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Anklage: Bauer ließ Stier verhungern

12.10.2020 • 20:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Beschuldigter bestreitet, Gutachten soll Klarheit bringen

Wegen Tierquälerei mit einem Strafrahmen von bis zu zwei Jahren Gefängnis hat die Staatsanwaltschaft Feldkirch den ehemaligen Nebenerwerbslandwirt angeklagt. Demnach soll der in Vorarlberg lebende Ausländer im April 2019 auf der damals von ihm gepachteten Alpe im Bezirk Bregenz einen Stier verhungern lassen.

Im Strafprozess am Landesgericht Feldkirch erging am Montag noch kein Urteil. Richterin Claudia Hagen hat die Verhandlung auf unbestimmte Zeit vertagt. Denn sie lässt jetzt ein tiermedizinisches Gutachten erstellen. Damit soll die Todesursache abgeklärt werden Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat der Pächter der Alpe dem Rind über Tage hinweg kein Futter und kein Wasser mehr gegeben. Das geschwächte Tier habe wochenlang nicht mehr aufstehen können. Durchs Wundliegen hätten sich eitrige Geschwüre gebildet, die zu einer Blutvergiftung geführt hätten. An der Blutvergiftung und am Verhungern sei der Stier gestorben, meint die Anklagebehörde.

Keiner Schuld bewusst

Der Angeklagte iist sich keiner Schuld bewusst. Er habe seinen Stier nicht verhungern und nicht wundliegen lassen. Er habe das Tier stets ausreichend mit Heu und Wasser versorgt. Es sei auch nie länger gelegen. Eines Tages sei das Rind tot im Stall gelegen. Er sei geschockt gewesen, weil er dafür keine Erklärung habe.Aber möglicherweise sei das Tier von einem unbekannten Täter vergiftet worden, gab der beschuldigte 47-Jährige zu Protokoll. Jedenfalls habe er kleine Metallstücke im Futter gefunden. Und es gebe ein Überwachungsvideo, wonach eine unbekannte Person den Stall betreten habe.

Im Schnee begraben

Er habe den toten Stier im April 2019 vorübergehend im Schnee begraben, berichtete der mit einer Vorstrafe belastete Angeklagte. Anfang Juni 2019 habe er den Tierkadaver zur Verwertung nach Hohenems gebracht. Dort hat ein Amtstierarzt den toten Stier äußerlich untersucht. Der Tierarzt sagte am Montag als Zeuge, der Stier müsse vor seinem Tod mindestens zwei Wochen lang im Stall gelegen haben. Darauf würden seine tiefen Geschwüre hinweisen. Die Todesursache kenne er jedoch nicht.

Auch Lämmer verendet Vor dem Tod des Stiers seien einmal einige seiner Lämmer verendet, räumte der Einzelunternehmer ein. Er habe die gepachtete Alpe kaufen wollen, merkte der 47-Jährige an. Eine mündliche Vereinbarung sei aber vom Bezirksgericht Bezau nicht als gültiger Kaufvertrag anerkannt worden.

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