euro in den Arbeitsmarkt investiert werden

Lage stabil, könnte sich aber verschlechtern

Im April wurden in Vorarlberg fast 18.000 Arbeitslose verzeichnet. Aktuell sind es knapp über 12.000. Ziel für 2021 ist es, wieder unter 10.000 zu kommen. „Ein ehrgeiziges Ziel“, beschreibt es Wallner, da die Entwicklung zwar stabil sei, aber es gewisse Anzeichen gebe, dass sich die Lage auch wieder verschlechtern könnte.

Wallner kündigte an, sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen zu verlängern. So wird die Möglichkeit auf Mikrokredite für kleine Unternehmen (maximal neun Beschäftigte), die noch immer in Nöten sind, bis Ende des Jahres verlängert. Die Vorteile der Kleinkredite sind vor allem die rasche Liquidität und die Haftung dahinter, welche von Land, Arbeiter- und Wirtschaftskammer übernommen wird.
217 Unternehmen haben diese Mikrokredite bisher in Anspruch genommen. Das entspricht 2,1 Millionen Euro.

Die Kleinkredite in Höhe von maximal 10.000 Euro werden auch Selbstständigen, freiberuflich Tätigen sowie unselbständig Erwerbstätigen oder Corona-bedingt Arbeitslosen gewährt.

Arbeitsstiftung des Bundes

Eine wesentliche Neuerung sei die Corona-Arbeitsstiftung des Bundes. Dadurch fließen noch einmal acht Millionen Euro ins Land – konkret an das Arbeitsmarktservice Vorarlberg (AMS). Mit diesen Geldern sollen Qualifizierungen, Stipendien oder Ausbildungen finanziert werden. Zielgruppe sind Arbeitslose, Wiedereinsteiger nach familiär bedingter Berufsunterbrechung sowie Personen mit Behinderungen oder Kurzarbeiter.

Schon jetzt im Herbst soll diese Förderung ausgerollt, 2021 dann umgesetzt werden. „Sicher ist, dass uns auch nach der Krise wieder verstärkt gut ausgebildete Fachkräfte fehlen werden. Daher sollten wir unbedingt die Zeit jetzt für Weiterbildungen nutzen“, meinte der Landeshauptmann.

Was die Menschen in Kurzarbeit betrifft, so gab es im Frühjahr 67.500 Betroffene im Land. Das sei laut Wallner der verhältnismäßig höchste Wert in Österreich gewesen. Die Zahl ist inzwischen auf 22.000 zurückgegangen. Insgesamt sind es derzeit etwa 5400 Betriebe, die Kurzarbeit angemeldet haben. „Das Modell hat sich bewährt. Es ist eines, um das wir von anderen beneidet werden“, meinte Wallner.

Bonus für Lehrstellenmarkt

Vor Herausforderungen stehe auch der Lehrstellenmarkt. Es gibt heuer zwar mehr offene Lehrstellen, aber auch mehr Suchende. Hier soll der „Vorarl­berg-Bonus“ unterstützen. Gefördert wird zum einen die Aufnahme von Lehrlingen, die noch keine Lehrstellenzusage haben, insbesondere „benachteiligter“ Jugendlicher. Zum anderen gibt es einen Bonus für die Übernahme von Jugendlichen aus einer überbetrieblichen Ausbildungseinrichtung.

Wirtschaftsmonitoring

Eine weitere Neuheit stellte Landesrat Tittler vor. Ab sofort gibt es ein Wirtschaftsmonitoring. Auf einem Dashboard wird der Zustand der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes dargestellt – die Daten werden in kurzen Zeitspannen aktualisiert.

Zur Beurteilung wurden Indikatoren ausgewählt, die Rückschlüsse auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen zulassen. Dazu zählen neben Arbeitsmarktzahlen etwa auch die Entwicklungen des Mobilitätsverhaltens, das Verkehrsaufkommen oder der Stromverbrauchs Man werde aber weiterhin auch auf Datenquellen wie die des Wifo zurückgreifen. „Es ist eine Ergänzung. Aufgrund der 15 Indikatoren, kombiniert mit unseren regelmäßigen Umfragen in Unternehmen, können dann Zukunftsentscheidungen getroffen werden“, kündigte Tittler an.

Das Monitoring ist ab sofort online unter der Adresse www.vorarlberg.at/monitoring verfügbar.

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