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Sieger-Entwurf für Bergstation gekürt

11.10.2020 • 11:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So soll das neue Bergrestaurant Grüneck am Golm aussehen. <span class="copyright"> Baumschlager Hutter Partners</span>
So soll das neue Bergrestaurant Grüneck am Golm aussehen. Baumschlager Hutter Partners

Büro Baumschlager Hutter hat Jury bei Wettbewerb überzeugt.

Das international tätige Architekturbüro Baumschlager Hutter Partners mit Hauptsitz in Dornbirn ist mit seinem Entwurf für das neue Bergstationsgebäude der Golmerbahn im Montafon erfolgreich gewesen. Die Architekten setzten sich gegen 13 Mitbewerber durch. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekt Erich Steinmayr tagte am 23. September. Zum Investitionsvolumen und möglichen Baubeginn will das auslobende Unternehmen, die illwerke vkw AG, derzeit noch noch keine Angaben machen. Man werde zunächst mit den drei erstgereihten Büros Gespräche führen, ließ Pressesprecher Andreas Neuhauser, auf NEUE-Anfrage wissen. Den zweiten Platz belegte Architekt Patrick Stremler mit dem Architekturbüro Dietrich Untertifaller, Dritte wurden Innauer Matt aus Bezau.

Herausfordernder Wettbewerb

Die Ausgangslage für die Architekten war herausfordend, muss das neue Gebäude nebst der Golmerbahn-Bergstation des renommierten und 2019 verstorbenen Bregenzerwälder Architekten Leopold Kaufmann doch zahlreiche Funktionen unter einem Dach vereinen. Das geforderte Raumprogramm ist komplex, die Nutzungen vielschichtig und der Flächenbedarf groß. Untergebracht werden müssen ein Restaurant mit Selbsbedienungs- und Bedienungsbereich samt Terrasse mit etwa 1000 Sitzplätzen sowie Sozialräume, Mitarbeiterunterkünfte, Garagen, Werkstätten, ein Skiverleih, das Skischulbüro und der Skikindergarten.

„Die Ausformulierung des schwebenden Gastrobereichs“ im Siegerentwurf wurde von der Jury ausdrücklich gelobt<span class="copyright"> Baumschlager Hutter Partners</span>
„Die Ausformulierung des schwebenden Gastrobereichs“ im Siegerentwurf wurde von der Jury ausdrücklich gelobt Baumschlager Hutter Partners

Überzeugende Antwort

Der Siegerentwurf von Baumschlager Hutter Partners, so schreibt die Jury, „besticht mit dem Umgang der Bauaufgabe in Bezug und Reaktion auf den Ort sowie auf das Freistellen und selbstbewusste Weiterentwickeln der bestehenden Bergstation“.
Ein Großteil des Neubaus soll in Holzbauweise hergestellt werden, lediglich das Unter- und Erdgeschoss sowie die erdberührenden Bauteile des ersten Obergeschosses werden konstruktiv bedingt in Stahlbeton errichtet. Stützen und Tragkonstruktion werden durch den Einsatz von viel Glas zur Fassade. Das gefällt auch den Preisrichtern: „Die Ausformulierung der vorgeschlagenen Holzstruktur ist in Anlehnung der bestehenden Stahlkonstruktion Kaufmanns eine logische und in hohem Maß überzeugende Antwort für die Bauaufgabe. Eine hohe Identifikation und Wiedererkennung wird dadurch erreicht.“ Das Raumprogramm organisiert das Siegerbüro auf fünf Ebenen, von denen zwei ausschließlich für interne Funktionen vorgesehen sind. Überzeugend sind für die Jury unter anderem die Ausformulierung des schwebenden Gastrobereiches in der darüberliegende Ebene. „Durch diese Situierung wird ein maximaler Blickbezug auf das Ankommen und in den umliegenden Naturraum generiert.“

„Wir werden jetzt Gespräche mit den Architekten führen.Zum Invesitionsvolumen können wir noch nichts sagen.“

Andreas Neuhauser,
lllwerke vkw

Kritik

Als mangelhaft bezeichnen die Preisrichter die Erschließung im Inneren des Gastrobereiches, diese habe mittels Rolltreppe zu erfolgen. Auch das bergseitige Abknicken des Daches wird infrage gestellt. Laut Jury beeinträchtigt der Dachabschluss die Blickbeziehungen vom Restaurant auf die Skipisten.